Grundsätzliches zur Weiterbildung

Hier finden Sie Vorträge, Analysen und Hintergrundinformationen, von denen wir der Meinung sind, daß sie über den aktuellen Anlaß hinaus von Bedeutung sind.
Wer sich grundsätzlich mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Weiterbildung auseinandersetzen will oder vertiefende Informationen zu Teilaspekten des Themas wünscht, wird hier fündig.



Deutsche Panelstudie TAEPS möchte Professionalisierung der EB fördern

(15.10.2020) Die Panelstudie "Teachers in Adult Education – A Panel Study (TAEPS)" des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) und des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) widmet sich der Erfassung, Förderung und Anerkennung professioneller Kompetenzen von Lehrenden im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung. Mit ersten Ergebnissen ist 2023 zu rechnen. Im Interview erläutert das Projektteam, bestehend aus Josef Schrader, Dörthe Herbrechter und Andreas Martin, wie das Vorgehen im Rahmen der Panelstudie erfolgt.

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Herausforderungen der Weiterbildung

(11.10.2020) Lebenslanges Lernen – vor allem in Form berufsbezogener Weiterbildung – ist inzwischen zu einer Anforderung an die Beschäftigten geworden. Mit der Teilnahme an Weiterbildung verbinden sich vielfältige Erwartungen und Hoffnungen. Der Sinn und die Notwendigkeit von Weiterbildung sind unbestritten. Nicht mehr haltbar ist jedoch das damit verbundene Versprechen von Karriere und sozialem Aufstieg. Es ist notwendig, sowohl die Sichtweise auf lebenslanges Lernen zu verändern als auch die Weiterbildungsförderung auszubauen.

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Weiterbildung und Digitalisierung

(16.08.2020) Mit der Digitalisierung verändern sich Berufe und Qualifikationen – daher wird ein Bundesgesetz zur Weiterbildung und eine staatlich geförderte Bildungsteilzeit als Unterstützung der betrieblichen Weiterbildung nötiger denn je.

Im Zusammenhang mit Digitalisierungs-, aber auch mit Demografie- oder Gesundheitsschutz-Themen lohnt es, betriebliche Weiterbildung tarifvertraglich zu regeln.

Betriebs- und Personalräte haben bei der Gestaltung betrieblicher Weiterbildung eine wichtige beschäftigungs- und qualifizierungssichernde Funktion.

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Weiterbildungsanbieter im digitalen Wandel

(15.08.2020) In der Weiterbildung werden klassische Formen des Unterrichts zunehmend durch digitale Bildungsformen ergänzt und erweitert. Zu diesem Ergebnis kommt der wbmonitor-Umfrage 2019 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE). Nach Ansicht der Autor*innen wird sich dieser Entwicklung angesichts der Corona-Pandemie weiter beschleunigen.

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Deutschland braucht breite Qualifizierungsoffensive

(21.07.2020) Die Bundesregierung hat zur Unterstützung der Forschungspolitik das Hightech-Forum gegründet. Es soll konkrete Umsetzungs- und Handlungsempfehlungen erarbeiten. Das Forum erarbeitet Impulspapiere zu den Schwerpunktthemen 3,5-Prozent-Ziel, Offene Wissenschaft und Innovation, Soziale Innovationen, Agilität des Innovationssystems, Innovation und Qualifikation, Nachhaltigkeit im Innovationssystem, Zukunft der Wertschöpfung sowie Biologie und Digitalisierung.

Das Forum hat am 15. Juli ein Impulspapier zum deutschen Aus- und Weiterbildungssystem veröffentlicht. Die Empfehlungen verfolgen das Ziel, mehr Chancengerechtigkeit und die Teilhabe am Innovationsgeschehen zu erreichen. Das Papier empfiehlt dafür ein individuelles Recht auf Weiterbildung.

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Mehr Werte statt Mehrwert in der Bildung

(14.07.2020) Corona hat alles verändert. Auch die Bildung muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Die seien nun einmal der unaufhaltsame Vormarsch und Siegeszug der digitalen Medien. Auf einmal ging es nicht darum, wie digitale Endgeräte und Medien sinnvoll in der Bildung eingesetzt werden können. Es ging nur noch um die Versorgung der nach Hause geschickten Kinder, Jugendlichen und Studierenden mit passenden Endgeräten, um bereits im Kindesalter Homeoffice zu erlernen.

