Förderung der beruflichen Weiterbildung

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist als Träger der aktiven Arbeitsmarktpolitik für die Förderung der beruflichen Weiterbildung zuständig.

Die Hartz-Gesetze haben zu einer deutlichen Verringerung der öffentlich geförderten beruflichen Weiterbildung geführt. Gesetzlich verankert ist die aktive Arbeitsmarktpolitik im SGB III und II.

Wir beobachten, berichten und kommentieren die Entwicklung der Förderung der beruflichen Weiterbildung aus Sicht der von arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen Betroffenen und der Interessen der in den Trägern Beschäftigten.



DGB fordert Aktionsprogramm gegen Langzeitarbeitslosigkeit

(19.02.2018) Die Arbeitslosigkeit insgesamt und die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinken. Der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit beruht ausschließlich darauf, dass weniger Kurzeitarbeitslose zu Langzeitarbeitslosen werden, also weniger Arbeitslose so lange arbeitslos bleiben, dass sie die 12-Monats-Grenze überschreiten.

Der Markt wird das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht lösen. Eine neue Bundesregierung ist dringend aufgefordert, den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit zu einem Schwerpunkt der Arbeit zu machen. Die Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, insbesondere solche, mit denen ein Berufsabschluss nachgeholt werden kann, müssen deutlich ausgeweitet werden.

Das fordert der DGB in seinem Aktionsprogramm zur Langzeitarbeitslosigkeit.

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Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung

(22.12.2017) In der Sitzung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) am 13. Dezember 2017 in Bonn haben sich die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Länder im BIBB-Hauptausschuss auf eine gemeinsame Position zur Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung verständigt.

In dieser Positionierung setzen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Länder dafür ein, dass die Ausbildungsduldung und die weiteren dort normierten Duldungsregelungen bundeslandübergreifend einheitlich angewandt werden. Zudem sollten weitergehende Maßnahmen gewährleisten, dass abgelehnte, aber ausbildungswillige Geflüchtete und Betriebe schon frühzeitig, das heißt vor dem Zeitpunkt des tatsächlichen Ausbildungsbeginns, Planungssicherheit erhalten. Berufsvorbereitende Maßnahmen wie Einstiegsqualifizierungen (EQ) sollten für die Dauer der Maßnahme vom Abschiebeschutz umfasst werden. Dies gelte unabhängig davon, ob bereits ein Ausbildungsvertrag für eine anschließende qualifizierte Berufsausbildung geschlossen und der Nachweis einer positiven Rechtsprüfung durch die zuständige Stelle geführt wurde.

Der Hauptausschuss ist Organ des BIBB. Ihm gehören je acht Beauftragte der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Länder sowie fünf Beauftragte des Bundes („Bänke“) an.

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Langzeitarbeitslose profitieren von Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung

(20.12.2017) „Langzeiterwerbslosigkeit und eine damit verbundene lange erfolglose Arbeitsuche kann demotivierend wirken. Sie kann mit einem Verlust von Kompetenzen, des Selbstwertgefühls und der Kontrolle über das eigene Leben einhergehen. Aus diesen Gründen erscheint eine passgenaue Unterstützung zentral, um die Erwerbslosigkeit in absehbarer Zeit zu beenden.“ Daher müssten Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAbE) die Chancen auf einen Job deutlich erhöhen, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Diese Annahme überprüften die Forscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ihre Ergebnisse haben sie jetzt in einem Kurzbericht veröffentlicht.

Die Studie zeigt, dass sich die Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz und eigenes Einkommen für Teilnehmer*innen an MAbE-Maßnahmen für geförderte ALG-Bezieher*innen deutlich verbessern. „Dabei sind die Wirkungen für Teilnehmende an Maßnahmen bei einem Arbeitgeber weit höher als für Teilnehmende an Maßnahmen bei einem Träger.

Die Eingliederungseffekte sind für Langzeiterwerbslose tendenziell höher als für Kurzzeiterwerbslose. Das gilt vor allem für die Wirkungen der Maßnahmen bei einem Arbeitgeber und dabei insbesondere in der langen Frist.“

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Anträge auf Reha-Maßnahmen steigen stark an

(21.11.2017) Immer mehr Menschen beantragen bei der Bundesagentur für Arbeit Reha-Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung. Allein in 2015 haben rund 32.600 Personen Leistungen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben im Bereich der beruflichen Wiedereingliederung bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt. 2010 waren es nur 27.700. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen sowie Zuschüsse für technische Arbeitsplatzanpassungen sind die häufigsten Reha-Leistungen, die von der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Unmittelbar im Anschluss an die berufliche Rehabilitation hat über die Hälfte der Personen eine Beschäftigung aufgenommen oder übt eine zuvor bestehende Beschäftigung weiter aus. Letzteres wird häufig mithilfe der kurzfristigen Zuschüsse realisiert.

„Insgesamt ist festzuhalten, dass viele unterschiedliche Leistungen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben zur Verfügung stehen – und viele Geförderte können durch technische Hilfen und Weiterbildung nach dem Rehabilitationsprozess eine bestehende Beschäftigung weiter ausüben oder eine neue Beschäftigung aufnehmen“, sagen die Autor*innen der Studie.

