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Situation und Perspektiven der Dozentinnen und Dozenten in den Integrationskursen der nordrhein-westfälischen Volkshochschulen

In dem Antwortschreiben werden die Volkshochschulen als unverzichtbares kommunales Gestaltungsinstrument im System des Lebenslangen Lernens bezeichnet. Die Lage der HonorardozentInnen wird als unbefriedigend bezeichnet. Wörtlich heißt es in dem Antwortschreiben:

“Aufgrund der Situation am Arbeitsmarkt sowie der restriktiven Einstellungspolitik des Landes im Schulbereich vor allem in den 80er Jahren sind verstärkt Personen mit pädagogischer Ausbildung an den Volkshochschulen tätig, für die ihre Dozententätigkeit des facto die einzige bzw. eine wesentliche Einkommensquelle darstellt. Wenngleich der arbeits- und sozialrechtliche Statur dieser Dozenten eindeutig nicht dem eines Arbeitnehmers entspricht, ist die Stellung dieser Dozentengruppe aus sozialer Perspektive bzw. wegen der fehlenden sozialen Absicherung problematisch.“ (...)

„Wenngleich es wünschenswert wäre, an den Volkshochschulen vor allem in denjenigen Bereichen, wo ähnlich wie bei den Schulabschlussklassen Aufgaben auf Dauer zu bewältigen sind, zusätzliches hauptamtliches Personal einzustellen, stößt dies angesichts der bekannten problematischen Haushaltssituation der Kommunen an finanzielle Grenzen. Dies gilt um so mehr, als das Land seit dem Jahr 2000 die Landesförderung der Weiterbildung um 20% gekürzt hat. Im Haushaltsentwurf 2007 ist eine weitere Kürzung im Umfang von 18 % vorgesehen, so dass sich gegenüber 2000 insgesamt eine Kürzung von 38 % ergibt. Für die Kommunen würde dies einen Rückgang der Landesförderung von 54 Mio. im Jahr 2000 auf 33,5 Mio. Euro bedeuten. Im Falle Umsetzung einer neuerlichen Kürzung wäre die Existenz zahlreicher Volkshochschulen gefährdet, da die Kommunen die Kürzungen nicht kompensieren könnten. Die kommunalen Pflichtaufgaben in der Weiterbildung aufgrund des Weiterbildungsgesetzes wäre nicht mehr erfüllbar. Wir sind daher bemüht, die geplante neuerliche Kürzung zu verhindern und mit dem Land in Verhandlungen mit dem Ziel einzutreten, eine verlässliche Grundförderung der Weiterbildung bis zum ende der Legislaturperiode 2010 zu erreichen.

Insgesamt müssen wir daher feststellen, dass wir vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der Weiterbildungsförderung des Landes sowie der prekären Haushaltsituation der Kommunen keine Möglichkeit zur Schaffung weiterer hauptamtlicher Beschäftigung an den kommunalen Volkshochschulen Nordrhein-Westfalen sehen.“


Antwortbrief von Klaus Hebborn im Auftrag des Deutschen Städtetages NRW an die veranstaltenden Gewerkschaften ver.di und GEW vom 28. Juli 2006


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 19.08.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 18.04.2019