Zurck zur bersicht

Berufliche und soziale Lage von Lehrenden in der Weiterbildung

Die Studie unterteilt den Weiterbildungsmarkt in die Weiterbildung im engeren Sinn und die Weiterbildung im weiteren Sinn. Weiterbildung i. e. S. umfasst die allgemeine, politische und berufliche Weiterbildung. Die Weiterbildung i. w. S. umfasst zusätzlich Maßnahmen wie Umschulung, außerbetriebliche Berufsausbildung, Berufsvorbereitung, Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt, berufliche Reha, Beratung von Existenzgründern und Maßnahmen für sozial Benachteiligte. Diese Bereiche umfassen hauptsächlich öffentlich geförderte Weiterbildung.

Ein Honorardozent hat durchschnittlich 2,1 Beschäftigungsverhältnisse bei unterschiedlichen Trägern. Die Beschäftigungsverhältnisse entsprechen daher nicht der Anzahl der tatsächlich tätigen Dozenten. In der Weiterbildung i. e. S. sind rund 505.000 Personen lehrend tätig, in der Weiterbildung i. w. S. sind es ca. 650.000.



Viele Träger sind nicht nur in einem Weiterbildungsbereich aktiv. Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung werden von 67 % aller Träger angeboten, gefolgt von Maßnahmen der öffentlich geförderten Weiterbildung mit 53,8 %. Deutlich weniger Träger bieten Maßnahmen im Bereich der allgemeinen und politischen Weiterbildung an.

Die Masse der insgesamt 18.800 Weiterbildungseinrichtungen entfällt auf kleine Träger. Die Verteilung der Beschäftigungsverhältnisse und damit auch der Umsätze zeigt eine deutliche Verschiebung hin zu großen Trägern. Auf die 11 % Träger mit mehr als 100 Lehrenden entfallen mit 63,7 % fast zwei Drittel aller in der Weiterbildung bestehenden Tätigkeitsverhältnisse.



Der Umsatzanteil der Weiterbildung i. e. S. am gesamten Weiterbildungsmarkt beträgt rund 80 %, die zusätzlichen 20 % betreffen hauptsächlich die öffentlich geförderte Weiterbildung. Der Umsatzanteil der Bundesagentur für Arbeit (BA) erreicht mit 18,4 % knapp ein Fünftel des Weiterbildungsmarktes.

Inzwischen dominieren die Beiträge von Teilnehmern, die mit 36,3 % mehr als ein Drittel der Umsätze erreichen, gefolgt von den Ausgaben der Unternehmen mit 22, 6 %.



37 % der in der Weiterbildung i. w. S. lehrenden Personen sind hauptberuflich tätig, d. h. sie sind entweder fest angestellt oder bestreiten ihren Lebensunterhalt durch die Tätigkeit in der Weiterbildung. 23 % aller Lehrenden in der Weiterbildung leben als hauptberufliche Honorarkräfte ausschließlich von der Weiterbildung, das sind knapp 150.000.

Diese Honorarkräfte befinden sich in ihrer sozialen Absicherung in einer prekären Situation. Sie erhalten in der Regel wesentlich geringere Vergütungen als festangestellte Lehrende. Während ein Gymnasiallehrer durchschnittlich brutto 35 bis 40 Euro verdient, liegen die Stundensätze für Honorarkräfte bei den Volkshochschulen bei etwa 17 Euro. Bei privaten Bildungseinrichtungen sind die Vergütungen teilweise noch geringer.

55 % von den hauptberuflichen Honorarkräften bezeichnen sich als Hauptverdiener und befinden sich vielfach in einer finanziell prekären Lage.



Als Fazit hält die Studie fest:

„Den oder die ‚typische’ Lehrende(n) in der Weiterbildung gibt es nicht. Die Struktur ist äußerst heterogen. Unter dem Gesichtspunkt der sozialen Absicherung und der finanziellen Lage sind vor allem die hauptberuflichen Honorarkräfte hervorzuheben, die sich tatsächlich zu einem großen Teil – fast drei Viertel – in einer prekären Lage befinden. Der Anteil dieser Gruppe an allen Lehrenden beträgt knapp 20 %, d. h. etwa 125.000.

Weiterhin ist zu konstatieren, dass die Verdienste von Lehrenden – abgesehen von den festangestellten Lehrkräften – vergleichsweise gering sind, die Haushaltseinkommen der Lehrenden liegen zum Teil deutlich unter denen anderer vergleichbarer Gruppen.“

Sie können die Studie hier als pdf-Datei herunterladen.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 29.06.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 21.05.2019