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Fachkräftemangel in der Pflegebranche ist hausgemacht

Arbeitsförderung muss Defizite in der Erstausbildung notdürftig
Ausbügeln


Seit Jahren muss die aktive Arbeitsförderung einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leisten und die unzureichende Erstausbildung zu kompensieren versuchen. Doch auch hier schwankt die Zahl der abschlussbezogenen Weiterbildung mit den mehrfachen gesetzlichen Änderungen. Insbesondere die Pflegebranche und die Länder richten ihre Kritik weitgehend hierauf, ohne dass die strukturellen Defizite in der schulischen Altenpflege ernsthaft angegangen werden. Arbeitsmarktpolitik muss immer wieder kompensatorisch einspringen, weil das Ausbildungsniveau unzureichend ist. Allein im vergangenen Jahr haben rd. 6.900 Menschen eine arbeitsmarktpolitisch geförderte Altenpflegeumschulung begonnen. Arbeitsmarktpolitik leistete auch in den Jahren davor einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Altenpflege. Die arbeitsmarktpolitischen Ausgaben für Weiterbildung im Bereich Altenpflege summierten sich allein 2009 auf rd. 144 Mio. €.

Die Altenpflegeausbildung und deren Finanzierung ist primäre Aufgabe der Pflegekassen und der Länder. Die arbeitsmarktpolitische Förderung soll und kann diese Verantwortung nicht ersetzen. Sie muss allerdings ergänzend für besondere Zielgruppen des Arbeitsmarktes Umschulungen für Arbeitslose eröffnen. Der Gesetzgeber hatte denn auch entschieden, dass das dritte Jahr in den nicht verkürzten Ausbildungsberufen nicht mehr arbeitsmarktpolitisch gefördert werden kann. Im Rahmen des Konjunkturpakets II wurde die Umschulung in der Kranken- und Altenpflege wieder über die gesamte Ausbildungsdauer von drei Jahren gefördert.

Diese Neuregelung ging mit einer neuerlichen Kostenverlagerung von den Ländern auf die Bundesagentur einher, ohne dass bisher länderspezifische Schritte zu einer Steigerung der Ausbildung in der Altenpflege erkennbar sind.

Ein Umdenken in der Erstausbildung ist dringend erforderlich, da arbeitsmarktpolitische Initiativen immer nur flankierend wirken können und Defizite bei der unzureichenden Ausbildung des Nachwuchses nur völlig unzureichend bzw. kaum kompensieren kann.


Quelle: Arbeitsmarkt aktuell DGB 1/2011

Sie können die vollständige Broschüre hier als pdf-Datei herunterladen.


Verweise zu diesem Artikel:
Schlagworte zu diesem Beitrag: Öffentliche Beschäftigungspolitik, Ausbildung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 22.01.2011

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 18.10.2019