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Zurck zur bersicht

Verbund Weiterbildungsstatistik liefert regelmäßig Institutionendaten zur allgemeinen Weiterbildung

Wer gehört zum Verbund Weiterbildungsstatistik?

Im Verbund Weiterbildungsstatistik sind diejenigen Bundesorganisationen zusammengeschlossen, die für die öffentlich geförderte, allgemeine und politische Weiterbildung stehen. Zusammen mit dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung als Servicezentrum arbeiten sie an dem Aufbau einer bundesweiten Weiterbildungsstatistik. Ziel dieses freiwilligen Anbieterverbundes ist es, für die beteiligten Weiterbildungsorganisationen ein Gesamtbild der Erwachsenenbildungspraxis zu gewinnen.

Zum Verbund gehören der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV), dessen Volkshochschul-Statistik schon seit 1962 besteht, sowie seit 2000 der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB), der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (BAK AL), die Deutsche evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE). Der Verbund wird durch Aufbauprojekte seit 2000 bis 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Wie werden die Daten erhoben?

Die Weiterbildungseinrichtungen, die Mitglied in den genannten Dachorganisationen sind, füllen im jährlichen Turnus einen Fragebogen aus. Die Daten werden am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung gesammelt, aufbereitet und in die Datenbasis der Verbundstatistik eingespeist. Aus den Einzeldaten erstellt und veröffentlicht das DIE Gesamtauswertungen wie die Weiterbildungsstatistik im Verbund 2004. Gleichzeitig werden als Service für die Einzeleinrichtungen und deren Verbände exklusiv individuelle Auswertungen erstellt, die diesen zur Außendarstellung und Organisationssteuerung dienen.

Welche Daten werden erhoben?

Die Weiterbildungsstatistik im Verbund enthält Informationen zu folgenden Themenbereichen:
  • Institution und Rechtsformen
  • Personal
  • Finanzierung
  • Leistungsdaten (durchgeführte Kurse, Unterrichtsstunden, Belegungen)
  • Themenbereiche der durchgeführten Veranstaltungen

Damit ist die Statistik des Verbunds Weiterbildungsstatistik eine Leistungsstatistik, mit der Daten zum Input (Finanzierung, Personalressourcen) ins Verhältnis zum Output (Veranstaltungen der Weiterbildungsträger) gesetzt werden können.

Mit den vorhandenen Daten können für den Bereich der allgemeinen und politischen Weiterbildung und für die berufliche Weiterbildung, sofern sie von den Partnern angeboten werden, Gesamtsummen der erhobenen Merkmale bei den teilnehmenden Einrichtungen berechnet sowie Hochrechnungen auf die Gesamtheit der in den fünf Partnerverbänden organisierten Einrichtungen vorgenommen werden. Differenzierungen sind grundsätzlich möglich nach:
  • Bundesländern
  • Trägerorganisation
Die regionale Repräsentativität der Daten auf Länderebene ist momentan noch dadurch begrenzt, dass nicht in allen Bundesländern Einrichtungen aus allen Trägerbereichen Daten geliefert haben (siehe Reitz/Reichart 2006, Tabelle 1.1). Zudem sind einzelne Trägerorganisationen nicht in allen Bundesländern vertreten.

Im Berichtsjahr 2004 haben sich an der Erhebung im Verbund Weiterbildungsstatistik 2.013 von rund 2.430 geschätzten Einrichtungen beteiligt. Damit liegt die Erfassungsquote insgesamt bei 83%.

Je nach zugrunde gelegtem Kriterium steht die Statistik des Verbunds Weiterbildungsstatistik damit für ein gutes Achtel aller deutschen Weiterbildungseinrichtungen bzw. etwa ein Fünftel aller Teilnahmefälle in Deutschland; betrachtet man nur die allgemeine Weiterbildung, ist über ein Drittel der Teilnahmefälle durch die Verbundstatistik abgedeckt. Schwerpunkt ist die öffentlich geförderte, allgemeine und politische Weiterbildung; jedoch wird von den Trägern in unterschiedlichem Ausmaß auch berufliche Weiterbildung angeboten, die ebenfalls mit erfasst wird.

