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Zurck zur bersicht

Weiterbildung macht glücklich

Zunächst galt es das Problem zu lösen, Quellen für’s Glück und Wohlbefinden zu finden. Heraus kam dabei, dass Freunde um einen herum am glücklichsten machen. Die „Teilhabe am Leben in der Kirchengemeinde“ hilft dagegen nur jedem zehnten Bundesbürger zu Glücksgefühlen. Nachdem alle Möglichkeiten durchgezählt waren, war klar: „Die Deutschen sind momentan ziemlich, aber nicht sehr glücklich.“

Die Sache mit dem Geld

Geld allein macht nicht glücklich. Die Bertelsmann-Stiftung wollte es genauer wissen. Heraus kam, dass Personen mit hohem Einkommen glücklicher sind als Personen, die in ärmeren Haushalten leben. Umgekehrt fühlen sich Erwerbslose deutlich unglücklicher als Erwerbstätige.

Sich Sorgen um Geld zu machen, spiele aber insgesamt eine untergeordnete Rolle für Glück, zumindest betrifft das die Mehrzahl der Befragten. Die Untersuchung trennt diese sorgfältig in Glückliche und Unglückliche. Und siehe da, bei den Unglücklichen dreht sich das Ergebnis um. Unglückliche machen sich besonders häufig Sorgen um das leibe Geld, besonders am Monatsende. Wie gesagt, das sind nun wirklich keine Stammtischparolen, das sind Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung, mit denen man an jedem Stammtisch durch Wissen und Glück punkten kann. Findet man da doch gerade die Freunde, die am meisten glücklich machen und nicht die Vereinsmeier aus der Kirchengemeinde.

Was hat das ganze nun mit Lebenslangem Lernen zu tun

Nachdem die Quellen des Glücks erforscht und das leidige Thema Geld erfolgreich wissenschaftlich abgearbeitet ist, wollen die Forscher wissen: Wie wichtig ist denn nun lebenslanges Lernen für den Einzelnen?

Zunächst die gute Nachricht, lebenslanges Lernen wird emotional kaum abgelehnt. Doch auch hier sind die Meinungen nicht einheitlich. Je höher der Schulabschluss, desto weniger wird lebenslanges Lernen als Last empfunden. Je höher der Schulabschluss, desto höher ist die positive Einstellung zum lebenslangen Lernen.

Bei der Frage, wie wichtig Lernen für Glückempfindungen sorgt, ist es gerade anders herum. Je niedriger die Schulbildung, desto stärker wird die Meinung vertreten, das lebenslanges Lernen einen wichtigen Einfluss auf das Glück und Wohlempfinden ausübt. Menschen mit Abitur können diesen Zusammenhang dagegen kaum wahrnehmen. Allerdings sind sie der Meinung, das Lesen, Schreiben und Rechnen auch in der Zukunft wichtig sind. Menschen mit „Volksschule ohne Lehre“ dagegen neigen zu fast 40 % zu der Meinung, dass man auf diese Techniken beim Lernen verzichten kann.

Auch wenn die gute alte Volksschule seit vielen Jahren abgeschafft wurde, beruhigend ist so ein Ergebnis nun wirklich nicht.

Die neue Zielgruppe: Arbeitslose

Jeder zweite ohne Berufsausbildung findet sich für zukünftige berufliche Herausforderungen schlecht gerüstet. Bei den Arbeitslosen ist es gar nur jeder fünfte. Entsprechend ist ihre Lernbereitschaft ausgeprägt:

„Die höchste Bereitschaft, sich durch Lernen zu verändern, zeigt sich bei den Arbeitslosen. So äußern 57 Prozent der befragten Arbeitslosen eine starke Zustimmung dazu, dass Lernen bedeutet, Verhaltensweisen zu verändern und veraltetes Wissen nicht mehr zu gebrauchen.“

So kann man als Fazit festhalten:
Wer Menschen ohne Job und Geld glücklich machen will, der verschaffe ihnen zunächst eine gute Ausbildung und dann auskömmliche Jobs, damit sie nicht dauernd übers Geld nachdenken müssen und unglücklich im Vereinsvorstand herumnörgeln. Dann fallen die emotionalen Hürden in der Beteiligung am Lebenslangen Lernen. Und die Quote steigt.

Ein letzter Tipp: Seminare machen nicht glücklich. Nur 18 % finden ihr Glück bei der Teilnahme an Seminaren. Auch das hat die Studie an’s Licht gebracht. Da würde ich sofort eine Folgestudie anschließen: „Glück, Freude und Wohlbefinden in Seminaren.“ Glück von Anfang an, sozusagen.


Peter Schulz-Oberschelp


Hier geht es zur Studie „Glück, Freude, Wohlbefinden – welche Rolle spielt das Lernen“.


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 14.08.2008

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 16.10.2019