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Perspektiven eröffnen – Sozialen Aufstieg ermöglichen – Schutz stärken.

(30.10.2017) Der deutsche Arbeitsmarkt ist tief gespalten: Die Beschäftigung ist stark gestiegen und die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken. Das ist erfreulich. Andererseits arbeiten weiterhin Millionen Menschen in Leiharbeit, befristeter Beschäftigung, in Minijobs oder in unfreiwilliger Teilzeit unter prekären Verhältnissen. Der Anteil der atypisch Beschäftigten stagniert auf einem erschreckend hohen Niveau von gut 20 Prozent; Befristungen und Leiharbeitsverhältnisse sowie der Missbrauch von Werkverträgen sind sogar weiter auf dem Vormarsch.

Der aktuelle Armutsbericht der Bundesregierung belegt: Die Armutsquote verharrt auf hohem Niveau – trotz Beschäftigungszuwachs. Das heißt, die Löhne sind in diesen neuen Beschäftigungsverhältnissen oftmals zu niedrig, um aus der Armut heraus aufzusteigen und in Richtung der Wohlstandsnormalität zur Mitte der Gesellschaft hin aufholen zu können. Zudem sind einige Personengruppen von den positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt abgekoppelt. Die Chancen etwa von Langzeitarbeitslosen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, haben sich nicht verbessert. Diese Problemlagen erledigen sich nicht von selbst, sie erfordern ein beherztes politisches Eingreifen – im Interesse von abhängig Beschäftigten und von Erwerbslosen.

Trotz insgesamt günstiger Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gibt es viel zu tun, um die Spaltung am Arbeitsmarkt zu überwinden und „Gute Arbeit“ für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erreichen. Die in dieser neuen DGB-Broschüre präsentierten Vorschläge skizzieren die gewerkschaftlichen Anforderungen für die Arbeitsmarktpolitik in der kommenden Legislaturperiode. Der DGB erwartet, dass seine Vorschläge von den politisch verantwortlichen Akteuren aufgegriffen und umgesetzt werden.

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Es fehlt vor allem an Sprachkenntnissen

(26.10.2017) Sprachliche Defizite und fehlende berufliche Bildungsabschlüsse sind die zentralen Arbeitsmarkthemmnisse der neu zugegangenen Geflüchteten im SGB II. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Fast zwei Dritteln der Geflüchteten fehlt ein beruflicher Bildungsabschluss.

Bei den Beratungs- und Vermittlungsangeboten der Jobcenter steht der Abbau von Sprachdefiziten an erster Stelle. 86 Prozent der Geflüchteten haben einen Integrations- oder Deutschkurs seit Beginn des Leistungsbezugs vom Jobcenter angeboten bekommen.

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Neuausrichtung der Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung

(17.10.2017) Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Kultusministerkonferenz haben eine neue Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung abgeschlossen.“ Ziel ist, jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf mittels intensiver beruflicher Orientierung und individueller Beratungen zu Optionen der Berufswahl zu erleichtern“, so die BA in einer Pressemitteilung.

Unabhängig von schulischer Laufbahn oder sozialem Hintergrund sollen Schülerinnen und Schüler ein breites Angebot an beruflicher Orientierung und Information erhalten. Am Ende sollen sie „eine tragfähige Entscheidung über ihren Ausbildungsberuf oder ihr Studium“ treffen können.

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Deutlich höhere Jobchancen durch Qualifizierung im Bereich Altenpflege

(26.09.2017) Wer eine Weiterbildung im Bereich der Altenpflege erwischt, der hat gute Chancen, einen Job zu ergattern. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Wahrscheinlichkeit, eine Stelle zu bekommen, steigt nach der Umschulung sprunghaft auf 70 Prozent an. In einer vergleichsgruppe ohne Weiterbildung liegt die Beschäftigungswahrscheinlichkeit nur bei 40 Prozent. „Damit liegt der positive Fördereffekt der Umschulungen in der Altenpflege zeitweise bei über 30 Prozentpunkten“, erklären die Arbeitsmarktforscherinnen Christine Dauth und Julia Lang.

Was fast noch wichtiger ist. Die Beschäftigung bleibt über Jahre erhalten. So ist „der Anteil der Personen, die im Pflegesektor tätig sind, langfristig bei rund 70 Prozent aller beschäftigten Teilnehmenden, im SGB II ebenso wie im SGB III. Bei den kürzeren Weiterbildungen pendelt sich der Anteil der Personen, die in der Pflege tätig sind, schon nach wenigen Monaten bei rund 50 Prozent ein. Diese Anteile bleiben sowohl im SGB II als auch im SGB III bis zum Ende des Beobachtungszeitraums konstant. Dies weist darauf hin, dass ein beträchtlicher Anteil der geförderten Personen langfristig in der Pflege (und damit vermutlich in der Altenpflege) verbleibt. Geförderte Weiterbildungen können somit das Angebot an Altenpflegekräften nachhaltig erhöhen.“

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Weiterbildungsbarrieren abbauen

(23.05.2017) Der Ausbau von beruflicher Weiterbildung bestimmt derzeit die aktuelle arbeitsmarktpolitische Debatte. Dabei liegt der Fokus auf dem Versicherungssystem sowie auf zukünftigen Heraus-forderungen. Während in der Arbeitslosenversicherung die Bemühungen zum Ausbau von Qualifizierungsmaßnahmen deutlich verstärkt werden, gerät das Hartz-IV-System aus dem Fokus.