Corona war ein Auslöser und Verstärker dieser Tendenzen, nicht die Ursache. Algorithmen und Softwareprogrammierer bestimmen zunehmend den Inhalt von Bildung. Unternehmen bestimmen die Arbeitsbedingungen der Softwareprogrammierer und die Algorithmen und damit letztlich die Inhalte von Bildung. Kommt Bildung damit endgültig unter den Zwang betriebswirtschaftlicher Nutzenkalküle?

Bildung ist mehr als die Vermittlung kurzfristig nutzbaren Wissens. Bildung hat etwas mit der Vermittlung von Werten zu tun, die eine Gesellschaft erst erlebbar und beeinflussbar macht. Für die Autor*innen der neuen Ausgabe von Denk-doch-mal bedeutet das:

„Erstens müssen wir von einer engen Verbindung einer gesellschaftlichen Verfasstheit und ihrem gesellschaftlichen Wertegerüst ausgehen bzw. grundsätzlicher, von einem engen Verhältnis von Bildung zu Gesellschaft und Bildungspolitik zur Gesellschaftspolitik. Bildung für mehr Demokratie und eine Politik für mehr Demokratie sind aufeinander angewiesen.

Zweitens erwarten wir, dass eine werteorientierte Bildung mehr sein muss als eine affirmative Vermittlung von Werten. Vielmehr müssen die sozialen und ökonomischen Verhältnisse, die für das Spannungsverhältnis von Werten und gesellschaftlicher Praxis sorgen, auch Gegenstand des Konzeptes selber sein.“

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Lehrkräfte der Erwachsenen- und Weiterbildung – Beschäftigungsbedingungen, Qualifikationen, Kompetenzen

(14.07.2020) Die Datengrundlage über die Lehrenden in der Weiterbildung ist weiterhin recht lückenhaft. Mit einem neuen Projekt, das beim Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) angesiedelt ist, soll die Datengrundlage verbessert werden. Bundesweit sollen mehrere tausend Beschäftigte in allen Kontexten der Weiterbildung repräsentativ ausgewählt und über einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren begleitet werden.

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Erwachsenenbildung und das Lernen Erwachsener im Nationalen Bildungsbericht 2020

(24.06.2020) Am 23. Juni ist ein weiterer Bericht zum Bildungsgeschehen in Deutschland erschienen. Es handelt sich um den „Nationalen Bildungsbericht“, der unter Federführung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation von einer Autorengruppe erstellt wurde. Es handelt sich nach Angaben der Herausgeber um einen ist einen auf Basis von Indikatoren gestützten Bericht, der das deutsche Bildungswesen als Ganzes abbildet und von der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter reicht. Der Schwerpunkt des Berichts betrifft das Thema „Bildung in einer digitalisierten Welt“.

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Weiterbildungsbeteiligung und Weiterbildungsförderung

(05.06.2020) Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (fibs) hat eine neue Studie über die „Einflussfaktoren der Weiterbildungsbeteiligung und Strukturen der Förderung in den Bundesländern“ erstellt. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt befasste sich mit “Volks- und regionalwirtschaftliche Kosten, Finanzierungs- und Förderstrukturen und Erträge der Weiterbildung - VoREFFi-WB“.

Die Studie befasst sich besonders mit den einzelnen Bundesländern und untersucht den Zusammenhang von Weiterbildungsverhalten und Wirtschaftsstrukturen auf regionaler Ebene.

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Qualifizierung in der Pflege

(19.05.2020) Das Pflegeberufegesetz sieht zahlreiche Änderungen für die Pflegeausbildungen vor. Bundeseinheitliche Rahmenpläne dienen den Ländern, Bildungsträgern und Pflegeschulen nun als Orientierung für die Entwicklung der Curricula und Ausbildungspläne. Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ (BWP) geht der Frage nach, wie die Neuerungen des Gesetzes die Qualifizierung in der Pflege verändern. Zudem geht es um Fragen, wie die praktische Umsetzung des Gesetzes begleitet werden kann und wie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse in Zukunft erfolgt.

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Hoffnung und Wirklichkeit

(23.04.2020) 10 Jahre ist es bereits her, da wurde der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) nach langem, zähem Ringen verabschiedet. Mit ihm sollte es zukünftig möglich sein, schulische und berufliche formale Abschlüsse vergleichbar(er) zu machen. Alle erwerbbaren formalen Abschlüsse sind im DQR in einem 8-stufigen Raster eingeordnet.

