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2. Deutscher Weiterbildungstag

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,



„Dummes Zeug kann man viel reden.
Kann es auch schreiben.
Wird weder Leib noch Seele töten.
Es wird alles beim Alten bleiben.
Dummes aber vors Auge gestellt.
Hat ein magisches Recht.
Weil es die Sinne gefesselt hält,
bleibt der Geist ein Knecht.“

J. W. Goethe in den „Zahmen Xenien“:

Wenn journalistische Ergüsse entstehen, die ausschließlich den Eingebungen des Verfassers respektive der Verfasserin entspringen, sollten diese dann auch im Studierzimmer verbleiben. Ansonsten ist es eine Zumutung, solcherart von Veröffentlichungen lesen zu müssen. Der Leser sollte schon erwarten können, dass Autor/in mit dem Anliegen und den Inhalten der Initiative Deutscher Weiterbildungstag wenigstens in Ansätzen vertraut ist.

Wenn es sich dabei jedoch um die Publikation einer großen Organisation handelt, die u.a. auch Weiterbildung im Namen führt, stimmt der Text zumindest sehr nachdenklich. Eigentlich stünde ihr eine aktive Beteiligung am Deutschen Weiterbildungstag recht gut. Kritik ist nicht nur legitim, sondern oft sehr hilfreich, wenn sie sachlich, fachlich und menschlich vorgetragen wird. Ich wünschte, dass sich Autor/in beispielsweise den Berliner Marktplatz Bildung naeher betrachtet hätte.

Am Weiterbildungstag waren von den 10.000 Berlinern, die diese Aktion wahrgenommen haben, mindestens 7.000 als Besucher gekommen. Drei Diskussionsrunden, 21 Vorträge und viele Aktionen der 91 Bildungsanbieter und Beratungsstellen beinhalteten Fragen zur Perspektive der Weiterbildung.

Am „Baum der Erkenntnis“ haben hunderte Besucher ihre konkreten, persönlichen Vorschläge und Hinweise angeheftet. Übrigens ist für mich von weit wichtigerer Bedeutung, diejenigen zu erreichen, für die Weiterbildung objektiv und subjektiv erforderlich ist oder wird, als Forderungen an die Politiker – egal welche – zu stellen, die dann im lautstarken Konzert von Trillerpfeifen sowieso schwer zu hören wären. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Weiterbildungsproblematik halte ich für den ersten und wichtigsten Schritt. Unter Öffentlichkeit verstehe ich in erster Linie die Menschen, die mit Weiterbildung in irgendeiner Form in Berührung kommen. Das sind nicht nur Arbeitsuchende, Klein- und Großunternehmer, Lehrer, Politiker, Gewerkschafter...; es ist letztlich jedermann!

Wie das öffentliche Interesse an der Berliner Veranstaltung belegt, fand gerade die Weiterbildungskompetenz der Akteure eine große Resonanz durch die Besucher. Diese erhielten Informationen und praktische Tipps zu Ihren Fragen bezüglich Weiterbildung und damit verbundener Chancen. Im Übrigen war es den Besuchern egal, ob es sich dabei um lebenslange, lebensbegleitende, lebensentfaltende oder sonstige neu erfundene Etikettierung der Weiterbildung handelt. Wichtig war und ist dabei, eine sinnvolle, nützliche und zielorientierte Weiterbildung zu finden und wahrnehmen zu können.

Gute Argumente für die Notwendigkeit und Nützlichkeit "Lebensentfaltender Bildung" bekamen die Besucher von den Weiterbildungsprofis, mitunter in gedruckter Form zum Mitnehmen, Studieren und Weitergeben!

Die Spesen, vor allem das Engagement der Akteure, haben sich in Berlin gelohnt – und das war bei dieser bundesweiten Aktion garantiert kein Einzelfall.
Was der Bildungsgipfel im Oktober zustande bringt, sollten wir gemeinsam diskutieren und bewerten.

Vielleicht war der Newsletterbeitrag nur als provokante Herausforderung gedacht – wenn ja, dann wäre Qualität angebracht gewesen.
… denn alles, was entsteht, Ist wert, daß es zugrunde geht; J.W. Goethe, Faust I, Mephistopheles im Studierzimmer zu Faust.
Ganz besonders dieser arrogante Artikel!


Mit freundlichen Grüßen


Horst Junghans
Projektmanager


Hier kommen sie zum Newsletter 05/2008.

Hier finden sie den Beitrag der Weiterbildungsdatenbank Berlin zum 2. Deutschen Weiterbildungstag in Berlin.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 20.10.2008

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 18.04.2019