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Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung:

Bildungsverband: Weiterbildung muss Kernelement einer zukunftsgerichteten Bildungspolitik sein!

Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) begrüßt die Tatsache, dass durch die heute vom Bundeskabinett beschlossene Qualifizierungsinitiative das Thema Bildung zu einem Schwerpunkt für die zweite Hälfte der laufenden Legislaturperiode gemacht wird. Der Maßnahmekatalog mit dem Titel „Aufstieg durch Bildung“, bündelt bereits bestehende Programme und Maßnahmen der Bundesregierung und berücksichtigt darüber hinaus Konzepte und Vorschläge, die in der Vergangenheit u. a. von den Sozialpartnern und Bildungsverbänden angeregt worden sind.

Besonders die Reduzierung der immer noch erschreckend hohen Anzahl von Jugendlichen ohne Schul- bzw. Berufsabschluss und des daraus resultierenden, stetig anwachsenden Bestandes von so genannten Altbewerbern, erfordert aus der Sicht des Bildungsverbandes schnelles Handeln. Die in der Qualifizierungsinitiative geplanten Maßnahmen des Ausbildungsbonusses und der Intensivierung der Berufsberatung sind erste Schritte in die richtige Richtung. Die Ermöglichung einer zweiten und dritten Chance zur Erlangung eines Berufsabschlusses für diesen Bewerberkreis fordert der Bildungsverband bereits seit langem.

Ebenso die geplante Förderung und die damit verbundenen Erleichterungen des berufsbegleitenden Studiums sowie die Maßnahmen zur Erhöhung der Studierendenquote werden vom Bildungsverband ausdrücklich begrüßt.

Von einem umfassenden Gesamtkonzept kann allerdings bei dem heute beschlossenen Maßnahmekatalog keine Rede sein. „Eindeutig zu kurz kommt z. B. die Weiterbildung“, bedauert der BBB-Vorsitzende Rudolf Helfrich. „Das Konzept bleibt in diesem Bereich deutlich hinter dem zurück, was sich die Regierungskoalition im November 2005 vorgenommen hat: Hier ist weder von bundeseinheitlichen Rahmenbedingungen die Rede noch von dem im Koalitionsvertrag festgelegten Ziel, die Weiterbildung zur 4. Säule des Bildungssystems zu machen“. Das von der Bundesregierung eingeführte „Bildungssparen“ ist ein nützlicher Baustein, der allerdings in eine bildungspolitische Gesamtarchitektur eingebettet sein muss, wie sie der Bildungsverband in der Vorlage eines Erwachsenenbildungsförderungsgesetzes fordert. Rudolf Helfrich: „Ohne ein konsistentes Finanzierungssystem lässt sich keine ‚Weiterbildung mit System’ etablieren. Des Weiteren vermissen wir in dem Konzept der Bundesregierung die im Koalitionsvertrag angekündigte umfassende und systematische Verzahnung der Aus- und Weiterbildung.“

Der Bildungsverband begrüßt hingegen ausdrücklich die Aussage, dass die Förderung der beruflichen Weiterbildung Kernelement der Arbeitsmarktpolitik von Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit bleibt.

Zu der im Papier angekündigten Kampagne, mit der gemeinsam mit Medienpartnern verstärkt für das Lernen im Lebenslauf geworben werden soll, weist der Bildungsverband auf den im vergangenen Juni erstmals von BBB und DVV gemeinsam mit großem Erfolg und starker Medienpräsenz durchgeführten Deutschen Weiterbildungstag hin, der auch in diesem Jahr wieder stattfinden wird. Der Bildungsverband begrüßt auch in diesem Zusammenhang das Angebot der Bundesregierung für eine verstärkte Zusammenarbeit.


Quelle: Presseerklärung des Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB) vom 9.1.2008

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 09.01.2008

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 21.11.2017