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Akademisierung: Eine wirklich starke Herausforderung für Betriebe, Hochschulen und Gewerkschaften

„Löst das duale Studium die duale betriebliche Berufsausbildung ab? Das neue Format legt jedenfalls gerade eine richtig tolle Karriere hin. Die Beiträge dieser Ausgabe von DENK-doch-MAL.de beschäftigen sich damit und klären wie Betriebe, Hochschulen und Gewerkschaften darauf reagieren.

Berufsbildung, insbesondere die duale Berufsausbildung, war immer schon durch Herausforderungen gekennzeichnet, die oft auch als massive Bedrohungszenarien beschrieben wurden. Seien es die Schwierigkeit der Wirtschaft (Unternehmen) ausreichend Ausbildungsplätze bereit zu stellen, die Probleme bei der Integration lernschwache Schulabgänger oder jetzt eben die Akademisierung. Auf einmal heißt es, die Betriebe haben kein Interesse mehr an der Berufsausbildung, da sie ihren Fachkräftebedarf auch durch die große und wachsende Zahl von Hochschulabsolventen decken können. Oder anders herum die Schulabsolventen verlieren das Interesse an einer Berufsausbildung und wollen lieber studieren.

Die Fakten vermitteln zumindest dieses Bild: Im Wintersemester 2016/2017 immatrikulierten sich knapp 510.000 Studierende erstmals an einer Hochschule. Und bei der Berufsausbildung? Im September 2016 gab es nur etwas mehr, nämlich 520.000 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Im Vergleich dazu betrug die Zahl der Studienanfänger im Jahr 1995 noch ca. 262.000 und die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge lag bei 573.000. Der Daten zeigen: Die Anzahl der Studienanfänger hat sich nahezu verdoppelt, während bei den Ausbildungsverträgen eine Halbierung festzustellen ist.

Zwar prägt nicht mehr der Begriff Akademisierungswahn die Diskussion um die Zukunft der (dualen) Berufsausbildung. Aber im Gewand der Digitalisierungsdebatte wird dann auch schon mal die Forderung nach einer wissensintensiven Ausbildung – also Studium – laut. So befinden wir uns in einer Situation, in der in wissenschaftlichen und auch bildungspolitischen Debatten kaum jemand vergisst, die duale Berufsausbildung zu loben, das ändert aber nichts daran, dass diese stagniert, da Schulabgänger sich in einem stärkeren Maße entschließen, ein Hochschulstudium aufzunehmen.“

Das schreibt Roman Jaich, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ver.di, im Editorial der ersten Ausgabe 2018 von Denk-Doch-Mal. Mit der Ausgabe untersuchen die Autor*innen verschiedene Aspekte der zunehmenden Akademisierung der Berufsausbildung und stellen die Frage: Was ist dran am Untergang der dualen Berufsausbildung?

Hier geht es zu neuen Ausgabe von DENK-doch-MAL.de.


Schlagworte zu diesem Beitrag: Ausbildung, Hochschulen, Qualifizierung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 05.01.2018

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 21.02.2018