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BIBB-Kongress 2018 betont Bedeutung der beruflichen Bildung

Esser: „Berufsbildung muss Taktgeber für Arbeitswelt der Zukunft sein!“

„Die berufliche Bildung muss zum Taktgeber für die Arbeitswelt der Zukunft werden! Denn kein Bildungs- und Qualifizierungsweg ist so gut geeignet, um die Menschen auf die betrieblichen Anforderungen von morgen vorzubereiten. Dafür müssen jedoch vor allem die Potenziale besser genutzt werden, die mit der Digitalisierung gerade für die berufliche Aus- und Weiterbildung verbunden sind. Dann erhält die berufliche Bildung auch wieder die Wertschätzung, die sie verdient.“ Das erklärte der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, zum Abschluss des BIBB-Kongresses 2018 in Berlin. Zwei Tage lang hatten rund 900 Berufsbildungsexpertinnen und -experten aus 25 Ländern unter dem Motto „Für die Zukunft lernen: Berufsbildung von morgen – Innovationen erleben“ über die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der beruflichen Bildung intensiv diskutiert.

Gerade die Verbindung von praxisorientierter Ausbildung in Arbeitsprozess oder Kundenauftrag mit systematischem Lernen in der Berufsschule sei optimal für Jugendliche und junge Erwachsene. Auf diese Weise könnten sie, so Esser weiter, auch jene Schlüsselqualifikationen und überfachlichen Kompetenzen erwerben, die zukünftig unerlässlich seien. Hierzu zählten etwa das Überblickswissen, das Erkennen von Zusammenhängen, prozessorientiertes Handeln sowie die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

„Digitale Medien und virtuelle Lernumgebungen bieten mit ihren völlig neuen Möglichkeiten die Chance, die Lernmotivation der Menschen zu fördern und der Lernortkooperation zwischen Betrieben, Berufsschulen und überbetrieblichen Bildungszentren einen neuen Schub zu verleihen. So können wir digitales Lernen und Arbeiten innovativ miteinander verbinden“, betonte Esser. Zudem biete sich ein verstärkter Einsatz digitaler Lehr- und Lernmedien auch in der beruflichen Weiterbildung an.

Besonders die Bedeutung der Weiterbildung werde in einer digitalen Arbeitswelt zunehmen. Darin sei sich der Kongress einig gewesen. „Wir müssen die berufliche Weiterbildung jedoch stärker arbeitsplatz- und arbeitsprozessorientiert organisieren. Denn nur so können wir das Ziel erreichen, Deutschland zum Weiterbildungs-Weltmeister zu machen.“

Die Diskussionen auf dem BIBB-Kongress hätten auch gezeigt, dass die berufliche Bildung zum Teil neu gedacht werden müsse, um die Zukunft erfolgreich zu meistern. Hierzu sei es erforderlich, attraktive und moderne Aus- und Fortbildungsberufe zu schaffen, die keine Zielgruppe ausgrenzen, die Aus- und Weiterbildung noch enger miteinander zu verzahnen und die Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen weiter zu stärken. „Die Gestaltung einer Berufsbildung von morgen kann aber nicht mit den Werkzeugen von gestern gelingen“, erklärte der BIBB-Präsident. „Von daher besteht Handlungsbedarf für bundesweite Initiativen zur zukunftsorientierten Qualifizierung des Ausbildungs- und Lehrpersonals in Betrieben, Berufsschulen und überbetrieblichen Bildungszentren.“ Gerade der Lernort Berufsschule müsse im digitalen Zeitalter noch mehr gestärkt werden. Dazu gehöre auch die Nachwuchssicherung von Lehrerinnen und Lehrern – insbesondere in gewerblich-technischen Berufen, so Esser abschließend.

Weitere Informationen zum BIBB-Kongress unter https://kongress2018.bibb.de. Unter dieser Internetadresse stehen auch die Diskussionen im Plenum des Kongresses sowie ein Teil der Präsentationen der Referentinnen und Referenten zur Verfügung.


Quelle: Pressemeldung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vom 8. Juni 2018

Schlagworte zu diesem Beitrag: Ausbildung, Qualifizierung, Weiterbildung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 11.06.2018

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 22.06.2018