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Männer profitieren von Weiterbildung

Nach einer Studie, die im Auftrag der Regierungskommission "Finanzierung lebenslangen Lernens" erstellt wurde, profitieren vor allem Männer zwischen 20 und 44 Jahren mit Vollzeitjob von Weiterbildung: Sie haben ein geringes Arbeitslosen-Risiko, ein höheres Einkommen und machen schneller Karriere. Für Frauen zahlt sich Weiterbildung häufig nicht aus.

Auch die Behauptung der Arbeitgeber, sie würden schon viel für Weiterbildung tun, hält internationalen Vergleichen nicht stand:

FR: Die deutschen Metall-Arbeitgeber sagen, sie würden schon viel tun: Demnach betreiben sieben von zehn Unternehmen Weiterbildung.

Gerhard Bosch: Das sagt nicht viel aus. Wenn eine Firma mit 10.000 Beschäftigten einen Arbeitnehmer qualifiziert, kann sie sagen: Wir sind in der Weiterbildung aktiv. Interessanter sind die Investitionen: In Schweden und Dänemark geben Betriebe des verarbeitenden Gewerbes 2,6 Prozent der Arbeitskosten für Qualifizierung aus. In Deutschland sind es nur 1,3 Prozent. In Schweden nehmen jährlich zwei Drittel der Beschäftigten an einer Weiterbildung teil, in Deutschland ist es nur ein Drittel. Das ist ein Grund, warum in Schweden sehr viele ältere Menschen erwerbstätig sind. Wir sollten von den Champions in Sachen Bildung lernen, und das sind die Skandinavier.

FR: Bilden sich denn heute in Deutschland mehr Menschen weiter als früher?

Gerhard Bosch: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Ende der 90er Jahre nahm jeder zweite Metall-Beschäftigte an einer beruflichen Weiterbildung teil, im Jahr 2003 war es nur noch jeder Dritte. Das ist eine dramatische Abwärtsentwicklung. Ein Grund dürfte die Wirtschaftskrise sein. Klar ist: So kann es nicht weiter gehen, sonst rutscht unsere Wirtschaft in die zweite Liga ab.

Sie können das vollständige Interview auf der Homepage der Frankfurter Rundschau nachlesen.


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 30.04.2006