Allgemeine und politische Weiterbildung

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Stabile Beziehungsgeflechte in der Weiterbildung

Kooperationen in der Weiterbildung – Bringen sie Strukturwandel und neue Sicherheiten?

Messung von Kooperationsaktivitäten als neues Terrain der Weiterbildungsforschung

Mit der zunehmenden Bedeutung von Kooperationen gewinnt auch die Messung von Kooperationsaktivitäten auf der Ebene der Einrichtungen als neues Terrain der Weiterbildungsforschung an Gewicht. Obzwar die bekannten Institutionenstatistiken, wie die Volkshochschul-Statistik und die Statistik des Verbunds Weiterbildung auch Kooperationsaktivitäten erfassen, sind genauere Aufschlüsse darüber nur eingeschränkt möglich. Der Grund liegt in der Verschiedenheit der Erhebungssystematiken. Wird in der Verbundstatistik lediglich nach bestehenden institutionellen Kooperationen (ja/nein) gefragt, so werden in der Volkshochschulstatistik nur Kooperationen gezählt, die in gemeinsame Veranstaltungen münden. Ein weiterer Grund liegt darin, dass in der Verbundstatistik je nach Trägerbereich unterschiedliche Gesamtzahlen von Einrichtungen erfasst werden, die kein klares Bild der jeweiligen Grundgesamtheiten von Einrichtungen ermöglichen. Dadurch werden prozentuale Vergleiche zu Kooperationsaktivitäten von Einrichtungen der verschiedenen Trägerbereiche erschwert. Im Folgenden wird daher an ausgewählten Befunden aus dem Verbund Weiterbildungsstatistik und der Volkshochschulstatistik sowie unter Hinzuziehung weiterer empirischer Befunde aus einer explorativen Studie gezeigt, welche Zusammenhänge von Kooperationsaktivitäten und institutionellem Wandel sich in der öffentlich-rechtlichen Weiterbildung abzeichnen.


Insgesamt hohe Kooperationsaktivität

Die Relevanz von Kooperationen in der öffentlich-rechtlichen Weiterbildung ist unbestreitbar (vgl. Dollhausen/Feld 2010, Dollhausen 2010, S. 59ff.). Dies belegten bereits die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung der ersten Halbzeit des BMBF-Programms „Lernende Regionen – Förderung von Netzwerken“: Hier waren mit 34 Prozent aller beteiligten Einrichtungstypen die öffentlich-rechtlichen Weiterbildungseinrichtungen sowie Verbünde regionaler Einrichtungen deutlich überproportional häufig vertreten (vgl. Dobischat/ Stuhldreier/Düsseldorf 2006, S. 61). Auch die Zahlen der Verbundstatistik und Volkshochschulstatistik spiegeln die hohe Kooperationsaktivität von Einrichtungen der öffentlich-rechtlichen Weiterbildung wider. Es zeigt sich allerdings auch, dass die dem Deutschen Volkshochschulverband angeschlossenen Volkshochschulen (DVV/VHS) im Vergleich zu Einrichtungen anderer Träger, wie etwa dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB) und der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben (AL), bislang eine etwas zurückhaltendere Kooperationspolitik pflegen.


Die detaillierte Auswertung finden Sie in den DIE-FAKTEN unter http://www.die-bonn.de/doks/dollhausen1002.pdf.


Quelle: Pressemeldung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) vom 12. Januar 2011.


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 13.01.2011

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 19.07.2018