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VDP fordert bessere Finanzierung der Integrationskurse

Angekündigte Erhöhung des Stundensatzes greift zu kurz / Integrationsgipfel am 12. Juli

Frankfurt am Main. Vor dem zweiten Integrationsgipfel der Bundesregierung am 12. Juli fordert der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. (VDP) eine bessere Finanzierung der Integrationskurse für Zuwanderer. Zwar begrüßt der VDP die vorgesehenen Verbesserungen wie eine Erhöhung der Stundenzahl oder eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands. Die angekündigte Erhöhung des Stundensatzes pro Teilnehmer von bisher 2,05 Euro auf künftig 2,35 Euro greift aus Sicht des Verbandes aber viel zu kurz. Hinzu komme die Reduzierung der maximalen Teilnehmerzahl von bisher 25 auf nur noch 20 Teilnehmer. „Beim bisherigen Stundensatz von 2,05 Euro und maximal 25 Teilnehmern konnte der Kursträger pro Unterrichtsstunde bis zu 51,25 Euro erzielen“, erläutert VDP-Vizepräsident Gerhard Gleichmann, der auch Mitglied in der Bewertungskommission für die Integrationskurse ist. „Bei 2,35 Euro pro Stunde und maximal 20 Teilnehmern sind es dagegen nur noch 47 Euro pro Unterrichtsstunde. Wo ist da die angekündigte bessere finanzielle Ausstattung der Kursträger, damit diese eine angemessene Honorierung der Lehrkräfte sicherstellen können?“ Nach Ansicht des VDP wäre ein Stundensatz von mindestens 3 Euro nötig.

Abseits der Finanzierung sieht der Verband die Bundesregierung mit den angekündigten Verbesserungen aber auf dem richtigen Weg. Für VDP-Vizepräsident Gleichmann zählen hierzu insbesondere die geplante Erhöhung des Stundenkontingents von derzeit 600 auf 900 Unterrichtsstunden, bei Bedarf vorgeschaltete Alphabetisierungskurse, verbesserte Einstufungstests und obligatorische Abschlussprüfungen, ein bundesweit einheitliches Curriculum für den Orientierungskurs sowie spezielle Kurse für besondere Zielgruppen wie insbesondere für Jugendliche, Frauen und Eltern. „Zu begrüßen ist auch die Reduzierung der Kursgrößen, weil so der Stoff besser vermittelt werden kann und die Teilnehmer ganz einfach mehr zum Sprechen kommen“, so Gleichmann.

Damit die aufgewendeten Mittel nicht verpuffen, sollten aus Gleichmanns Sicht nach dem Integrationskurs zur Sprachverfestigung entsprechende Verbundprojekte angeboten werden, die sinnvoll aufeinander abzustimmen und zu verzahnen sind. „Diese sollten vornehmlich der beruflichen Qualifikation und der Integration in den Arbeitsmarkt dienen. Dort zeichnet sich ja mehr und mehr ein Fachkräftemangel ab, und hier ist gerade unter den Zuwanderern ein erhebliches Potential vorhanden“, so der VDP-Vizepräsident: „Insgesamt sehen wir das Glas nicht mehr halbleer sondern bereits halbvoll. Nichtsdestotrotz gibt es noch erhebliches Verbesserungspotenzial. Hierzu sind weitere Anstrengungen erforderlich, um eine wirklich erfolgreiche Integration zu gewährleisten.“

Der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fach-/Hochschulsektor). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.


Quelle: Pressemitteilung 21/07 vom 11.07.2007 des VDP

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 23.07.2007

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 30.03.2020