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Freistellung zur Weiterbildung wird in Rheinland-Pfalz stärker genutzt

Insgesamt nahmen 40.720 Personen an nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannten Weiterbildungen teil. Allerdings hatte mehr als die Hälfte davon (22.848 oder 56,1 Prozent) keine Freistellung. Offensichtlich scheuen sich immer noch viele Beschäftigte, ihre Rechtsansprüche gegenüber den Unternehmen durchzusetzen und opfern dafür ihren Erholungsurlaub.

Die insgesamt positive Entwicklung (auch gegenüber anderen Bundesländern) resultiert aus der Möglichkeit, auch Angebote aus dem Bereich der beruflichen Weiterbildung nutzen zu können. Von den anerkannten Weiterbildungsmaßnahmen gehören 82,9 Prozent zu diesem Bereich. Lediglich 15,6 Prozent betreffen die gesellschaftspolitische Weiterbildung. Bei den durchgeführten Weiterbildungsmaßnahmen wird das Übergewicht der beruflichen Weiterbildung noch deutlicher. 88 Prozent sind berufliche Fortbildungen, nur 11 Prozent behandeln gesellschaftspolitische Themen.


Freistellung allein beseitigt keine ‚Äěsoziale Schieflage‚Äú

Die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen ist traditionell stark verknüpft mit bestimmten Merkmalen der teilnehmenden Personen. Die vorgelegten Daten zeigen deutlich, dass ein Bildungsfreistellungsgesetz allein diese sozialen Barrieren nicht ‚Äěaufbrechen‚Äú kann. So sind nur 31,5 Prozent der TeilnehmerInnen Frauen, 68,5 Prozent und damit mehr als 2/3 Männer.

Die meisten sind in Mittel- und Großbetrieben beschäftigt. Allein der öffentliche Dienst bringt es auf 30 Prozent aller Teilnehmenden. Die älteren hingegen fühlen sich nicht angesprochen. Die Gruppe der 60 Jahre oder Älteren zählt gerade mal 1,2 Prozent der Teilnehmenden, die unter 30-jährigen bringen mit 41,2 Prozent den Löwenanteil. Mit jedem Lebensjahrzehnt sinkt die Wahrscheinlichkeit, an einer solchen Weiterbildung teilzunehmen.

Es wäre doch schön, wenn solche Berichte nicht nur die Verteilung der Teilnehmenden nach solchen Merkmalen ausweisen würde, sondern daneben die reale Verteilung nach Alter, Betriebsgröße usw.. Dann ließe sich leicht erkennen, wo es noch hapert an der Weiterbildungsbeteiligung. Dann müsste man sich Gedanken machen, wie und mit welchen Mitteln man die sozialen Selektionsmechanismen ‚Äěknacken‚Äú will. Vielleicht will man das aber auch gar nicht. Dann geht der Bericht so in Ordnung.


Den vollständigen Bericht (Drucksache 16/2333 des Landtags Rheinland-Pfalz) können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.


Schlagworte zu diesem Beitrag: Volkshochschule, Berufliche Weiterbildung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 30.07.2013

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 19.12.2018