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Deutscher Qualifikationsrahmen:

Die Anrechnung von Weiterbildungsleistungen muss verbessert werden

„Eine einseitige Orientierung am wirtschaftlichen Nutzen und der beruflichen Verwertbarkeit von Wissen verkennt die Bedeutung von Weiterbildung für den Prozess des Lebenslangen Lernens.“ Das ist eine Schlussfolgerung der gemeinsamen Stellungnahme des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) und sieben weiterer Verbände, Träger und Institutionen der Weiterbildung zum Entwurf des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR).

Zukünftig soll innerhalb Europas eine Vergleichbarkeit von Qualifikationen mit Hilfe nationaler Qualifikationsrahmen als Schema zur Einordnung fachlicher und personaler Kompetenzen in unterschiedliche Niveaustufen hergestellt werden. In Deutschland hatten die Bund-Länder-Koordinierungsgruppe und der Arbeitskreis DQR Anfang 2009 ein Diskussionspapier vorgelegt. In der anschließenden Erarbeitungsphase werden derzeit ausgewählte Qualifikationen einzelner Berufsgruppen zugeordnet.

In ihrer Stellungnahme zum DQR-Entwurf fordern die Weiterbildner, dass die Leistungen und Formen der Weiterbildung angemessener im DQR berücksichtigt werden. Schließlich ist die Weiterbildung mit über 22 Millionen Teilnehmern (2008) ein bedeutender Bildungsbereich in Deutschland. „Eine systematische Verankerung des Weiterbildungssektors im DQR ist aber nicht nur aufgrund der steigenden Teilnehmerzahlen dringend geboten“, so Julia Schier, Bundesgeschäftsführerin des VDP und Vorstandsmitglied des Rates der Weiterbildung. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Wissensverfalls, des globalen Wettbewerbs und der steigenden Bedeutung von Querschnittskompetenzen habe die Weiterbildung eine zentrale Schlüsselfunktion im Rahmen des Lebenslangen Lernens eingenommen. Jeder Arbeitnehmer müsse sich heutzutage kontinuierlich weiterqualifizieren, wolle er langfristig erwerbsfähig bleiben. „Dabei werden für Arbeitnehmer neben speziellem Fachwissen die sogenannten Soft-Skills, beispielsweise kommunikative Fähigkeiten und Urteilsvermögen, immer wichtiger. Sie müssen also in dem DQR aufgenommen und hoch bewertet werden“, so Schier weiter.

Die Stellungnahme zum Deutschen Qualifikationsrahmen ist ein gemeinsames Papier des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen, des Bundesverbands der Träger beruflicher Bildung, der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, des Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben, des Deutscher Volkshochschul-Verbands, der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, des Rates der Weiterbildung und des VDP.

Quelle: Pressemeldung des VdP vom 18. Janaur 2010

Sie können die Stellungnahme hier als pdf-Datei herunteralden.

Schlagworte zu diesem Beitrag: Lebenslanges Lernen, Deutscher Qualifikationsrahmen
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 03.02.2010

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 14.10.2019