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Unterstützung für Deutschdozenten zugesagt

Künftig soll ein Dozent Mitglied in der Bewertungskommission der Integrationskurse sein

Am Morgen des Integrationsgipfels trafen Hamburger und Berliner Deutschdozenten einen der Gipfelteilnehmer, MdB Reinhard Grindel (CDU). Gemeinsam sprach man über die schwierigen Unterrichtsbedingungen und die schlechte soziale Lage der Honorardozenten. "Bei den derzeitigen Dozentenhonoraren leidet die Qualität der Kurse" so die Sprecherin der Initiative der Hamburger DaF-DozentInnen Heike Zulla "wir Dozenten können die hochwertige Arbeit nicht erbringen, die von uns verlangt wird und die wir von uns selbst verlangen." Eine Vertreterin des Arbeitskreises Tarifvertrag für Dozentinnen und Dozenten an Berliner Volkshochschulen hob hervor, dass die "Tätigkeit von Deutschdozenten weit über den reinen Sprachunterricht hinaus geht, denn als Dozenten sind wir auch Berater für die Kursteilnehmer in allen Problemen des Alltags." Die politisch gewollte Integrationsarbeit sei nur durch Selbstausbeutung zu leisten. Die ebenfalls anwesende Vertreterin der Bundeskommission Selbstständige bei ver.di Dr. Iris Förster bestätigte, dass die gezahlten Honorare nicht zur Deckung der grundlegenden Lebenshaltungskosten ausreichten. Bislang werden die Richtlinien zu den Integrationskursen von einem Gremium erarbeitet, in dem kein Deutschdozent, der tatsächlich die Integrationsarbeit vor Ort leistet, vertreten ist.

Herr Grindel nahm zu den Aussagen der Dozenten Stellung. Er befürworte "die Einführung eines Mindesthonorars", über dessen Höhe noch zu reden sei. Außerdem werde er auf eine Garantiesumme der Integrationskurse dringen, was zu mehr Planungssicherheit für Kursträger und Lehrkräfte führen werde. Darüber hinaus wolle er sich dafür einsetzen, dass künftig ein Deutschdozent als Mitglied in die Bewertungskommission für Integrationskurse aufgenommen wird. Dies werde er bei einem Treffen mit BMI-Mitglied Peter Altmeier nächste Woche anregen.

Abschließend wurde Herrn Grindel von Heike Zulla eine Unterschriftensammlung überreicht, die auf die prekären Lehr- und Lebensbedingungen der Dozenten hinweist und strukturelle Verbesserungen in den Integrationskursen fordert. Rund 2.000 Unterzeichnende aus ganz Deutschland und dem Ausland hatten die von der Hamburger DaF-Initiative geleitete Aktion unterstützt.


Quelle: Pressemitteilung der Initiative der Hamburger DaF-Dozentinnen vom 12. 7. 2007

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 13.07.2007

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 25.06.2019