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Preiskampf und Dumpinglöhne

Wie soll da Fortbildung funktionieren?

Seit Jahren ist klar, dass die neue Ausschreibungspraxis bei Qualifizierungsmaßnahmen zu einem beispiellosen Preis- und Lohndumping geführt hat. Die Bekundungen der Bundesagentur, man wolle die Qualität der angebotenen Maßnahmen stärker gewichten, laufen ins Leere. So erklärte John-Philip Hammersen von der Bundesagentur für Arbeit (BA) in report: "Wenn wir nach dem reinen deutschen Ausschreibungsrecht vorgehen, dann können wir's drehen und wenden, wie wir wollen: 83 Prozent der Entscheidung ist der Preis, da kann ich im Zweifelsfall noch so viele Qualitätskriterien einsetzen und die noch so hoch ansetzen. Wenn jemand mit einem extrem niedrigen Preis kommt, wird er im Zweifelsfall allein über den Preis so eine Ausschreibung gewinnen können."

Und selbst Hilmar Schneider vom Institut zur Zukunft der Arbeit muss eingestehen: "So wie der Wettbewerb im Augenblick organisiert ist, besteht ein starker Anreiz, durch einen niedrigen Angebotspreis im Prinzip den Fuß in die Tür zu bekommen, wenn man dann einmal den Zuschlag hat, kann man im Grunde schalten und walten wie man will, und damit ist im Prinzip Qualitätssicherung durch Wettbewerb ausgeschaltet."

Preis- und Lohndumping und damit verbundene schlechtere Qualität der Qualifizierungsmaßnahmen, das ist der Preis, den Teilnehmer und Beschäftigte zu zahlen haben. Für angeblich verbesserte Kriterien in der Vergabe von Arbeitsmarktdienstleistungen.


Quelle: report München vom 29. März 2010

Den vollständigen Beitrag in report München finden sie hier.

Schlagworte zu diesem Beitrag: Öffentliche Beschäftigungspolitik, Qualifizierung, Berufliche Weiterbildung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 08.04.2010

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 16.12.2019