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BIBB und DIE veröffentlichen Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2019

Weiterbildungsanbieter im digitalen Wandel

Die Wissensvermittlung in der Weiterbildung befindet sich im Umbruch. Einer der Hauptgründe ist die fortschreitende technologische Entwicklung. Klassische Lehr-/Lernsettings werden zunehmend durch digitale Bildungslandschaften ergänzt und erweitert. Die Veränderung der Veranstaltungsformate geht einher mit neuen Bedarfen an digitaler technischer Ausstattung und steigenden Anforderungen an das Lehrpersonal. Dies zeigen die Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2019 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE). Es ist davon auszugehen, dass sich der digitale Wandel in der Weiterbildung im Zuge der veränderten Rahmenbedingungen aus Anlass der Corona-Pandemie weiter beschleunigen wird.

Zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Mai/Juni 2019 nutzen etwa 80 % der Anbieter digitale Medien und Formate zur Unterstützung beziehungsweise als Ergänzung des Präsenzunterrichts. 36 % führen ein integriertes Lernen, also eine zielgerichtete Kombination von Präsenz- und Online-Phasen, und 18 % reine Online-Kurse durch, wobei Mehrfachnennungen möglich waren.

Beim Einsatz digitaler Medien und Formate im Lehr-/Lerngeschehen weisen digitale Medien in Textform, Videos und Audio-Formaten, also zum Beispiel PDF, Tutorial und Podcast, die höchste Verbreitung auf. Eine Lernplattform beziehungsweise ein Lernmanagementsystem setzt knapp die Hälfte der Einrichtungen ein. Live-Online-Trainings, zum Beispiel zur Durchführung von Online-Seminaren, nutzt ein knappes Drittel. Am seltensten zum Einsatz kommen virtuelle Realität (Virtual Reality) mit 9 % und computergestützte erweiterte Realität (Augmented/Mixed Reality) mit 7 %. Unterscheidet man nach Anbietertypen zeigt sich, dass (Fach-)Hochschulen sowie berufliche Schulen beziehungsweise Fachschulen bei der digitalen Wissensvermittlung in der Weiterbildung besonders weit vorne mit dabei sind.

Während bei Beamern und digitalen Endgeräten, zum Beispiel Laptops, Tablets oder Notebooks, für das Lehrpersonal eine ausreichende Versorgung vorhanden ist, besteht aus Sicht der Anbieter bei interaktiven Whiteboards, Dokumentenkameras sowie digitalen Endgeräten für Teilnehmende Nachholbedarf. Die Autorinnen und Autoren der Studie regen daher für vorwiegend im öffentlichen Interesse tätige Weiterbildungseinrichtungen eine staatliche Förderung ähnlich dem DigitalPakt Schule an. Auch bei der Internetversorgung gibt es aus Anbietersicht mit Blick auf Geschwindigkeit und Stabilität "Luft nach oben".

Da es bei der digitalen Wissensvermittlung entscheidend auf das Lehrpersonal ankommt, unterstützen vier von fünf Anbietern (81 %) ihre Lehrenden bei der Verbesserung der digitalen Kompetenzen, beispielsweise indem sie innerbetriebliche Weiterbildung durchführen oder die Teilnahme an externen Kursen fördern.

Die jährlich mit dem wbmonitor-Klimawert gemessene wirtschaftliche Stimmung der Weiterbildungsbranche fiel im Jahr 2019 positiv aus. Gemessen auf einer Skala von -100 bis +100 liegt der Klimawert für alle Anbieter bei +44 und damit drei Punkte höher als 2018.

Der wbmonitor ist ein Kooperationsprojekt von BIBB und DIE, das mit einer jährlichen Umfrage bei Anbietern allgemeiner und beruflicher Weiterbildung zu mehr Transparenz über die Weiterbildungslandschaft und Anbieterstrukturen beiträgt und aktuelle Veränderungen aufzeigt. An der Umfrage 2019 beteiligten sich 1.551 Einrichtungen.

Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB.


Quelle: Pressemitteilung des Bundesinstituts für Bundesinstituts für Berufsbildung vom 5. August 2020

Schlagworte zu diesem Beitrag: Weiterbildung, Digitalisierung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 16.08.2020

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 28.09.2020