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Zurck zur bersicht

Bildung bietet den besten Schutz gegen Arbeitslosigkeit

Noch bis Ende der siebziger Jahre lag die Arbeitslosigkeit von Personen ohne Berufsabschluss nur geringfügig über der allgemeinen Arbeitslosenquote. Seitdem hat sich die Schere immer weiter geöffnet. Bezogen auf die allgemeine Arbeitslosenquote waren Ende der 80 Jahre mehr als doppelt so viele Personen ohne Berufsabschluss arbeitslos. Seit dieser Zeit schwankt die Arbeitslosigkeit dieser Gruppe zwischen 20 % und 25 %. Jobs für Un und Angelernte sind nur begrenzt vorhanden.

2011 hatten 45 % aller Erwerbslosen keinen Berufsabschluss. Ihr Anteil an den Erwerbstätigen insgesamt betrug lediglich 14 %. Von 2006 bis 2010 sank die Zahl der Arbeitsplätze für Un- und Angelernte kontinuierlich von 5,7 Mio. auf 5,1 Mio. Die Arbeitsmarktforscher gehen davon aus, dass dieser Trend weiter anhält. Wer keinen Berufsabschluss hat, wird damit weiterhin überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sein.

70 % aller Arbeitsplätze betreffen Erwerbstätige, die über einen Berufsabschluss, eine vergleichbaren Abschluss einer Berufsfachschule oder einer Berufsakademie verfügen. Von 2006 bis 2011 stieg die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt um 2,3 Mio. an. Allein 2 Mio. entfielen dabei auf diesen Personenkreis. Dieser Trend wurde auch in der Finanzkrise nur kurzfristig unterbrochen.

Die Chancen auf eine Beschäftigung für Personen mit Berufsabschluss sind deutlich besser. Die Studienergebnisse unterstreichen somit den Stellenwert von Aus- und Weiterbildung in der Arbeitsmarktpolitik, folgern die IAB-Forscher. Aber nicht erst im Falle von Arbeitslosigkeit, auch für Beschäftigte sei Qualifizierung entscheidend – gerade im stark gewachsenen Segment atypischer Beschäftigung wie Leiharbeit und befristeter Verträge. Das Bildungssystem sei gefordert, Arbeitslosigkeitsrisiken von vornherein zu minimieren. „Frühzeitige Förderung – vor allem im Falle besonders gefährdeter Personengruppen – ist eine Investition, die sich im Laufe der Zeit vielfach bezahlt macht“, schreiben die Forscher.


Hier können sie die Studie des IAB als pdf-Datei herunterladen.


Schlagworte zu diesem Beitrag: Ausbildung, Berufliche Weiterbildung, Qualifizierung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 02.03.2013

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 18.10.2019