Lebenslanges Lernen

Die Forderung nach Lebenslangem Lernen ist bei Bildungspolitikern in aller Munde. Der Weg dorthin scheint steinig zu sein. Einmal hapert es am richtigen Weg, dann an der Finanzierung, zum Schluss an der Zuständigkeit.

Wie soll die Weiterbildung zur vierten Säule des Bildungssystems ausgebaut werden? An Vorschlägen mangelt es nicht. Am Mut der politisch Verantwortlichen schon eher.

Neben der aktuellen Entwicklung der bildungspolitischen Diskussion, die wir hier dokumentieren, finden Sie weiterführende Texte unter Grundsätze zur Weiterbildung.



Weiterbildungsboom durch Qualifizierung Geflüchteter

(19.04.2017) Zugewanderte nutzen Deutschkurse in großer Zahl. Die Migration aus anderen Ländern hat aber auch einen Bildungseffekt auf die Mitglieder der aufnehmenden Gesellschaft. Dies ergab die Umfrage „wbmonitor“, die Weiterbildung in diesem Jahr vor allem unter dem Gesichtspunkt der kulturellen Vielfalt beleuchtet hat.

Das DIE hat 2016 gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 1.878 Weiterbildungseinrichtungen befragt. Demnach hat knapp die Hälfte der Weiterbildungsanbieter (46 Prozent) spezielle Weiterbildungsangebote für Personen mit Migrationshintergrund durchgeführt. Hier waren vor allem die Volkshoch¬schulen aktiv. Mit 93 Prozent hatten praktisch alle VHS ein entsprechendes Lernangebot im Programm.

Hauptadressaten des Spezialangebotes waren Asylberechtigte bzw. Asylbewerber: Rund drei Viertel der in diesem Segment engagierten Bildungsanbieter (75 Prozent bzw. 79 Prozent) vermittelten entsprechende Lerninhalte an diese Zielgruppe (siehe Grafik).

Vor allem Deutschlernen stand hoch im Kurs: 73 Prozent der Weiterbildner boten Geflüchteten ein entsprechendes Programm. Auch praktische Alltagsfähigkeiten wurden vermittelt: So bildet knapp ein Fünftel der Einrichtungen mit speziellem Angebot (18 Prozent) Zuwanderer in den Bereichen Erziehung, Familie und sogar Radfahren weiter.

Auch jene Deutschen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Migranten zu tun haben, professionalisieren sich durch Weiterbildung: So hat laut wbmonitor jede zweite Einrichtung (52 Prozent) Beschäftigte in verschiedenen Arbeitsfeldern im Zeitraum 2015/16 zu Interkulturalität, Migration und Zuwanderung weitergebildet.

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Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen

(14.11.2016) Die meisten Beschäftigten können sich nicht so effektiv weiterbilden, wie sie es gerne möchten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Vodafone-Stiftung, an der mehr als 10.000 Mitarbeitern aus Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen in ganz Deutschland teilgenommen haben.

Die Mehrheit der Befragten gibt an, dass man im Berufsleben Neues hinzulernen müsse. 80 Prozent befürchten negative Auswirkungen, wenn sie sich nicht fortbilden würden. Doch nur die Wenigsten fühlen sich dabei von ihrem Arbeitgeber ausreichend unterstützt: lediglich acht Prozent sehen die Lernkultur in ihrem Unternehmen als gut oder sehr gut an, und noch nicht einmal jeder Zehnte fühlt sich von seinem Vorgesetzten gut bis sehr gut beim Lernen unterstützt.

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Weiterbilden - Weiterdenken – Weiterkommen

(18.10.2016) Auf einer Fachtagung für Betriebsräte aus der Weiterbildung wurde am 10. Oktober 2016 die Magdeburger Erklärung verabschiedet. Sie wurde von in ver.di organisierten Weiterbildner_innen erarbeitet und stellt deren Selbstverständnis und Positionen dar.

Die Weiterbildung gewinnt weiterhin an Bedeutung. Allerdings gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem allseits betonten Bedeutungszuwachs und der Realität. Es geht um Defizite bei der Information über die Angebote und der Transparenz der Angebote, bei den Zugangsmöglichkeiten, der Qualität und den Abschlüssen, der Durchlässigkeit zum Arbeitsmarkt und bei den Anforderungen an die Arbeitnehmer_innen in den einzelnen Weiterbildungssegmenten.

Die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer_innen und Honorarbeschäftigten in der Weiterbildung sind fast immer prekär. Geringe Entlohnung, ausufernde Befristungspraxis und Honorartätigkeit kennzeichnen diesen Arbeitsmarkt. Die ver.di-Arbeitsgruppe Weiterbildung des Fachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung sieht daher dringenden Handlungsbedarf für die Politik, die Weiterbildungseinrichtungen und die Unternehmen.

Mit der Magdeburger Erklärung will die AG Weiterbildung des ver.di-Fachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung Anstöße und Impulse geben, damit die Weiterbildung ihrer Bedeutung in Gesellschaft und Politik gerecht wird. Umfassende Veränderungen in Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Sozial- und Steuerpolitik sind notwendig. Gesetzliche Grundlagen müssen novelliert, tarifvertragliche, betriebliche oder einzelvertragliche Vereinbarungen getroffen werden.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 24.06.2017