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Weiterbildung für die Wissensgesellschaft

Investitionen in Weiterbildung werden von den Unternehmen an Bedingungen geknüpft. In der Studie heißt es dazu:

„Neun von zehn Unternehmen wollen auch künftig in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Die Unternehmen sind sich allerdings bewusst, dass Investitionen in die Weiterbildung nicht ziel- und bedingungslos vorgenommen werden sollten – vor allem nicht unter den Bedingungen des erhöhten Kostendrucks, unter dem die Unternehmen stehen.“

58,5% der Unternehmen fordern Urlaubs- und Freizeitverzicht ihrer Mitarbeiter, um mehr in Weiterbildung zu investieren. Fast jedes fünfte Unternehmen (18,7%) erwartet eine finanzielle Beteiligung der Mitarbeiter. Für 49% der Unternehmen muss sich die Weiterbildung in angemessener Zeit rechnen.

Besonders wenden sich die Unternehmen gegen „staatliche Eingriffe in die Weiterbildung“. In der Untersuchung heißt es dazu: „Die Politik ist stets in der Versuchung, bei den Wählern mit Versprechungen zur Bildung zu punkten. Vor allem die Linke fordert eine so genannte vierte Säule des Bildungssystems mit umfassenden gesetzlichen Reglementierungen zur Weiterbildung in Deutschland. Damit könnte neben den Schulen und Hochschulen ein zusätzliches vom Staat reguliertes System entstehen, das die Bildung aller Erwerbstätigen organisiert. Oder es würden Auflagen gemacht, die mit einer weiteren finanziellen Belastung für die Betriebe verbunden wäre. Zwei Drittel der Unternehmen lehnen jedoch jeglichen Eingriff in den bestehenden Markt der beruflichen Weiterbildung ab.“

Bei Einführung eines Bundesbildungsgesetzes, dass jedem Beschäftigten einen garantierten Anspruch auf Weiterbildung geben würde, würden 49,1% der Unternehmen aus der freiwilligen Weiterbildung aussteigen. 29,6% der Unternehmen erklären, dass sie dann auch die betriebliche Erstausbildung einstellen würden. Für den DIHK muss Lebenslanges Lernen dem freien Spiel der Marktkräfte untergeordnet werden. „Lebenslanges Lernen muss auch zukünftig ein weitgehend staatsfreier Raum bleiben. Die Politik muss sich darauf konzentrieren, optimale Rahmenbedingungen für den freien Weiterbildungsmarkt zu garantieren.“

Für Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK, lässt sich aus der Untersuchung als Fazit festhalten:

„Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen kann gesteigert werden. Dazu müssen die Mitarbeiter ihren Beitrag in Form von Zeit und - in einem geringeren Maß â€“ von Geld leisten. Zweitens sollten Angebote auf dem Markt betriebsspezifischer gestaltet werden.“
(...)
„Die Politik sollte sich nicht zu Eingriffen in den Markt der beruflichen Weiterbildung treiben lassen. Vielmehr ist es Aufgabe des Staates, die derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu garantieren, um einen freien und vielfältigen Markt zu erhalten. Wie der Markt, so sollten auch die Betriebe weiterhin frei von jeglichen politisch motivierten Eingriffen in die Personalarbeit bleiben. Dies gilt es auch bei den Koalitionsverhandlungen zu beachten.“

Quelle: IHK-Unternehmensbarometer September

Sie können die Auswertung der Umfrage und die Stellungnahme von Dr. Wansleben auf der Homepage des DIHK als pdf-Datei herunterladen.


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 30.04.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 25.06.2019