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Weiterbildung: Eher für den Job, kaum fürs Privatleben

Umfrage zum 1. Deutschen Weiterbildungstag

Erwachsene in Deutschland qualifizieren sich weiter, um im Job voranzukommen. Die private Entfaltung ist dagegen weniger ein Anreiz für Weiterbildung. Das zeigt eine bundesweite Umfrage von Weiterbildung Hamburg e.V. und Forsa zum ersten deutschen Tag der Weiterbildung am 15. Juni 2007.

Der Job als Bildungsziel Nummer eins

"Wie investieren Sie in Ihre Weiterbildung?" haben Weiterbildung Hamburg e.V. und das Forschungsinstitut Forsa im Mai Erwachsene in ganz Deutschland gefragt. Die Antworten sprechen für ein weiterhin mäßiges Bildungsbewusstsein im beruflichen Kontext: Knapp jeder Dritte (31 Prozent) gibt an, innerhalb der letzten zwölf Monate innerbetriebliche Weiterbildungsangebote verschiedenster Art wahrgenommen zu haben. Außerbetriebliche Kurse zur beruflichen Weiterbildung hat nach eigenen Angaben jeder fünfte Erwachsene (20 Prozent) belegt. Befragt wurden insgesamt 1002 Erwachsene aus dem gesamten Bundesgebiet.

Nachholbedarf: Lernen für das Privatleben

Einen besonders großen Nachholbedarf zeigt die Umfrage im Bereich der privaten, nicht-berufsorientierten Weiterbildung. Nur 15 Prozent der Befragten geben an, sich in den letzten zwölf Monaten systematisch durch allgemeine Bildungsangebote wie Sprach-, Kunst- oder Kulturkurse weitergebildet zu haben. "Eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht wissensdurstige Menschen, die sich regelmäßig weiterbilden und bereit sind, dafür auch Zeit und Geld zu investieren. Das gilt im Berufsleben genauso wie im Privaten", sagt Regina Beuck, Geschäftsführerin von Weiterbildung Hamburg e.V., dem bundesweit ersten Dachverband zur Sicherung von Qualität in der Weiterbildung. In beiden Bereichen zeige die Umfrage noch Entwicklungsbedarf. Ganz besonders gelte dies aber für das Lernengagement im Privatleben. "Weiterbildung etwa in Kunst oder Kultur schult die Kreativität und öffnet den Geist für Neues, das kommt nicht zuletzt auch dem Job zugute", betont Beuck.

Bildungsmuffel 60 plus

Das geringste Interesse an Weiterbildung äußerte in der Umfrage die Gruppe der über 60-Jährigen. Mehr als jeder Zweite von ihnen (55 Prozent) gab an, nichts zu unternehmen, um im Leben weiter dazu zu lernen. "Diese hohe Zahl gibt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der immer schnelleren technischen Entwicklung zu denken", betont Beuck. "Wer auch als Rentner weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben will, muss auf dem Laufenden bleiben." Internet- oder Fotokurse speziell für Ältere, aber auch Kultur- oder Sportlehrgänge für die Gruppe 50 plus nähmen daher immer mehr Weiterbildungsanbieter in ihr Programm auf. "Die Nachfrage nach Bildungsangeboten für Ältere wächst", berichtet Beuck. "Insgesamt stehen wir da aber noch am Anfang."


Quelle: bildungsklick.de

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 12.06.2007

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 14.10.2019