Doch gerade hier besteht der größte Handlungsbedarf. Die Förderung von Berufsabschlüssen spielt hier kaum eine Rolle, obwohl rund 85 Prozent der Arbeitslosen ohne Berufsabschluss genau diesem Rechtskreis zugeordnet werden. In 2016 gab es im Jahresdurchschnitt rund 1,1 Mio. Arbeitslose ohne Berufsabschluss im Hartz-IV-System (Bestandszahlen der Arbeitslosenstatistik). Laut Bestandszahlen der Förderstatistik wurden allerdings im Jahresdurchschnitt 2016 nur rd. 15.700 Geringqualifizierte durch eine abschlussbezogene Maßnahme zur Förderung beruflicher Weiterbildung (FbW) gefördert. Insgesamt waren es im Bestand der Förderstatistik im Jahresdurchschnitt 2016 im Hartz-IV-System 26.470 Teilnehmer/innen an abschlussbezogener FbW.

Die aktuelle arbeitsmarktaktuell des DGB weist auf diejenigen hin, die besonders auf Weiterbildung angewiesen sind und zugleich häufig keine Förderung erhalten: Geringqualifizierte, Beschäftigte in prekären und instabilen Arbeitsverhältnissen und vor allem Hilfebedürftige, die auf Hartz IV angewiesen sind. Arbeitsmarktpolitik muss sich neben der Debatte um zukünftige Erfordernisse auch noch mehr den aktuellen Herausforderungen stellen. Es ist eine konsequente Weichenstellung in Richtung Qualifizierungsoffensive nötig.

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Neue Perspektiven für den Arbeitsmarkt: Prävention, Förderung, Unterstützung

(27.03.2017) Der DGB hält die Idee eines "Arbeitslosengeld Q" für einen "wichtigen Schritt". Aber für die Herausforderungen, "vor denen wir stehen, bedarf es eines umfassenderen Konzeptes", heißt es in einem Beschluss des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstands.

Der Niedriglohnbereich müsse effektiv bekämpft werden. Die Arbeitsmarktpolitik müsse wieder „Perspektiven gegen Angst und Hoffnungslosigkeit“ bieten. Die Arbeitslosigkeit dürfe sich nicht zu einer „Spirale der Qualifikationsvernichtung“ entwickeln, die dazu führe, dass sich die Menschen am Ende „im Niedriglohnsektor, in unsicherer Beschäftigung, wiederfinden“.

Reformen im Bereich des Arbeitsmarktes müssten „die Schließung von Schutzlücken in der Arbeitslosenversicherung, aber auch mehr Förderung von Qualifizierung“ zum Ziel haben. Die Arbeitslosigkeit dürfe sich nicht zur Langzeitarbeitslosigkeit entwickeln und Menschen ohne Ausbildung benötigten eine zweite Chance auf eine Berufsausbildung. „Die finanzielle Förderung muss dabei so gestaltet sein, dass möglichst Abbrüche der Ausbildung vermieden werden“, so der DGB in seinem Vorstandsbeschluss.

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SPD fordert ein Recht auf Weiterbildung

(06.03.2017) Die SPD setzt im anlaufenden Wahlkampf auf mehr Weiterbildung. So sollen Erwerbslose ein Recht auf Weiterbildung erhalten. Wer nach 3 Monaten keine neue Beschäftigung findet, soll ein Qualifizierungsangebot erhalten, das die „Vermittlungschancen nachhaltig erhöht (keine Kurzschulungen oder Kurzzeitpraktika). Das Recht auf Weiterbildung beinhaltet eine umfassende Kompetenzerfassung, einschließlich informeller Kompetenzen. Darauf aufbauend erfolgt eine gezielte Weiterbildungsberatung. Die anschließenden Weiterbildungsmaßnahmen können auch im Nachholen eines Berufsabschlusses oder einer Umschulung bestehen.“

Die Bundesagentur für Arbeit soll in eine „Bundesagentur für Arbeit (BA) und Qualifizierung“ umgebaut werden. Die SPD nennt dieses Gebilde dann eine „Arbeitsversicherung“. „Ein wesentliches Element der Arbeitsversicherung ist ein Recht für alle Beschäftigten auf Kompetenzfeststellung und Lebenslaufberatung durch die Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung.“ Sollte sich im Rahmen der Beratung durch die Bundesagentur ein Bedarf an Weiterbildung ergeben, könnten „aufbauend auf der Beratung erforderliche Qualifizierungsmaßnahmen durch die Arbeitsversicherung gefördert werden“. Damit würde die BA zum großen Player in Sachen Bildungsberatung aufsteigen. Eine unabhängige Bildungsberatung sieht allerdings anders aus.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 23.02.2018