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Kaum noch Weiterbildungsangebote für Langzeitarbeitslose

Wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose - eklatanter Rückgang bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar erstmals seit zehn Monaten wieder deutlich über drei Millionen gestiegen. Der Anstieg fiel allerdings geringer aus als für die Jahreszeit üblich, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute in Nürnberg mit.

Im Januar waren 3,136 Millionen Arbeitslose registriert (263.000 mehr als im Dezember 2013, aber 2000 weniger als vor einem Jahr). Die Arbeitslosenquote ist damit auf 7,3 Prozent gestiegen. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Einflüsse ("Saisonbereinigung") ging die Arbeits-losenzahl unerwartet deutlich um 28.000 zurück. Volkswirte hatten eine Abnahme um 5000 erwartet.

Eintritte in berufliche Qualifizierungen auf Rekordtief

Die Zahl der Neueintritte in geförderte berufliche Weiterbildungsmaßnahmen war im Januar so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sie sank gegenüber Dezember 2013 um fast 24 %. Besonders eklatant ist der Rückgang im Bereich des Rechtskreises SGB II (Langzeitarbeitslose). Hier sank die Zahl der Neueintritte gegenüber dem Vormonat um beinahe 30 %:

"Wir müssen feststellen, dass das zunehmende Ungleichgewicht zwischen Verwaltungskosten einerseits und Ausgaben für Qualifizierungsleistungen andererseits den Bemühungen, Langzeit-arbeitslose für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren, massiv zuwider läuft", sagte der BBB-Vorsitzende Thiemo Fojkar heute. Inzwischen ist bekannt, dass im Jahr 2013 von den 304 Jobcentern, die gemeinsam von der Bundesagentur für Arbeit und Kommunen getragen werden, insgesamt über 327 Millionen Euro (das entspricht 13,0 Prozent) der vom Bund für Eingliederungsleistungen zugewiesenen Mittel in die Verwaltungskostenbudgets umgeschichtet wurden. Unter dem Strich wurden im Jahr 2013 von den für Eingliederungsmaßnahmen zugeteilten Ausgabemitteln lediglich ca. 84,5 % tatsächlich für diesen Zweck ausgegeben. Und vieles deutet darauf hin, dass im laufenden Haushaltsjahr 2014 ein noch größerer Teil der Bundesmittel, die eigentlich für SGB II-Eingliederungsleistungen vorgesehen sind, in die Verwaltungskostenbudgets der Jobcenter umgeschichtet wird.

Auf der anderen Seite fehlen laut BA in vielen Berufsfeldern Fachkräfte, darunter sind technische Berufe sowie Gesundheits- und Pflegeberufe. "Vor diesem Hintergrund ist es nach unserer Ansicht nicht nachvollziehbar und aus arbeitsmarkt-, wirtschafts- und sozialpolitischer Sicht unverantwortlich, vorhandene Fördermittel nicht für den vorgesehenen Zweck einzusetzen" so Thiemo Fojkar weiter. "Die Politik ist hier gefordert einzugreifen und dafür zu sorgen, dass vorhandene Fördermittel ihrem Zweck entsprechend verwendet werden. Zudem muss entsprechend der Koalitionsvereinbarung die angekündigte Budgeterhöhung für Eingliederungsmaßnahmen Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt schnell umgesetzt werden."


Quelle: Pressemeldung des Bildungsverbands vom 30. Januar 2014


Schlagworte zu diesem Beitrag: Berufliche Weiterbildung, Öffentliche Beschäftigungspolitik
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 12.02.2014

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 20.08.2019