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Digitalisierung

Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung in Deutschland

Der technologische Wandel führe zu besonderen Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung. Eine abgeschlossene Ausbildung bilde zwar weiterhin die grundlegende Basis für „Bewältigung zukünftiger Herausforderungen der Arbeitswelt“. Doch reiche die Erstausbildung zukünftig immer seltener aus, um für ein komplettes Erwerbsleben ausreichend Kenntnisse erlangt zu haben. Daher müsse Lernen im Erwerbsleben zur Normalität werden, so die Forscher des IAB.

Damit steige die Bedeutung der Weiterbildung. Schon heute würden Betriebe, die verstärkt in neue Technologien investieren, auch stärker in Weiterbildung investieren. Dabei würden diese Betriebe bei der Ausbildung mehr Wert auf „die Förderung überfachlicher Fähigkeiten sowie modernster Kenntnisse in der Informations- und Kommunikationstechnologie“ legen. Zukünftige Berufsbilder müssten mit der technologischen Entwicklung Schritt halten, flexibler erstellt und angepasst werden.

Ein weiteres Problem betreffe das „Matching zwischen Ausbildungsplatzangebot und –nachfrage“. Gerade Bewerber*innen, die schlechtere schulische Qualifikationen mitbrächten, müssten stärker in betriebliche Ausbildungen integriert werden. Angebote wie die assistierte Ausbildung könnten ein Schritt in die richtige Richtung sein, um den betroffenen Jugendlichen Chancen am Ausbildungsmarkt zu eröffnen. Eine weitere Gefahr könnte durch das „Auseinanderdriften von modernen, hochtechnologisierten (Groß-)Betrieben und weniger technologisierten (Klein-)Betrieben“ entstehen. Die Forscher empfehlen hier die Bildung von Ausbildungskooperationen. Hier könnten Auszubildende zeitweise „den Umgang mit modernen Produktionsmitteln zum Beispiel in einem Partnerunternehmen“ erlernen.

Bei der Weiterbildung beklagen die Forscher die Intransparenz. Das betreffe die Vielzahl an Förderprogrammen und die Inhalte der angebotenen Weiterbildungen. „Für große Teile der beruflichen Weiterbildungen gibt es keine bundesweit einheitlichen Inhalte.“ Unterschiedliche Konzepte der Träger führten zu unterschiedlichen Teilqualifikationen bei der beruflichen Weiterbildung. Ausgegebene Zertifikate hätten häufig nur eine regionale Gültigkeit. Arbeitgeber könnten oftmals nur im regionalen Kontext sagen, ob eine entsprechende Weiterbildung für ihren Betrieb die relevanten Inhalte vermittelt. „Hier wäre für einen Teil von Weiterbildungen eine bundesweite Vereinheitlichung von großer Bedeutung.“


Die Broschüre können sie hier als pdf-Datei herunterladen.


Schlagworte zu diesem Beitrag: Berufliche Weiterbildung, Ausbildung, Digitalisierung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 23.04.2019

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 18.06.2019