Lebenslanges Lernen

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Stellungnahme der Bundesregierung

Nationaler Bildungsbericht 2008 – Bildung in Deutschland

Einleitend stellt die Bundesregierung fest:

„Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder haben im Dezember 2007 vereinbart, mit einer gemeinsamen Qualifizierungsinitiative ein deutliches bildungspolitisches Signal zu setzen. Die zuständigen Fachministerinnen und -minister des Bundes und der Länder wurden beauftragt, bis zum Treffen der Regierungschefs im Oktober 2008 Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in einer „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“ zu bündeln. Zentrales Ziel ist, Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei, die Bildungschancen in allen Bildungsbereichen – von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung – zu erhöhen sowie die Übergänge innerhalb des Bildungssystems und zum Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt zu verbessern. Hierzu werden Bund und Länder gemeinsame Ziele und abgestimmte Maßnahmen vereinbaren.“


Zu den Ergebnissen im Bereich der Weiterbildung erklärt die Bundesregierung:

“Beschäftigungsfähigkeit durch Weiterbildung und lebenslanges Lernen fördern

Ergebnisse
Die bis 2004 kontinuierlich gesunkene Weiterbildungsbeteiligung ist auf einem niedrigen Niveau zum Stillstand gekommen; in den neuen Ländern ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Personen mit geringer Qualifikation und Ältere beteiligen sich nach wie vor deutlich weniger an Weiterbildung als gut qualifizierte und jüngere Menschen. Auch die Häufigkeit informeller Lernaktivitäten ist vom Bildungs- und Qualifikationsstand abhängig. Die Weiterbildungsausgaben der Bundesagentur für Arbeit und der Wirtschaft sind deutlich zurückgegangen.

Schlussfolgerungen
Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit hängen u. a. von der Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung ab, denn nur so können auch angesichts des demographischen Wandels Beschäftigungsfähigkeit erhalten und neue Qualifikationspotenziale erschlossen werden. Darüber hinaus eröffnet Weiterbildung neue Berufs- und Lebensperspektiven. Die Weiterbildungsquote muss deshalb insbesondere mit Blick auf die Zielgruppen „Ältere“ und „gering Qualifizierte“ gesteigert werden. Insgesamt strebt die Bundesregierung an, die Beteiligung an Weiterbildung bis 2015 auf 50 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu steigern. Dazu ist eine Verbesserung der Weiterbildungsstrukturen ebenso wie eine Erhöhung der Investitionen in Weiterbildung notwendig. Hier sind vor allem die Unternehmen in der Verantwortung.

Maßnahmen
Im April 2008 hat die Bundesregierung die Konzeption zum Lernen im Lebenslauf verabschiedet. Sie beinhaltet zahlreiche Initiativen, um lebenslanges Lernen zu erleichtern. Dazu zählt zum Beispiel die Stärkung regionaler (Weiter-)Bildungsstrukturen durch das geplante Programm „Lernen vor Ort“, in dem auch ein regionales Bildungsmonitoring erprobt werden soll. Um die Bereitschaft jedes Einzelnen zu fördern, mehr für die eigene Weiterbildung zu tun, führt die Bundesregierung eine Bildungsprämie ein. Die Prämie richtet sich besonders an Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen. Ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm zur Weiterbildung soll helfen, künftige Maßnahmen noch zielgerichteter auf den Bedarf sowohl der Angebots- als auch der Nachfrageseite auszurichten.

Das Meister-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) unterstützt die berufliche Aufstiegsfortbildung finanziell und erleichtert die Gründung von Existenzen. Nachdem das Meister-BAföG schon entsprechend der bereits beschlossenen Erhöhung der BAföG-Sätze für Studierende erhöht wird, beabsichtigt die Bundesregierung darüber hinaus, mit einer Novelle des Gesetzes den Personenkreis und die förderungsfähigen Fortbildungen zu erweitern.

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach SGB II und SGB III ist von 2005 bis 2007 stark ausgeweitet worden: 2005 gab es 132 521 Eintritte in diesem Bereich, 2006 246 789 und 2007 341 262. Zur Stärkung der Qualifizierung von so genannten Geringqualifizierten sowie von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmern führt die Bundesagentur für Arbeit zudem ein Sonderprogramm („WeGebAU“) mit einem Mitteleinsatz von jährlich 200 Mio. Euro fort.“


Quelle: Stellungnahme der Bundesregierung zum Nationaler Bildungsbericht 2008, Bundestagsdrucksache 16/10206


Weitere Informationen zum Nationalen Bildungsbericht 2006

Schlagworte zu diesem Beitrag: Meister-BAföG
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 14.04.2009

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 19.12.2018