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Berufliche Weiterbildung für Produktionsfacharbeiter in der Automobilindustrie

Weiterbildungskonzept der Fraunhofer IGD für die Automobilindustrie auf der Learntec-Messe 2005

Computersystem für die Qualifizierung in der Fertigung / Neue Karrierewege für Produktionsfacharbeiter

04.01.2005 (bikl) Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung hat zusammen mit Daimler-Chrysler und der IG Metall ein Modell für berufliches Lernen entwickelt, das kontinuierliche Fachqualifizierung direkt in den Produktionsprozess integriert. Mit moderner Technik soll das elektronische "Produktions-Lern-System" (PLS) neue Karrierewege für Facharbeiter, An- und Ungelernte öffnen, die bei betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen im Verhältnis zu den Angestellten bisher oft unterrepräsentiert sind.

Mit digitaler Unterstützung macht das Produktions-Lernsystem (PLS) des Fraunhofer IGD Lernen und Fortbildung mit vernetzten Terminals direkt am Arbeitsplatz möglich.
Schlanke Produktionsformen haben bei den Branchenriesen und Zulieferern der Automobilindustrie Hochkonjunktur. Mitarbeiterqualifikation ist zum wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden - als Leistungsgarantie für die Firmen und als Arbeitsplatzsicherung für Arbeitnehmer. Mit den neuen Organisationsstrukturen steigt der Anspruch an die Kompetenzen auf allen Unternehmensebenen, und effektive Konzepte für die Weiterbildung im Betrieb sind gefragt.
Auf der Learntec-Messe für Bildungs- und Informationstechnologie 2005 (15.-18.2.2005 in Karlsruhe) will das Fraunhofer IGD sein maßgeschneidertes System der Automobilbranche vorstellen (Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft, Schwarzwaldhalle, Stand 230). Das Online-System wurde teilweise direkt im Daimler-Chrysler-Werk in Mannheim entwickelt und konnte dort an die reelle Arbeitsumgebung angepasst werden: Die PLS-Terminals liefern über das Firmen-Intranet an jedem Arbeitsplatz einen Überblick über die gesamte Montagelinie. Auf der virtuellen Produktionsstraße können die Arbeitsschritte an allen Einheiten eingesehen werden. Integrierte Graphik-Programme können jeden Handgriff in Videos, Fotos, Präsentationen etc. darstellen. Im "Kompetenz-Bereich" kann jeder Mitarbeiter sein persönliches Qualifizierungsprofil anlegen, sein Fachwissen überprüfen, seinen Kompetenzstatus feststellen und im "Selbsttest" den individuellen Lernbedarf ermitteln. Ein digitales Wörterbuch, ein Rückmeldesystem und der "Newsticker" für schnelle Meldungen sichern die Verfügbarkeit der Informationen.
Mit der neuen Technologie will Daimler-Chrysler das Abkommen zwischen dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der IG Metall Baden-Württemberg in die Tat umsetzen, das die Weiterbildung in den Unternehmen auf allen Qualifikations-Ebenen regelt (www.projekt-alf.de). Der Konzern verspricht sich von der neuen Technologie vor allem Verbesserungen in der Ausbildung und Schulung neuer Mitarbeiter und kürzere Einarbeitungsphasen beim Einsatz neuer Bauteile. Die standardisierte Speicherung von Lerninhalten für jeden Arbeitsplatz soll individuelles und bedarfsgerechtes Lernen ermöglichen und die Qualifikationsstruktur im gesamten Unternehmen für Führungskräfte transparent und damit planbar machen. Die systematische Speicherung von "Erfahrungswissen" sorgt außerdem für den Erhalt wertvoller Ressourcen im Unternehmen und für die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsabläufe.

Quelle: Bildungsklick.de

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 05.01.2005

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 20.09.2019