Selbstständige in der Weiterbildung

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Bildungsgipfel: Integrationslehrer werden dramatisch unterbezahlt

ver.di fordert mindestens 3 Euro pro Kursteilnehmer

Der ver.di- und GEW-Arbeitskreis Tarifvertrag für Dozentinnen und Dozenten an Berliner Volkshochschulen und die Vertretung Berliner VHS-Dozent(inn)en fordern den Bildungsgipfel von Bund und Ländern am 22. Oktober 2008 in Dresden auf, mehr Geld für die Integration bereit zu stellen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das im Innenministerium angesiedelt ist, zahlt derzeit einen Zuschuss von 2,35 Euro pro Teilnehmer der Integrationskurse. "Dieser Zuschuss muss auf mindestens drei Euro erhöht werden, um eine angemessene Bezahlung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer zu ermöglichen", so André Pollmann, zuständiger ver.di-Fachsekretär: "Ihre gesamte Situation ist prekär: Sie erhalten keine Honorarfortzahlung bei Krankheit, keine angemessene Vorsorgemöglichkeiten fürs Alter, keinerlei Beschäftigungssicherung. Sie werden in den Schulferien nicht bezahlt."

Für den Unterricht in Integrationskursen verlangt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge von Dozenten einen Studienabschluss Deutsch als Fremdsprache oder eine vergleichbare Qualifikation. Die Integrationslehrer unterrichten auf allen Sprachniveaus - von der Alphabetisierung an und bewerten Einbürgerungstests. Sie entscheiden mit über die Zukunft von Migranten in Deutschland.

Die öffentlichen und privaten Kursträger zahlen sehr unterschiedliche Honorare. Aber selbst bei Vollzeitarbeit an einer öffentlichen Volkshochschule bleiben nach Abzügen nur um die 1300 Euro Honorar pro Monat übrig.

"Viele Integrationslehrerinnen und Integrationslehrer sind überarbeitet und leisten regelmäßig Überstunden, um ihre Familien zu ernähren", so Pollmann weiter.

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch die FDP-Fraktion im Bundestag: "Durch die unsichere Einnahmesituation und die hohen Fixkosten sind die Honorare der Sprachlehrer stark unter Druck geraten und können teilweise nicht mehr als auskömmlich betrachtet werden. Teilweise verdienen Lehrkräfte weniger als die ALG-II-Empfänger, die sie unterrichten", heißt es in dem FDP-Antrag, der von der integrationspolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Sibylle Laurischk auf den Weg gebracht wurde.


Quelle: Presseinfo Nr. 189 vom 22.10.2008, ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Landesbezirk Berlin-Brandenburg


Schlagworte zu diesem Beitrag: Volkshochschule, Honorar
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 14.04.2009

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 19.12.2018