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'Das neue Bildungsspargesetz reicht nicht aus'

Dr. Roman Jaich über die Reform der Bildungsfinanzierung

In einem Interview mit ManagerSeminare erklärt Dr. Roman Jaich, warum die Weiterbildung in Deutschland unterfinanziert ist und was geschehen müßte, um allen gesellschaftlichen Gruppen den Zugang zum weiterbildungssystem zu ermöglichen.


Jaich:
Nötig wäre ein umfassendes Weiterbildungssystem, das so beschaffen ist, dass es allen Gruppen den Zugang zur Weiterbildung ebnet. Eines der größten Probleme sehe ich derzeit darin, dass die Weiterbildungsförderung von Erwerbslosen in den vergangenen Jahren im Zuge der Hartz-Reformen stark zurückgeschraubt worden ist. In diesem Bereich werden schlicht mehr Finanzmittel benötigt, um zumindest das Level von 2002 wieder zu erreichen. Man könnte z.B. darüber nachdenken, einen Teil der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung für Bildungszwecke zu fixieren. Weiterhin würde es sich lohnen, das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz auszuweiten. So, dass mehr Menschen als bisher diese Fördermöglichkeit nutzen können. Bisher haben nur bestimmte Berufsgruppen Anspruch auf Förderung nach dem AFBG, Hochschulabsolventen sind z.B. völlig ausgeschlossen. Und nach dem AFBG werden auch nur Fortbildungen gefördert, mit denen ein hohes Level, etwa ein Meistertitel, angestrebt werden. Erst wenn die Lücken im AFBG geschlossen sind, wenn zusätzlich die Weiterbildungsförderung von Erwerbslosen aufgestockt wird und auch noch die betriebliche Weiterbildung geregelt ist, dann kann man meines Erachtens darüber nachdenken, ob man zusätzlich auch noch ein Bonussystem wie das Bildungssparen anbieten will oder nicht.


Das vollständige Interview finden sie auf ManagerSeminare im im Nutzerbereich.

Zum Gutachten von Jaich gelangen sie hier.


Schlagworte zu diesem Beitrag: Betriebliche Weiterbildung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 14.04.2009

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 29.01.2020