Inzwischen ist es ruhig geworden um den DQR. „Der DQR hat sich insgesamt als ein akzeptiertes Transparenzinstrument zur Abbildung aller formalen Bildungsabschlüsse des deutschen Bildungssystems etabliert. Er schafft eine bis dato nicht erreichte Übersichtlichkeit und gibt Orientierung für Lernende, Beschäftigte, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und bildungspolitische Akteure.“ Das meint Mario Patuzzi, Leiter des Referats für Grundsatzfragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung beim DGB Bundesvorstand, in der neuen denk-doch-mal.

Und trotzdem sind die Ergebnisse insgesamt mehr als ernüchternd. Eine überschaubare Community derer, die mit Schulabschlüssen und formalen Qualifikationen der Berufs- und Hochschulbildung in Deutschland zu tun, beschäftigt sich überhaupt mit dem DQR. Die Hoffnungen, die der DQR geweckt hat, wurden nicht erfüllt. Es verfestigt sich der Eindruck, dass der Prozess um den DQR „viel Papier und Zeit gekostet, aber wenig spürbare Auswirkungen hatte. Diese latente Unzufriedenheit nötigt auch DGB und Gewerkschaften dazu, dem Konstrukt DQR nochmals genauer auf den Zahn zu fühlen.“

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Wo ist unsere emanzipatorische Bildungsvision, wo ist sie geblieben?

(27.02.2020) Bildung, so scheint es, verkommt zunehmend zur Ware. Gerade in der Erwachsenenbildung war der Gedanke der Emanzipation durch Bildung weit verbreitet. Davon ist in der gegenwärtigen Debatte um die „neue Weiterbildungskultur“ im Zuge der Digitalisierung nicht mehr die Rede. Es geht um lebenslange Anpassung an die Anforderungen im Arbeitsprozess.

In der neuen Ausgabe des Magazins „erwachsenenbildung.at“ geht es um „Humanismus und Freiheitlichkeit“, Stolpersteine am Weg zu einer demokratischen Bildung und nachhaltigen Gesellschaft?“. In einem Beitrag fragt sich Renate Schwammer, wo unsere „emanzipatorischen Bildungsvisionen“ geblieben sind? Sie schreibt dazu:

„Während Adornos günstiges Urteil über Bildung auf der Hoffnung beruht, hier werde es möglich sein, Menschen zur Einsicht ins Wesentliche der gegenwärtigen Gesellschaft zu bringen, ihnen die realen gesellschaftlichen Machtverhältnisse, Abhängigkeiten und Prozesse zu zeigen, denen sie unterworfen sind, so scheint es derzeit, dass sich Bildung den Erfordernissen der Wirtschaft unterwirft. Die heute dominierende Bildungsidee besteht darin, für den Arbeitsmarkt und für die Wirtschaft brauchbar und wettbewerbsfähig zu machen. Das heißt auch, das Trainieren von Kompetenzen in den Vordergrund zu stellen. Verweilen, Zeit zum Nachdenken und Orientieren haben in diesem Konzept keinen festen Platz.“

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Wie muss die betriebliche Weiterbildung künftig aussehen?

(26.02.2020) Die nationale Weiterbildungsstrategie ruft nach einer neuen „Weiterbildungskultur“. Doch wie soll die aussehen? Welche Rahmenbedingungen benötigen die Menschen und die Unternehmen, um die berufliche Weiterbildung dem rasanten Wandel in der Arbeitswelt anzupassen? „Und wie muss sich Weiterbildung künftig aufstellen, um nicht nur passende Angebote, sondern vor allem auch passende Rahmenbedingungen zu bieten?“ Danach fragt die neue Ausgabe der „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (bibb).

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Globale Entwicklungen und die Neuvermessung politischer Bildung

(09.01.2020) Das Jahresthema des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB) für das Jahr 2020 lautet: „Transformationen. Globale Entwicklungen und die Neuvermessung politischer Bildung“. Es wurde in den Gremien des AdB entwickelt und vom Vorstand verabschiedet.

