Lebenslanges Lernen

Die Forderung nach Lebenslangem Lernen ist bei Bildungspolitikern in aller Munde. Der Weg dorthin scheint steinig zu sein. Einmal hapert es am richtigen Weg, dann an der Finanzierung, zum Schluss an der Zuständigkeit.

Wie soll die Weiterbildung zur vierten Säule des Bildungssystems ausgebaut werden? An Vorschlägen mangelt es nicht. Am Mut der politisch Verantwortlichen schon eher.

Neben der aktuellen Entwicklung der bildungspolitischen Diskussion, die wir hier dokumentieren, finden Sie weiterführende Texte unter Grundsätze zur Weiterbildung.



Wer nur auf die Weiterbeteiligung schaut, verstärkt am Ende die soziale Auslese in der Weiterbildung

(01.11.2019) Sowohl die Indikatoren der Europäischen Union als auch der Bundesregierung haben einen entscheidenden Mangel: Sie messen nur die schlichte quantitative Quote der Weiterbildungsbeteiligung. Der Ausbau der Qualität, eine höhere Effektivität oder auch der Abbau möglicher sozialer Disparitäten im Rahmen der Weiterbildung steht nicht auf der Agenda. Dabei hat der Nationale Bildungsbericht noch im Jahr 2012 festgestellt, „dass sich soziale Disparitäten vor allem in der betrieblichen Weiterbildung verfestigt zu haben scheinen“.7 Und der Nationale Bildungsbericht 2018 konstatiert (allerdings auf Basis der Daten des AES-Trendberichts 2016): „Die traditionellen sozialen Disparitäten in der Weiterbildungsbeteiligung haben weiterhin bestand.“

Auch der „Trendbericht Weiterbildung 2018“ bestätigt diese These. Die soziale Auslese, die leider
ein Problem im gesamten Bildungssystem ist, setzt sich in der Weiterbildung fort. Das zeigt die DGB-Analyse zur sozialen Spaltung in der Weiterbildung 2019, die Matthias Anbuhl auf Basis des Adult Education Survey Trendberichts erstellt hat.

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100 Jahre Volkshochschulen – ver.di kritisiert Arbeitsbedingungen als „Skandal im öffentlichen Auftrag“

(19.02.2019) Mit viel Prominenz feierte der Deutsche Volkshochschulverband /DVV) vor wenigen Tagen sein 100-jähriges Bestehen. Die zunehmende Bedeutung der Weiterbildung war natürlich ein wichtiges Thema. Worüber wieder einmal nicht geredet wurde, waren die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen derjenigen, die das Erfolgsmodell Volkshochschule erst möglich machen.

Die Lehrenden arbeiten bundesweit fast immer freiberuflich. Viele machen das nicht nebenberuflich, wie die Volkshochschulen immer gerne erzählen. Sie müssen vom oft niedrigen Honorar leben. Daher seien 100 Jahre Volkshochschulen eigentlich kein Grund zum Feiern, stellt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel fest. Denn: „Die Arbeitsbedingungen an den Volkshochschulen sind ein Skandal im öffentlichen Auftrag. Lehrende können jederzeit Verdienst einbüßen oder ganz ohne Arbeit dastehen. Obwohl sie im Dauereinsatz für die VHS sind, erhalten viele nur Honorarverträge für wenige Wochen. Bei Krankheit oder in Elternzeit gibt es kein Recht auf Weiterbeschäftigung und wenn die Arbeit weg ist, dann gibt es kein Arbeitslosengeld.“

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