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Zurck zur bersicht

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge feiert die Integration

Lehrkräfte in Integrationskursen sind nicht eingeladen

Als Netzwerk für Lehrkräfte in Integrationskursen fühlen wir uns vom Titel der Veranstaltung des BAMF am 19. und 20. Mai in Nürnberg „Mittendrin und doch aneinander vorbei?“ sehr direkt angesprochen, da „an uns vorbei“ geredet und entschieden wird: Obwohl bereits Anfang des Jahres die zuständigen MinisterInnen und SenatorInnen aller 16 Bundesländer, besorgt über die schlechte Bezahlung und fehlende soziale Absicherung der Lehrkräfte in den staatlich verordneten Integrationskursen, die Bundesregierung zur Verbesserung dieser Situation aufforderten, feiert das zuständige BAMF den Erfolg der Integrationskurse ohne Beteiligung der Lehrer und LehrerInnen!

Im Gegensatz zur verbreiteten Meinung, das BAMF, die Träger und die DozentInnen seien „eine große Familie“, werden die Lehrkräfte von allen relevanten Gremien ferngehalten und sind trotz akademischer Ausbildung in prekäre Arbeitsverhältnisse im Auftrag des Staates gedrängt. Das vom BAMF „empfohlene“ Mindesthonorar von 15 Euro erfordert aufstockend Hartz IV trotz Vollzeitarbeit und wird sogar oft noch unterschritten.

Innenminister Friedrich wälzte erst kürzlich die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte auf die Träger ab, obwohl dem Ministerium ein Gutachten vorliegt, das beweist, dass die Kurse insgesamt völlig unterfinanziert sind.

Die Politik, insbesondere der Innenminister, ist aufgefordert, mit den Lehrkräften in einen Dialog zu treten und die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen in den Kursen zu übernehmen. Sie schreibt sich die Erfolge der Kurse auf ihre Fahnen, lässt die Arbeit jedoch unter unwürdigen Bedingungen von Lehrkräften erledigen, mit denen sie grundsätzlich nichts zu tun haben möchte. Das „Schwarze-Peter-Spiel“ funktioniert, da die Lehrkräfte aufgrund ihrer Freiberuflichkeit keinerlei Arbeitnehmerrechte genießen und daher diesem „Spiel“ ungeschützt ausgeliefert sind. Sie werden zwar immer stärker kontrolliert, evaluiert und zwangsqualifiziert, haben jedoch selbst keinerlei Vorteile von diesen Maßnahmen. Es gilt das Motto „Seid froh, dass ihr überhaupt Arbeit habt!“
Das Zuwanderungsgesetz hingegen verlangt eine Zusammenarbeit „aller am Integrationsprozess Beteiligten“ – Wann werden wir Lehrkräfte endlich als gleichberechtigte Partner akzeptiert und vom Staat mit ordentlichen Arbeitsverträgen eingestellt, wie es in anderen EU-Ländern geschieht?

Um dies zu erreichen, protestieren wir am 20. Mai 2011 in Nürnberg mit Aktionen ab 10.00 Uhr vor dem BAMF, Frankenstraße 210 und ab 14.00 Stadtmitte vor der Lorenzkirche


Quelle: Pressemeldung des DaZ Netzwerk für Lehrkräfte in Integrationskursen, 10. Mai 2011



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Schlagworte zu diesem Beitrag: Freiberufler/Selbstständige, Honorar
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 12.05.2011

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 24.10.2017