Der Begriff Transformation steht für fundamentale und dauerhafte Wandlungsprozesse, für technologische Entwicklungen, für die zunehmende Digitalisierung, den Klimawandel, globale Migrationsbewegungen, aber auch für die in vielen Ländern zu beobachtenden Re-Nationalisierungsprozesse, die oftmals mit einem zunehmenden Populismus verbunden sind. Angesichts dieser Wandlungs- und Entwicklungsprozesse ist die politische Bildung herausgefordert, ihr Selbstverständnis und ihre Praxis zu überdenken, eine Neuvermessung ihres Aufgabenfeldes vorzunehmen, Grenzen neu auszuloten und die Chancen, die den Entwicklungen innewohnen, für ihre gesellschaftspolitische Gestaltungskraft besser zu nutzen.

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Nur wenige Prozente der Bildungshaushalte gehen in die Erwachsenenbildung

(09.12.2019) Erwachsene haben zu wenig Möglichkeiten, an Bildungsmaßnahmen teilzunehmen. Zu diesem Schluss kommt der vierte Weltbericht zur Erwachsenenbildung, der jetzt vom UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen vorgelegt wurde.

Deutschland wird in dem Bericht lobend erwähnt. Deutschland gehört zu der Gruppe von Staaten, die mehr als vier Prozent des Bildungsetats für Erwachsenenbildung ausgeben. Fast ein Fünftel der Länder geben demnach weniger als 0,5 Prozent des Bildungsetats für Erwachsenenbildung aus. Insgesamt gebe es einen Trend zur Reduzierung der Mittel. Angesichts dieser Daten fordern die Autor*innen des Bericht „verstärkte Investitionen von Regierungen, Arbeitgebern und weiteren Akteuren in die Erwachsenenbildung“.

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Weiterbildung nicht auf Berufsbildung reduzieren

(02.12.2019) Digitalisierung, Energiewende und Elektromobilität verändern Arbeit und Leben tiefgreifend. Ob Arbeitnehmer zu den Gewinnern zählen, ist nicht ausgemacht. Eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg: beste Bildung. Für alle. Ein Leben lang.

Doch Deutschland kommt beim Thema Bildung nicht voran. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt stagnieren die Bildungsausgaben. Durch die Hartz-IV Gesetze wurde die öffentlich finanzierte Weiterbildung ausgedünnt. Zugleich fordern Politik und Wirtschaft mehr Bereitschaft zur Weiterbildung. Die Digitalisierung erfordere die Bereitschaft zum Lebenslangen Lernen.

„Es ist Zeit für eine Bildungsoffensive für eine neue Arbeitswelt. Beste Bildung ist mehr als eine Quelle von Wohlstand. Dazu die Kommission Arbeit der Zukunft: ‚Bildung ist Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.‘ Sie ist ein Eckpfeiler der Demokratie.“ Das schreibt Hilmar Höhn im Vorwort des Dossier Nr. 2 zur Zukunft der Arbeit.

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Jugendliche mit niedrigem Bildungsgrad drohen im politischen Diskurs abgehängt zu werden

(29.11.2019) Die Mehrheit junger Menschen informiert sich intensiv über das politische Geschehen. Allerdings nimmt der Anteil derer, die sich nie oder weniger als einmal im Monat über Politik informieren, bei geringerem Bildungsstand deutlich zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Vodafone-Stiftung zum Informationsverhalten Jugendlicher in der digitalen Welt.

Während bei jungen Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand 24 Prozent angeben, sich nie oder selten über das politische Geschehen zu informieren, sind das bei einem hohen Bildungsstand nur noch 7 Prozent. Nach Ansicht von Inger Paus, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vodafone Stiftung laufen wir Gefahr, „einen signifikanten Anteil junger Menschen in der digitalen Nachrichtenwelt zu verlieren. Ohne vertiefte Angebote von Medienkompetenz in der Schule, die alle Schülerinnen und Schüler erreichen, sowie den direkten Dialog der Politik auf Augenhöhe mit jungen Menschen, verschenken wir das Potenzial einer jungen Generation und verschließen Ihnen die Chancen für demokratische Teilhabe.“

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Öffentliche Finanzierung der Weiterbildung

(02.11.2019) Der Bedeutungszuwachs der Weiterbildung wird nicht bestritten. Umstritten ist jedoch, welche Anteile der Staat, die Unternehmen und die Menschen an der Weiterbildung leisten sollen. Angesichts der künftigen Herausforderungen stellt sich die Frage, wie die Architektur der finanziellen Förderung von Weiterbildung in den nächsten Jahren aussehen soll. Zum Ausbau der öffentlichen Förderung von Weiterbildung liegen diverse Vorschläge vor.

