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Bundesrechnungshof rügt mangelnde Erfolgskontrolle der beruflichen Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)

Nach Ansicht des Bundesrechnungshofs hat die BA darauf verzichtet, das Verfahren der Qualitätsprüfungen überhaupt zu klären. "Einheitliche Qualitätskriterien, Bewertungsschemata und Kontrollabläufe" seien jedoch unverzichtbar, um "die Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit der Prüfergebnisse zu gewährleisten". So die Frankfurter Rundschau (FR) vom 24.12.2005. Die BA habe es versäumt, die Qualitätsprüfungen der neuen Rechtslage vom 1. Januar 2003 anzupassen.

Bildungsgutscheine

Ein besonderes Problem stellen offensichtlich die Bildungsgutscheine dar. Zahlreiche Bildungsgutscheine verfallen, weil sie nicht eingelöst werden. Die Einlösungsquote lag 2003 und 2004 bei 80 Prozent, im ersten Halbjahr 2005 gab es einen leichten Anstieg auf 83 Prozent. Da die Agenturen nicht mehr mit den Weiterbildungsanbietern zusammen arbeiten dürfen, würden Mängel nur erkennbar, wenn Teilnehmer die Mängel der BA mitteilen würden. Ein System der Erfassung und Kontrolle von Qualitätsmängel existiert bei Bildungsgutscheinen anscheinend nicht.

Die Prüfer kommen laut FR zudem zu dem Ergebnis, dass die Bundesagentur "weder auf zentraler noch auf regionaler Ebene über ein gezieltes, maßnahmebezogenes Fachcontrolling" verfüge. So konnte weder die Bundesagentur selbst noch eine ihrer Niederlassungen in den Bundesländern prüfen, ob die Weiterbildungs-Milliarden sinnvoll ausgegeben wurden. Die BA will zu dem Bericht in Kürze Stellung nehmen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente werden auf Wirksamkeit überprüft

Nach Darstellung von Hammersen testet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gegenwärtig ein Instrument, mit dem die Wirkung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen gemessen werden könne., so die FTD vom 27. 12. 2005. „Mit diesem Instrument werden wir der Politik sagen können, was was bringt", sagte Hammersen. Ergebnisse solcher Prüfungen werde es erstmals 2006 geben. "Die Politik muss dann entscheiden, welche Maßnahmen sie fortführt und welche nicht." Die BA will damit auch die Zahl der inzwischen 70 Instrumente der Arbeitsmarktpolitik drastisch reduzieren.

Sie können den Bericht der Frankfurter Rundschau und den Bericht der Financial Times Deutschland auf deren Homepages nachlesen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 30.04.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 21.10.2019