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Offene Bildungsressourcen (OER) in der Praxis

Unter OER, von englisch „Open Educational Resources“, sind Lehr- und Lernmaterialien zu verstehen, die ungehinderter genutzt, kopiert, verändert und wiederveröffentlicht werden können als herkömmliche Lehr-und Lernmaterialien. Im Zentrum des Themas steht das Urheberrecht, denn mit seinem sehr weitreichenden und automatisch eingreifenden Schutz – nach dem Motto „Alle Rechte vorbehalten“ – ist es der Hauptgrund dafür, dass herkömmliche Lehr- und Lernmaterialien nur sehr eingeschränkt genutzt und vor allem fast nie ohne Weiteres verändert und wiederveröffentlicht werden dürfen.

Aufgrund der rasanten Entwicklung rund um OER ist eine erschöpfende Abhandlung des Themas kaum möglich. Diese Broschüre versucht die Grundprinzipien zu erklären und weiterführende Hinweise zu geben, um eine eigenständige Vertiefung zu vielen Fragen zu erleichtern. Die hier aufgeführten Beispiele sind allenfalls ein Ausschnitt dessen, was in der OER-Welt an Initiativen, Projekten, Programmen und Organisationen existiert und entsteht.

Was umfasst der Begriff OER?

Es gibt keine eindeutige Definition von OER, sodass man grundsätzlich auch solche Materialien und Inhalte zu den OER zählen kann, bei denen keine Schutzrechte bestehen. Diese nicht schützbaren oder gemeinfreien Inhalte kommen nur am Rande in dieser Broschüre vor. In erster Linie soll es um OER im engeren Sinne gehen, also um rechtlich geschützte, aber bewusst freigegebene Materialien Das sind Inhalte, die allgemein für die Wissens-und Kompetenzvermittlung (auch für informelles Lernen) verwendet werden können, genauso wie Materialien, die für den institutionalisierten Lehrbetrieb entwickelt werden.

In der Schule können das klassische Schulbücher, Arbeitshefte und verwandte Formate sein. Bislang gibt es das größte Angebot an OER allerdings bei Formaten wie Unterrichtshilfen, Multimedia-Inhalten, Schaubildern, Arbeitsblättern und so weiter, sowie bei wissenschaftlicher Literatur, Aufsätzen und Untersuchungen zu Methodik und Vermittlung. In Hochschulen und bei Weiterbildungseinrichtungen gibt es bislang auf Deutsch erst wenige echte OER-Lehrbücher, jedoch bereits zahlreiche Online-Kurse. Ebenso wie an Schulen spielen hier OER-Unterrichtshilfen und Fachinformationen eine große Rolle. Unter dem Schlagwort „Open Textbooks” sind inzwischen zahlreiche Initiativen und Programme angelaufen, die Schul-und Lehrbücher als OER verfügbar machen wollen.

Wozu sind OER gut?

OER-Materialien sollen ermöglichen, dass Wissen mit weniger Aufwand mehr Menschen erreicht. Das Internet als universelle Kopier-und Verbreitungsmaschine, bei der die Verbreitung technisch gesehen fast nichts mehr kostet, gibt es bereits. Umso stärker machen sich Schutzrechte bemerkbar, die untersagen, Inhalte weiter zu verbreiten. Indem Urheber Materialien freigeben, können sie diese rechtlichen Bremsen teilweise lösen. Dadurch werden neue Möglichkeiten geschaffen, Inhalte gemeinsam zu entwickeln und sie dezentral zur Verfügung zu stellen. Das kommt sowohl den Lernenden als auch den Lehrenden zugute – und damit der ganzen Gesellschaft.


Das bietet die Broschüre

Einführung
Begriff OER, Nutzen der OER, Ausgangslage, Freigaben, Ausnahmen, Privilegien

Grundlegende Eigenschaften und Rahmenbedingungen
Freier Zugang, Bearbeitung und Weitergabe, Weitere Beteiligte, Qualitätssicherung, Produktionsaufwand, Schulischer bis akademischer Bereich

Geeignete OER finden
Frei nutzbares Material, Freigegebene Inhalte, Open-Content-Lizenzen, Erkennungsmerkmale, Hindernisse, OER im Netz

Material selber als OER freigeben
Rechte Dritter, Entscheider, Lizenzgeber, Lizenzierungsvorgang, Dateiformate

Sie können die Broschüre hier als pdf-Datei herunterladen.


Offene Bildungsressourcen (OER) in der Praxis
Autor: John H. Weitzmann
Herausgeberin: Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb)
Freigegen unter Creative Commons Namensnennung 3.0 de


Schlagworte zu diesem Beitrag: Ausbildung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 17.09.2013