Das neu bei der Böckler-Stiftung erschienene Gutachten von Gerhard Bosch untersucht Förderinstrumente aus Schweden, Frankreich und Österreich hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen und ihrer Anschlussfähigkeit an die Weiterbildungsförderung in Deutschland. Vorgeschlagen werden der Ausbau des BAföG zu einem Instrument der individuellen Förderung lebenslangen Lernens und der Ausbau investiver Arbeitsmarktpolitik, u. a. mit der Förderung abschlussbezogener Maßnahmen und der Einführung von Transformationskurzarbeitergeld, Weiterbildungsgeld und Fachkräftestipendien.

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Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland 2018 deutlich gestiegen

(05.09.2019) Das Bundesbildungsministerium hat eine neue Studie über das Weiterbildungsverhalten 2018 nach dem Konzept des Adult Education Survey (AES) veröffentlicht.

„Der Trendbericht ist im Wesentlichen in drei Teile gegliedert: a) Weiterbildung, b) Lebenslanges Lernen Erwachsener und c) Aktuelle Themen im Kontext des Bildungsmonitorings.“ Die Studie gliedert die Trendergebnisse nach der „Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland (Kapitel 2), Informationen zu den Weiterbildungsaktivitäten (Kapitel 3), die Segmente von Weiterbildung (Kapitel 4), die Beteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen an Weiterbildung (Kapitel 5) sowie eine Beschreibung des Feldes der Weiterbildung auf Ebene der Weiterbildungsaktivitäten (Kapitel 6)“.

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Finanzierung der Aus- und Weiterbildung

(06.08.2019) In der Schriftenreihe der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Hochschulpolitik hat Angela Borgwardt ihre Vorschläge zur Finanzierung der aus- und Weiterbildung veröffentlicht. Die Publikation spiegelt die Debatten der Konferenz „‘Lernen für Morgen. Finanzierung der Aus- und Weiterbildung‘ wider, die die Abteilung Studienförderung (Bereich Bildungs- und Hochschulpolitik) und die Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung am 16. November 2018 in Berlin gemeinsam veranstaltet haben“.

Mit der Finanzierung der Weiterbildung sind andere Aspekte der Weiterbildungspolitik wie etwa die Infrastruktur oder die Beratung eng verflochten. Aus diesem Grunde wurde auch die mögliche Rolle von Hoch- und Berufsschulen für die Weiterbildung untersucht. Auch die Vereinbarkeit von Beruf, Bildung und Privatleben wird beleuchtet.

Die Ebert-Stiftung möchte mit der Publikation einen Beitrag zur Debatte einer neuen Weiterbildungskultur in Deutschland leisten, die mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie angestoßen wurde.

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Gut ausbilden, Weiterbildung stärken, die Zukunft gestalten: Für ein Recht auf berufliche Weiterbildung!

(08.07.2019) In einem gemeinsamen Thesenpapier fordern die Arbeitskammern des Saarlandes, Österreichs, des Landes Bremen und aus Luxemburg ein Recht auf einen „ersten Berufsabschluss und auf berufliche Weiterbildung, das durch konkrete Rechtsansprüche garantiert wird“.

Die berufliche Aus- und Weiterbildung sei ein wichtiger Schlüssel, um die Arbeitswelt insbesondere in Zeiten massiver Umstrukturierungen der Wirtschaft zu gestalten. Weiterbildung schaffe individuelle berufliche Aufstiegschancen, erleichtert die Anpassung an technologische Änderungen und sei ein „wichtiges Element von beruflicher Entwicklung, sozialer Teilhabe und persönlicher Entfaltung“.

Neben verstärkten Anstrengungen in der Weiterbildung fordern die vier beteiligten Arbeitskammern „verlässliche und belastbare Rahmenbedingungen für die berufliche Bildung sowie gesetzliche Regulierungen“. Dabei müsse die Weiterbildung in „gemeinsamer Verantwortung von Staat, Arbeitgebern und Gewerkschaften weiterentwickelt werden“.

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10-Punkte-Plan zur Nationalen Weiterbildungsstrategie für mehr Investitionen in eine solidarische Gestaltung des Wandels der Arbeitswelt

(24.04.2019) Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat in einem 10-Punkte-Plan Vorschläge zur Nationalen Weiterbildungsstrategie vorgelegt. Unter anderem fordern die Gewerkschaften ein "Transformationskurzarbeitergeld". Dieses Kurzarbeitergeld soll Beschäftigte und Betriebe dabei unterstützen, den in vielen Branchen bevorstehenden Strukturwandel zu bewältigen.

