Berufliche Weiterbildung

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Weiterbildung in Schleswig-Holstein wieder im Kommen

Die Schleswig-Holsteiner sind lernaktiver als im Bundesdurchschnitt, es beteiligen sich wieder mehr Erwerbstätige an Weiterbildung, und die Betriebe unterstützen ihre Mitarbeiter dabei offensichtlich stärker als in der Vergangenheit. Das ergibt sich aus einer repräsentativen Erhebung über die Weiterbildungsbeteiligung der Erwachsenen in Schleswig-Holstein, die das Kieler Wirtschaftsministerium im Rahmen des bundesweiten Berichtssystems Weiterbildung durchführen lassen hat. Der Ergebnisbericht „Weiterbildung in Schleswig-Holstein“ des Sozialforschungsinstitutes tns infratest kann nachfolgend herunter geladen werden:

Die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Karin Wiedemann sagte dazu am 20. März in Kiel: „Weiterbildung ist wieder im Kommen. Trotzdem dürfen wir uns nicht zurücklehnen, denn die demografische Entwicklung wird zu einem Fachkräftemangel führen, wenn wir nicht entschieden gegensteuern. Weiterbildung nimmt hier eine zentrale Rolle ein – die erworbenen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten müssen kontinuierlich weiter entwickelt werden. Das ist gleichermaßen Aufgabe der Beschäftigten und der Betriebe und gilt auch für die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer und bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz nach Ende der Elternzeit.“
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Erhebung:
  • Die Menschen in Schleswig-Holstein sind lernaktiver als im Bundesdurchschnitt: Insgesamt 76 Prozent der Schleswig-Holsteiner gaben an, dass sie sich im Jahr 2007 in irgendeiner Form weitergebildet haben – z. B. durch Teilnahme an Kursen, Unterweisung am Arbeitsplatz, regelmäßiges Lesen von Fachzeitschriften, e-learning oder ähnliches. Bundesweit waren es nur 72 Prozent der Befragten.

  • Bei der isolierten Betrachtung der Teilnahme von Erwerbstätigen an Kursen liegt Schleswig-Holstein zwar hinter dem Bundesdurchschnitt – aber: Der zuletzt ermittelte bundesweite deutliche Abwärtstrend der beruflichen Weiterbildung bei Erwerbstätigen konnte zwischen 2003 und 2007 gestoppt und die Teilnahmequote stabilisiert werden. (Teilnahmequoten der Erwerbstätigen 2000: SH: 39 Prozent, Bund: 40 Prozent, Teilnahmequoten der Erwerbstätigen 2003: SH: 32 Prozent, Bund: 34 Prozent, Teilnahmequoten der Erwerbstätigen 2007: SH: 33 Prozent, Bund 35 Prozent).

  • Diese erfreuliche Entwicklung hat allerdings die Nicht-Erwerbstätigen noch nicht erreicht, so dass bezogen auf alle 19- bis 64jährigen immer noch ein leichter Beteiligungsrückgang festzustellen ist. Im Jahr 2000 lag die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung in Schleswig-Holstein sogar noch bei 28 Prozent (Bund: 29 Prozent), 2003 in SH bei 27 Prozent (Bund: 26 Prozent), 2007 in SH bei 25 Prozent (Bund 26 Prozent).

  • Ältere Personen über 50 Jahre beteiligen sich etwas häufiger an Weiterbildung als in den Vorjahren. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der damit einhergehenden zunehmenden Bedeutung der Arbeitskraft älterer Personen ist diese Entwicklung besonders positiv.

  • Offensichtlich investieren Arbeitgeber und Betriebe wieder stärker in die berufliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter: 78 Prozent aller beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen im Jahr 2007 fanden wenigstens teilweise während der Arbeitszeit statt. Dieser Anteilswert lag 2003 deutlich niedriger (66 Prozent) und hatte hier offenbar einen Tiefpunkt erreicht (2000: 79 Prozent). Auch die monetären Kosten der Maßnahme mussten die Arbeitnehmer wieder seltener ganz oder teilweise selbst tragen (2000: 13 Prozent, 2003: 16 Prozent, 2007: 13 Prozent). Allerdings geht der Trend zu einer kürzeren Dauer der Weiterbildungsveranstaltungen.

  • Die kleinen und mittleren Unternehmen holen auf: in den Betrieben mit bis zu 99 Beschäftigten wurde ein Beteiligungszuwachs um drei bis vier Prozentpunkte registriert.

  • In SH ist mit der staatlichen Anerkennung ein Gütesiegel für Weiterbildungsträger und -einrichtungen eingeführt, das dazu dient, bestimmte Qualitätsstandards zu sichern. Als Entscheidungshilfe für Weiterbildungsinteressierte hat dieses Gütesiegel seine Bedeutung ausgebaut: Noch mehr Befragte als in den Vorjahren kennen das Gütesiegel und orientieren sich bei der Auswahl von Weiterbildungsveranstaltungen daran.

Quelle: Pressemeldung des Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr Schleswig Holstein vom 20.03.2008

Sie können die Studie hier als pdf-Datei herunterladen.


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 26.03.2008

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 08.08.2020