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Bildung im Erwerbsleben

Das Bundesforschungsministerium fördert 16 innovative Forschungsprojekte von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern

Ab dem 1. Dezember 2005 werden sechzehn unterschiedliche Forschungsprojekte zum Thema "Bildung im Erwerbsleben" mit jeweils 20.000 Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das ist das Ergebnis eines Expertisenwettbewerbs, den der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) im Auftrag des BMBF ausgeschrieben hat. Der RatSWD ist ein vom BMBF berufenes, unabhängiges Gremium von Wissenschaftlern der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung und Datenproduzenten zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur und in Deutschland.

Die aus 34 eingegangen Projektvorschlägen ausgewählten 16 Forschungsvorhaben beschäftigen sich mit sehr unterschiedlichen Themen. So geht ein Volkswirt der Frage nach, ob es zwischen dem Verbleib älterer Arbeitnehmer im Betrieb und dem Angebot an betrieblicher Weiterbildung einen Zusammenhang gibt. Ein Soziologinnen-Team will herausfinden, ob und zu welchen Bedingungen man durch Weiterbildung aus einer prekären Lebenslage herausfinden kann. Eine Nachwuchs-Pädagogin aus Wuppertal beschäftigt sich mit der freiwilligen Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Auch die Künstler sind ins Visier der Forscher geraten. Können wir alle etwas von Künstlern lernen? Wie viele Jobs haben sie gleichzeitig? Eine junge Soziologin untersucht Bildungsverhalten und Mehrfachbeschäftigung von Künstlern.

Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen konnten ihre Projektentwürfe allein oder als Team bis zum 15. September beim RatSWD einreichen. Teilnahmebedingung für die jungen Bewerber: Die empirischen Analysen zu den vorgeschlagenen Studien müssen auf Daten der amtlichen Statistik basieren. Zur Wahl stehen z.B. Mikrozensen, das Betriebspanel sowie die Beschäftigtenstichprobe des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Diese Daten stehen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erst seit kurzem in neu gegründeten und vom BMBF finanziell unterstützen Forschungsdatenzentren zur Verfügung. Jeder der eingegangenen Projektvorschläge wurde von mindestens zwei fachlich ausgewiesenen Professoren begutachtet.

Mit dem neuen Instrument "Expertisenwettbewerb" wollen das BMBF und der RatSWD gezielte Impulse setzen, betont Prof. Dr. Gert G. Wagner, Vorsitzende des RatSWD und Mitglied des Wissenschaftsrates:
  • "Die Methodenkompetenz des wissenschaftlichen Nachwuchses im Umgang mit Daten der amtlichen Statistik soll nachhaltig verbessert werden. Insbesondere die Verknüpfung verschiedener Datensätze ist methodisch sehr anspruchsvoll, kann aber gleichzeitig die Aussagekraft der Studien entscheidend erhöhen.
  • Durch die Studien können Forschungslücken rund um das hochaktuelle Thema 'Lebenslanges lernen' gezielt geschlossen werden."

Das stärkt nicht nur die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Die Ergebnisse dieser praxisnahen, aber gleichzeitig methodisch anspruchsvollen Forschung sind auch für die politischen Entscheidungsträger unmittelbar von Bedeutung, denn Forschungslücken sind auch Wissenslücken. Angesichts der demografischen Entwicklungen muss man wissen, was Berufstätige und Betriebe heute schon tun, um ihre Kompetenz in einer sich sehr schnell wandelnden Arbeitswelt zu erhalten, und wie lebenslanges Lernen erfolgreich gestärkt werden kann.

Erste Ergebnisse werden am 11. und 12. Mai 2006 auf der 3. Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten in Wiesbaden präsentiert.

Pressemitteilung 20.12.2006, Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD)


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 30.04.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 25.04.2019