Was ist die "Nationale Weiterbildungsstrategie"?
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entwickeln gemeinsam mit den Sozialpartnern (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände), Ländern, Kammern und der Bundesagentur für Arbeit eine Nationale Weiterbildungsstrategie. Sie baut auf dem Qualifizierungschancengesetz (Qualifizierungsoffensive) auf, das bereits ein verbindliches Recht auf Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit beinhaltet und die geförderte Weiterbildung auch für Beschäftigte erweitert, die von Strukturwandel betroffen sind, unabhängig von Qualifikation und Größe des Betriebs.

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Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss steigt weiter an

(16.04.2019) Der Ausbildungsmarkt zerfällt in parallele Welten. Zu diesem Ergebnis kommt die Gruppe der Arbeitnehmer in ihrer Stellungnahme zum Berufsbildungsbericht 2019. Trotz eines leicht gestiegenen Angebots an Ausbildungsplätzen kann von einem auswahlfähigen Angebot kaum die Rede sein. Gleichzeitig mündeten mehr ca. 270.000 Jugendliche in die zahllosen Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung.

„Die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss steigt weiter auf 14,2 Prozent der jungen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren. Das sind 2,12 Millionen in diesem Alter. Sie sind die Hochrisikogruppe auf dem Arbeitsmarkt und fühlen sich von den demokratischen Kräften oft nicht mehr gesehen und angesprochen.

Besonders dramatisch ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Ruhrgebiet, in den mittleren Städten Hessens und Niedersachsen sowie im Norden Schleswig-Holsteins. Wir dürfen nicht zulassen, dass in Oberhausen, Bochum, Hameln, Flensburg oder auch Nordbrandenburg eine abgehängte Generation heranwächst. In diesen Regionen muss der Staat, ergänzend zur betrieblichen Ausbildung, auch außerbetriebliche Plätze anbieten.

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Weiterbildung: Finanzielles Stiefkind der Bildungspolitik

(12.03.2019) Der Anspruch der Politik und die öffentlichen Aufwendungen für die Weiterbildung klaffen weit auseinander. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung. Nur 6,3 Milliarden Euro bringt die öffentliche Hand für Weiterbildungen auf. 1995 leistete der Staat sich noch Weiterbildungen in Höhe von 11,1 Milliarden Euro – ein Rückgang um 43,3 Prozent.

Demnach erreichte die öffentliche Förderung der Weiterbildung 2012 mit gerade einmal 4,9 Milliarden Euro den absoluten Tiefpunkt. Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung sagt dazu: „Weiterbildung war zu lange das Stiefkind der öffentlichen Bildungsfinanzierung und erreicht noch immer nicht diejenigen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind.“ Denn gerade Geringqualifizierte oder Empfänger von Hartz-IV fallen häufig aus der öffentlichen Weiterbildungsfinanzierung raus.

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Die bildungspolitischen Vereinbarungen der Bundesregierung auf dem Prüfstand

(07.03.2019) Der Wissenschaftliche Beraterkreis von ver.di und IG Metall hat sich mit den bildungspolitischen Vereinbarungen der Bundesregierung auseinandergesetzt. Ausgangspunkte seiner Wertung sind der unbestrittene Reformbedarf in der Bildungspolitik, aber auch der große Widerspruch zwischen angekündigten Reformen und tatsächlicher Politik in der Vergangenheit, wie die Bilanz des Bildungsgipfels von 2008 eindringlich gezeigt hat.

Grundlage für dieses Papier sind der Koalitionsvertrag der Bundesregierung und eine erste Einschätzung der bisher eingeleiteten Schritte zur Umsetzung der Vorhaben. Der Beraterkreis stellt die Vereinbarungen in den Kontext einer wissenschaftlichen und politischen Debatte, bewertet sie und arbeitet mögliche politische Ansatzpunkte heraus, die in den anstehenden parlamentarischen und gesellschaftlichen Debatten im Sinne einer größeren Handlungsfähigkeit für die notwendige Reformen genutzt werden können.