Was kann man aus den Daten lesen? Ausgewählte Ergebnisse des Berichtsjahrs 2004

Finanzierung der Einrichtungen im Verbund

Insgesamt betrug das Finanzierungsvolumen aller in der aktuellen Statistik erfassten Einrichtungen im Jahr 2004 1.227.255.000 Euro. Rechnet man diese Zahl auf alle den Verbundsmitgliedern angehörenden Einrichtungen hoch, so ergibt sich bundesweit ein Gesamt-Finanzvolumen von ca. 1.395 Millionen Euro.

Zu dieser Summe tragen öffentliche Haushalte knapp die Hälfte des Budgets bei (48,9%). In der Grafik (siehe Abbildung 1) sind das die „Öffentlichen Mittel“ sowie kommunale Mittel als Eigenmittel des Trägers bei den Volkshochschulen. Außer von den Kommunen stammen öffentliche Mittel von der Europäischen Union, vom Bund, über Maßnahmen nach SGB III, sowie von den Bundesländern (nach Weiterbildungsgesetz oder über sonstige Förderung).



Die Volkshochschulen als dezidiert öffentliche Instanzen der Weiterbildung mit ihrem Auftrag zur flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung erhalten die meisten ihrer öffentlichen Mittel durch die Kommunen und in geringerem Maße durch das jeweilige Bundesland, während bei den anderen Trägerorganisationen jeweils das Bundesland der größte öffentliche Geldgeber ist.

Die Teilnehmenden tragen mit Ihren Gebühren über ein Drittel zur Finanzierung der Weiterbildung bei den beteiligten Weiterbildungsorganisationen bei. Eigenmittel der Träger kommen außer bei den Volkshochschulen (kommunale Träger) vor allem bei den kirchlichen Einrichtungen vor.

Themenspektrum der Trägerbereiche

Charakteristische Unterschiede zwischen den Trägerbereichen zeigen sich auch im Themenspektrum der durchgeführten Kurse (siehe Abbildung 2). Im Jahr 2004 wurden insgesamt gut 745.000 Angebote ausgewertet (Kurse, Seminare, Lehrgänge ohne Einzelveranstaltungen). Folgende neun Themenbereiche werden in der Verbundsstatistik unterschieden:
  1. Politik – Gesellschaft
  2. Familie – Gender – Generationen
  3. Religion – Ethik
  4. Umwelt
  5. 5 Kultur – Gestalten
  6. Gesundheit
  7. Sprachen
  8. Arbeit – Beruf
  9. Grundbildung – Schulabschlüsse

Angebote zu Themen aus Politik und Gesellschaft nehmen bei den beiden Verbänden AdB und AL mit über 50% der Veranstaltungen den größten Raum ein; beide Verbände verstehen sich auch vorrangig als Träger politischer Bildung. Bei den beiden kirchlichen Trägerverbänden entfallen jeweils ein gutes Drittel der Veranstaltungen auf den Themenbereich Familie – Gender – Generationen; auch sind die kirchlichen Trägerverbände die einzigen, deren Einrichtungen zu einem relevanten Anteil (DEAE: 18%, KBE: 14%) Veranstaltungen zum Themenbereich Religion – Ethik durchführen. Die thematischen Schwerpunkte der Volkshochschulen liegen auf Gesundheit (28%) und Sprachen (29%). Auch Kultur – Gestalten (18%) sowie Arbeit – Beruf (14%) sind relevante Themenfelder; alle anderen Themen sind jedoch (bis auf Religion – Ethik, zum dem sehr wenige Veranstaltungen stattfinden) auch an Volkshochschulen vertreten.

Insgesamt zeigt der Vergleich der verschiedenen Trägerorganisationen, dass sich ihre Angebote der allgemeinen und politischen Weiterbildung gut ergänzen. Die einzelnen Weiterbildungsorganisationen haben jeweils ihre spezifischen Schwerpunkte; alle zusammen jedoch decken ein breites Themenspektrum ab.

Wie geht es weiter?

Die Weiterbildungsstatistik im Verbund wird kontinuierlich ausgebaut, um mit der Zeit alle Einrichtungen der beteiligten Weiterbildungsorganisationen abzudecken. Damit wird ein Beitrag geleistet, um langfristig verlässliche Daten zum gesamten Weiterbildungssystem zu gewinnen. Ende 2006 werden voraussichtlich die Zahlen des Berichtsjahrs 2005 erscheinen.

Quelle: Der Text ist erschienen beim Deutschen Institut für Erwachsenenbildung und dort mit den Anmerkungen und Literaturangaben unter DIE-Bonn/Fakten als pdf-Datei abrufbar.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 08.08.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 20.06.2019