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Pläne für Ausbau der Integrationskurse nicht ausreichend

Auch Erhöhung auf 900 Stunden zu wenig, um nötige Sprachpraxis zu vermitteln

Als nicht ausreichend bewertet der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. (VDP) die Pläne der Bundesregierung für einen Ausbau der Integrationskurse für Zuwanderer. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung haben sich Union und SPD darauf geeinigt, die Dauer der Kurse von derzeit 630 auf 900 Stunden zu erhöhen. Zudem erwäge die Koalition, die bisherige Vergütung von nur 2,05 Euro pro Teilnehmer und Unterrichtsstunde zu erhöhen, so das Blatt.

„Bei der derzeit geltenden Höchstgrenze von 25 Teilnehmern pro Kurs reichen auch 900 Stunden nicht aus, um den Teilnehmern die nötige Sprachpraxis zu vermitteln“, kritisiert VDP-Vizepräsident Gerhard Gleichmann. „Nötig wäre mindestens eine Verdoppelung der bisherigen Stundenzahl, vor allem, weil den Teilnehmern neben den Sprachkenntnissen ja auch noch grundlegendes Wissen über Rechtsordnung, Geschichte und Kultur vermittelt werden soll.“

Die geplante Verbesserung der Vergütung für die Kursanbieter begrüßt der VDP zwar grundsätzlich: „Die bisher gezahlten 2,05 Euro pro Teilnehmer und Unterrichtsstunde lassen weder eine qualitative Arbeit der Kursträger noch eine angemessene Honorierung der Kursleiter zu“, erläutert Gleichmann. „Besser als eine Erhöhung dieses Pro-Kopf-Betrags wäre jedoch eine kursbezogene Abrechnung, sodass auch die Teilnehmerzahl im Sinne eines intensiveren Unterrichts reduziert werden kann“, fordert der VDP-Vizepräsident. Seine Vorschläge im Zusammenhang mit den Integrationskursen hat der Verband bereits im Mai in einem Positionspapier mit dem Titel „Echte Integration gibt es nicht im Schnellverfahren“ zusammengefasst.

In diesem Zusammenhang kritisiert der VDP auch den häufig gebrachten Hinweis, dass nur knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen der Integrationskurse sich der freiwilligen Abschlussprüfung stellen. „Dies als mangelnde Integrationsbereitschaft der Teilnehmer zu sehen, ist Unsinn“, so Gleichmann. „Die Kursträger sind angewiesen, nur solche Teilnehmer zur Prüfung anzumelden, die mit guter Aussicht auf Erfolg auch auf dem Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens bestehen können. Da aber viele Teilnehmer mit den angebotenen 600 Stunden Sprachunterricht dieses Ziel nicht erreichen können, werden sie auch nicht zur Prüfung angemeldet.“

Quelle: Pressemitteilung Nr. 25/06 des Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. (VDP)

Das Positionspapier mit dem Titel „Echte Integration gibt es nicht im Schnellverfahren“ können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.



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Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 16.08.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 23.10.2019