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Fördermittel für Weiterbildung erreichen nur eine Minderheit

(13.02.2019) Weiterbildung sei wichtig, um die Beschäftigung zu sichern und die Wirtschaft brummen zu lassen. Besonders die Politik wiederholt diesen Satz fasst gebetsmühlenartig. Und stampft so manches Förderinstrument für die Förderung der beruflichen Weiterbildung von Privatpersonen aus dem Boden. Immer in der Hoffnung, dass es aufwärts gehe mit der Weiterbildung.

Eine neue Studie des FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie belegt nun, dass nur eine verschwindende Minderheit in den Genuss der Förderung gelangt. Nicht einmal zwei Prozent aller Erwerbspersonen haben für ihre Weiterbildung eine finanzielle Unterstützung vom Bund oder von den Ländern in Anspruch genommen. „Bezogen auf die 52 Prozent der Erwachsenen, die an Weiterbildung teilnehmen, sind es 3,4 Prozent“, so die Studie.

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Weiterbildungsbeteiligung, formale Qualifikation, Kompetenzausstattung und Persönlichkeitsmerkmale

(14.01.2019) Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat neue und aktualisierte Ergebnisse aus dem Projekt: „Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland - Kompetenzausstattung, formale Qualifikation und Persönlichkeitsmerkmale“ von Kruppe und Baumann als IAB-Forschungsbericht veröffentlicht.

Die Autor*innen betrachten Auswertungen zur Weiterbildungsbeteiligung bei unterschiedlichen Formen (formal, non-formal und informell) der Weiterbildung. Ein Schwerpunkt der Arbeit bildet die Gruppe der formal gering Qualifizierten. Die ausgewerteten Datensätze enthalten neben Daten zur Weiterbildungsbeteiligung auch Informationen zu Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen. Die Autor*innen kommen zu dem Ergebnis, dass gering Qualifizierte nicht zwangsläufig niedrige Kompetenzwerte aufweisen: „etwa 20 Prozent erreichen sogar hohe und höchste Kompetenzwerte“.

Nicht bedeutsam scheint dagegen zu sein, ob die berufliche Erstausbildung direkt nach der Schule oder erst durch eine spätere erfolgreiche Teilnahme an formaler Weiterbildung stattgefunden hat. Bei beiden Gruppen wurden keine signifikanten Unterschiede „in ihren Persönlichkeitsmerkmalen“ gefunden.

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Soziale Welten der Erwachsenenbildung

(27.12.2018) Der Begriff der Professionalisierung wird heute in der Weiterbildung im doppelten Sinne gebraucht. Die einen reden über Fertigkeiten und Kenntnisse, die Dozent*innen für ihre Arbeit benötigen. Die anderen reden über ein gemeinsames Berufsbild in der Erwachsenenbildung, das bisher nicht existiert. „Fragen Sie eine/n Erwachsenenbildner/in, wie sie/er sich bezeichnet, werden Sie zig verschiedene Berufsbezeichnungen als Antwort bekommen“, so Petra H. Steiner in ihrer Vorstellung ihrer Dissertation zur Professionalisierung in der Erwachsenenbildung.

Nach ihrer Ansicht bilden (in Österreich) einzelne Gruppen eigene „soziale Welten und professionsspezifische Subkulturen einer Profession Erwachsenenbildung“. Es gebe sowohl eine strukturelle wie eine individuelle Professionalisierung. Die Grenzen zwischen beiden Formen seien fließend und müssten gestaltet werden.

„Die These des Buches ist, dass strukturelle Professionalisierung (Professionalisierung, die nachhaltige Strukturen ausbildet, etwa Ausbildungen, Zertifikate, definierte Zugangsmöglichkeiten zu Arbeitsmärkten) v.a. die Nachhaltigkeit professioneller Dienstleistung sichert. Durch strukturelle Elemente einer Profession können hohe Fluktuation, das baldige Ausscheiden hochqualifizierter ErwachsenenbildnerInnen aus dem Tätigkeitsfeld, und ein zu weites Auseinanderklaffen von Bezahlungsverhältnissen (soziale Gerechtigkeit) und besonders schlechte Bezahlungs- und Arbeitsverhältnisse verringert werden.“

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Bessere Bildung - Bessere Chancen

(11.12.2018) In einer Faktenbroschüre stellt die IG Metall ihre zentralen Forderungen an ein neues Berufsbildungsgesetz vor. Die IG Metall fordert „eine solidarische, zukunftsorientierte und qualitativ hochwertige Reform des Berufsbildungsgesetzes“. Sie stellt ihre Reformperspektiven bewusst gegen die Vorstellungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 29.11.2020