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Bildungsanstrengungen verstärken, Fachkräftepotenziale ausschöpfen

Anlässlich der Veröffentlichung der Empfehlungen der Projektgruppe "Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland" erklären die stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Christel Humme und Ludwig Stiegler:

Die SPD-Bundestagsfraktion wird heute einen Maßnahmenkatalog gegen Fachkräftemangel beschließen. Wir geben damit vorausschauende Antworten auf den drohenden Mangel an Fachkräften und Hochqualifizierten, der schon in wenigen Jahren zu Wachstums- und Wohlstandsverlusten in Milliardenhöhe führen könnte. Im Mittelpunkt unseres Konzepts stehen die Menschen, ihre Fähigkeiten und Chancen. Wer die Fachkräftebasis von morgen sichern will, muss heute die Teilhabechancen der Menschen verbessern, für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem sorgen und mehr Aufstiegsmöglichkeiten durch Bildung eröffnen. Es gilt, alle Potenziale in unserer Gesellschaft optimal auszuschöpfen.

Die Zeit drängt. Die demografische Entwicklung verschärft die Fachkräftelücke, die heute schon in manchen Branchen spürbar ist. Bereits im Jahr 2014 könnten in Deutschland eine halbe Million Akademikerinnen und Akademiker fehlen. Gleichzeitig werden sich die Chancen von unqualifizierten Arbeitssuchenden weiter verschlechtern. Es droht ein Dilemma: ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften einerseits und nach wie vor bestehende Arbeitslosigkeit bei Geringqualifizierten andererseits.

Entschlossenes und vorausschauendes Handeln ist gefragt, um unsere Wirtschaft zukunftsfähig zu halten und unseren Wohlstand zu sichern. Eine Projektgruppe der SPD-Bundestagsfraktion hat daher ein 60-Punkte-Konzept gegen Fachkräftemangel erarbeitet. Im Zentrum stehen bildungs- und beschäftigungspolitische Lösungen. Dazu gehören für uns auch die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt und die Verbesserung der Chancen von Migrantinnen und Migranten. Unser oberstes Ziel ist es, gleiche Chancen auf gute Bildung, gute Arbeit und lebenslanges Lernen für alle Menschen zu verwirklichen.

Daher wollen wir noch in dieser Legislatur
  • mehr zweite Chancen schaffen und den Rechtsanspruch auf das Nachholen eines Hauptschulabschlusses durchsetzen,

  • Aufstiegsfortbildungen stärker fördern und dafür das "Meister-BAföG" novellieren und leistungsfähiger machen,

  • einen Hochschulpakt II vereinbaren, der als "Pakt für die Studierenden" 200.000 zusätzliche Studienplätze bis 2015 schafft und außerdem mehr beruflich Qualifizierte an die Hochschulen bringt (Studium für Fachkräfte ohne Abitur).

Spätestens in der nächsten Legislatur wollen wir
  • ein Erwachsenenbildungsfördergesetz für eine Weiterbildungsarchitektur mit System verabschieden, zu der auch ein Rechtsanspruch auf das Nachholen eines Berufsabschlusses gehört,

  • ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft erarbeiten, da die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen und Existenzsichernder Erwerbstätigkeit ein zentraler Schlüssel zur Sicherung der Fachkräftebasis ist,

  • die Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsversicherung umbauen, um durch mehr Prävention in der Arbeitsmarktpolitik und eine bessere Absicherung von Übergängen in veränderten Erwerbsverläufen die Beschäftigungsfähigkeit zu stärken.

Die Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland ist eine gesamtgesellschaftliche und gesamtstaatliche Aufgabe. Der für Herbst geplante Bildungsgipfel bietet daher große Chancen. Die müssen genutzt werden. Wir brauchen konkrete und substanzielle Vereinbarungen zu allen Bildungsbereichen. Der Qualifizierungsgipfel muss zum Auftakt einer echten nationalen Bildungsoffensive werden.


Quelle: Pressemitteilung der SPD-Bundestagsfraktion vom 17.06.2008

Hier können Sie den Abschlussbericht der Projektgruppe "Sicherung der Fachkräftebasis" als pdf-Datei herunterladen.


Verweise zu diesem Artikel:
Schlagworte zu diesem Beitrag: Meister-BAföG
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 14.04.2009

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 16.10.2019