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Aufruf des SPD-Präsidiums

Weiterbildungsprämie kann nur der Anfang sein

Die SPD fordert Weiterbildung als oberstes Ziel der Politik / Demografischer Wandel und drohender Fachkräftemangel erfordern umfassende Weiterbildungsreform / Ein Bildungsförderungsgesetz soll Ansprüche, Beratung und Qualität regeln / Weiterbildung ist ein Menschenrecht / SPD-Präsidium beschließt Aufruf


Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Einführung von Weiterbildungsprämie als staatlichen Zuschuss von bis zu 154 Euro beschlossen. Ernst Dieter Rossmann, zuständiger Berichterstatter, und der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, bezeichneten die Einführung als eine „handfeste finanzielle Unterstützung auf dem Weg der persönlichen Weiterqualifizierung“.

Prämie kann nur Anfang sein
Gleichzeitig bewerteten die Bildungspolitiker diesen Beschluss lediglich als Anfang einer umfassenden Weiterbildungsreform: Angesichts der Bedeutung der Weiterbildung für die Wissensgesellschaft von morgen, des demografischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels in Deutschland müsse mehr in mehr in Weiterbildung investiert werden, fordern sie: „Dabei setzen wir auf einen sinnvollen und gerechten Finanzierungsmix von öffentlicher, betrieblicher und individueller Finanzierung“, so die SPD-Politiker.

Lebenslanges Lernen als Menschenrecht
Es müsse oberstes Ziel der Politik sein, die Weiterbildungsbeteiligung Geringqualifizierter und Älterer zu erhöhen. „Das Nachholen von Schul- und Berufsabschlüssen, die Bekämpfung von Analphabetismus und die Weiterbildung gering qualifizierter Erwachsener bis ins hohe Alter müssen verstärkt vom Staat auf Bundes- und Landesebene gefördert werden“. Die SPD fordere deshalb ein Erwachsenenbildungsförderungsgesetz, in dem Weiterbildungsansprüche, Weiterbildungsberatung und Weiterbildungsqualität geregelt werden.

Beschluss des Präsidiums
Das SPD-Präsidium hat anlässlich des 1. Deutschen Weiterbildungstages am 15. Juni 2007 einen Aufruf beschlossen. Darin heißt es, dass jeder Erwachsene ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss die Möglichkeit haben soll, einen Abschluss nachzuholen. Das Präsidium setzt bei der Finanzierung nicht auf den neoliberalen Trend, „hauptsächlich auf die finanzielle Eigeninitiative des Einzelnen zu setzen“, sondern schlägt einen Finanzierungsmix von öffentlicher, betrieblicher und individueller Finanzierung vor.


Quelle: Aufruf des SPD-Präsisiums vom 13.06.2007

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 14.06.2007

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 19.04.2019