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Zurck zur bersicht

Aufstiegsstipendien für Studium ausbauen / Einsparungen der BA in Bildung investieren

VDP fordert mehr Investitionen in Weiterbildung

Berlin. Begabte Berufstätige ohne Abitur sollen künftig durch Aufstiegsstipendien zur Aufnahme eines Studiums motiviert werden, so das Bildungsministerium in einer Pressemitteilung vom gestrigen Montag. Nach Ansicht des Verbands Deutscher Privatschulverbände (VDP) ist das erklärte Ziel des Ministeriums, zunächst 1.000 Stipendiaten mit maximal 650 Euro monatlich zu unterstützen, zu niedrig gesteckt: „Um dem Fachkräftemangel in Deutschland langfristig entgegenzuwirken und die Studierendenquote zu erhöhen, brauchen wir grundsätzlich mehr Investitionen in Bildung“, erklärt VDP-Bundesgeschäftsführerin Julia Schier. „1.000 Stipendien bei einer maximalen Höhe von 650 Euro im Monat zu vergeben, ist dabei nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.“ Anstelle partieller Korrekturen des Bildungssystems müsse es endlich eine umfassende und nachhaltig angelegte Bildungsstrategie geben, in der grundsätzlich jeder von einer größeren Durchlässigkeit der Bildungsgänge profitieren könne. Einzelne Maßnahmen müssten dann in ein solches Konzept integriert werden, um ihre Wirksamkeit zu garantieren, so der Verband weiter, der neben allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft auch freie Bildungseinrichtungen in der Erwachsenenbildung sowie im Fachhochschul- und Hochschulbereich vertritt.

Unterdessen hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) eine Entlastung der Arbeitslosenversicherung von knapp zwei Milliarden Euro vermeldet. Die freigewordenen Mittel müssten laut VDP teilweise als Weiterbildungsinvestitionen angelegt werden. „Mit den von der BA eingesparten Geldern sollten Maßnahmen zur Qualifizierung von Arbeitslosen finanziert und damit eines der dringenden Probleme unseres Weiterbildungssystems angegangen werden“, so die VDP-Bundesgeschäftsführerin. Dazu gehöre der Ausbau von Weiterbildungsangeboten ebenso wie eine flächendeckende, trägerübergreifende und regional vernetzte Weiterbildungsberatung, die den Interessierten das vorhandene Angebot näherbringen kann. Dies sei im Übrigen auch dazu geeignet, die unterdurchschnittliche Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland im EU-weiten Vergleich zu erhöhen. „Wir fordern seit Jahren, die Maßnahmen zur Finanzierung von Weiterbildung auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene zu bündeln und anhand einer langfristigen Planung einzusetzen“, führt Schier aus. „Eine Finanzierungsstrategie, die Bildungsausgaben nicht als Kosten, sondern als Investitionen in die Zukunft des Bildungsstandorts Deutschland begreift, ist dabei das A und O.“


Quelle: Pressemitteilung des VDP vom 29.07.2008

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 01.08.2008

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 05.04.2020