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Gute Konjunktur zum Abbau der Sockelarbeitslosigkeit nutzen

Mit der guten Konjunkturlage gibt es nach Ansicht des DGB endlich die große Chance, den Sockel verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen. Denn noch immer profitiere das Gros der Langzeitarbeitslosen nicht vom Aufschwung, betonte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach anlässlich der neuesten Arbeitslosenzahlen. Nur jeder dritte Hartz IV-Empfänger, der sich aus Arbeitslosigkeit abmelde, finde tatsächlich eine Beschäftigung. Selbst davon sei aber jeder Vierte schon nach drei Monaten wieder arbeitslos, erklärte sie am Dienstag in Berlin.

Die Arbeitsmarktpolitik müsse vorausschauender ausgerichtet werden und dürfe nicht erst auf bereits eingetretene Notlagen reagieren, verlangte Buntenbach. "Die Bundesagentur für Arbeit, aber auch die Unternehmen, müssen deshalb der Förderung von Aus- und Weiterbildung oberste Priorität einräumen. Die Stop-and-Go-Politik der Vergangenheit führt letztlich dazu, dass Fachkräfte fehlen, während Langzeitarbeitslose abgehängt werden." Der derzeit in einigen Berufen erkennbare Fachkräftemangel sei vorrangig eine Folge unzureichender Weiterbildungsinvestitionen von Unternehmen. Gleichzeitig habe aber auch die BA ihre Qualifizierungsförderung in den letzten Jahren "weit über Gebühr" zurückgefahren. Diese Fehlentwicklung könne nur durch eine "kompakte und mittelfristige Qualifizierungsstrategie" korrigiert werden.

Der DGB schlägt deshalb eine Qualifizierungsoffensive der BA für gering qualifizierte Arbeitslose und Beschäftigte vor, erläuterte die Gewerkschafterin. Ein Teil der BA-Überschüsse sollte für ein bundesweites Programm Zweite Chance' für Arbeitslose genutzt werden, damit die Langzeitarbeitslosigkeit nachhaltig zurückgehe. Außerdem müsse vermieden werden, dass Geringqualifizierte im nächsten Konjunkturabschwung zu Langzeitarbeitslosen von morgen würden.

Die Kosten der Qualifizierungsoffensive schätzt Buntenbach, die auch Verwaltungsratsvorsitzende der BA ist, auf mindestens eine halbe Milliarde Euro. "Diese Investitionen in Aus- und Weiterbildung wären gut angelegt und im Gegensatz zu den Spekulationen über vermeintlich gigantische BA-Überschüsse bis 2011 spielend finanzierbar".


Quelle: Pressemeldung des DGB vom 31.07.2007













Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 01.08.2007

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 23.10.2019