Grundsätzliches zur Weiterbildung

Hier finden Sie Vorträge, Analysen und Hintergrundinformationen, von denen wir der Meinung sind, daß sie über den aktuellen Anlaß hinaus von Bedeutung sind.
Wer sich grundsätzlich mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Weiterbildung auseinandersetzen will oder vertiefende Informationen zu Teilaspekten des Themas wünscht, wird hier fündig.



10-Punkte-Plan zur Nationalen Weiterbildungsstrategie für mehr Investitionen in eine solidarische Gestaltung des Wandels der Arbeitswelt

(24.04.2019) Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat in einem 10-Punkte-Plan Vorschläge zur Nationalen Weiterbildungsstrategie vorgelegt. Unter anderem fordern die Gewerkschaften ein "Transformationskurzarbeitergeld". Dieses Kurzarbeitergeld soll Beschäftigte und Betriebe dabei unterstützen, den in vielen Branchen bevorstehenden Strukturwandel zu bewältigen.

Was ist die "Nationale Weiterbildungsstrategie"?
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entwickeln gemeinsam mit den Sozialpartnern (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände), Ländern, Kammern und der Bundesagentur für Arbeit eine Nationale Weiterbildungsstrategie. Sie baut auf dem Qualifizierungschancengesetz (Qualifizierungsoffensive) auf, das bereits ein verbindliches Recht auf Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit beinhaltet und die geförderte Weiterbildung auch für Beschäftigte erweitert, die von Strukturwandel betroffen sind, unabhängig von Qualifikation und Größe des Betriebs.

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Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss steigt weiter an

(16.04.2019) Der Ausbildungsmarkt zerfällt in parallele Welten. Zu diesem Ergebnis kommt die Gruppe der Arbeitnehmer in ihrer Stellungnahme zum Berufsbildungsbericht 2019. Trotz eines leicht gestiegenen Angebots an Ausbildungsplätzen kann von einem auswahlfähigen Angebot kaum die Rede sein. Gleichzeitig mündeten mehr ca. 270.000 Jugendliche in die zahllosen Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung.

„Die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss steigt weiter auf 14,2 Prozent der jungen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren. Das sind 2,12 Millionen in diesem Alter. Sie sind die Hochrisikogruppe auf dem Arbeitsmarkt und fühlen sich von den demokratischen Kräften oft nicht mehr gesehen und angesprochen.

Besonders dramatisch ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Ruhrgebiet, in den mittleren Städten Hessens und Niedersachsen sowie im Norden Schleswig-Holsteins. Wir dürfen nicht zulassen, dass in Oberhausen, Bochum, Hameln, Flensburg oder auch Nordbrandenburg eine abgehängte Generation heranwächst. In diesen Regionen muss der Staat, ergänzend zur betrieblichen Ausbildung, auch außerbetriebliche Plätze anbieten.

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Weiterbildung: Finanzielles Stiefkind der Bildungspolitik

(12.03.2019) Der Anspruch der Politik und die öffentlichen Aufwendungen für die Weiterbildung klaffen weit auseinander. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung. Nur 6,3 Milliarden Euro bringt die öffentliche Hand für Weiterbildungen auf. 1995 leistete der Staat sich noch Weiterbildungen in Höhe von 11,1 Milliarden Euro – ein Rückgang um 43,3 Prozent.

Demnach erreichte die öffentliche Förderung der Weiterbildung 2012 mit gerade einmal 4,9 Milliarden Euro den absoluten Tiefpunkt. Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung sagt dazu: „Weiterbildung war zu lange das Stiefkind der öffentlichen Bildungsfinanzierung und erreicht noch immer nicht diejenigen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind.“ Denn gerade Geringqualifizierte oder Empfänger von Hartz-IV fallen häufig aus der öffentlichen Weiterbildungsfinanzierung raus.

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Die bildungspolitischen Vereinbarungen der Bundesregierung auf dem Prüfstand

(07.03.2019) Der Wissenschaftliche Beraterkreis von ver.di und IG Metall hat sich mit den bildungspolitischen Vereinbarungen der Bundesregierung auseinandergesetzt. Ausgangspunkte seiner Wertung sind der unbestrittene Reformbedarf in der Bildungspolitik, aber auch der große Widerspruch zwischen angekündigten Reformen und tatsächlicher Politik in der Vergangenheit, wie die Bilanz des Bildungsgipfels von 2008 eindringlich gezeigt hat.

Grundlage für dieses Papier sind der Koalitionsvertrag der Bundesregierung und eine erste Einschätzung der bisher eingeleiteten Schritte zur Umsetzung der Vorhaben. Der Beraterkreis stellt die Vereinbarungen in den Kontext einer wissenschaftlichen und politischen Debatte, bewertet sie und arbeitet mögliche politische Ansatzpunkte heraus, die in den anstehenden parlamentarischen und gesellschaftlichen Debatten im Sinne einer größeren Handlungsfähigkeit für die notwendige Reformen genutzt werden können.

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Fördermittel für Weiterbildung erreichen nur eine Minderheit

(13.02.2019) Weiterbildung sei wichtig, um die Beschäftigung zu sichern und die Wirtschaft brummen zu lassen. Besonders die Politik wiederholt diesen Satz fasst gebetsmühlenartig. Und stampft so manches Förderinstrument für die Förderung der beruflichen Weiterbildung von Privatpersonen aus dem Boden. Immer in der Hoffnung, dass es aufwärts gehe mit der Weiterbildung.

Eine neue Studie des FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie belegt nun, dass nur eine verschwindende Minderheit in den Genuss der Förderung gelangt. Nicht einmal zwei Prozent aller Erwerbspersonen haben für ihre Weiterbildung eine finanzielle Unterstützung vom Bund oder von den Ländern in Anspruch genommen. „Bezogen auf die 52 Prozent der Erwachsenen, die an Weiterbildung teilnehmen, sind es 3,4 Prozent“, so die Studie.

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Weiterbildungsbeteiligung, formale Qualifikation, Kompetenzausstattung und Persönlichkeitsmerkmale

(14.01.2019) Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat neue und aktualisierte Ergebnisse aus dem Projekt: „Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland - Kompetenzausstattung, formale Qualifikation und Persönlichkeitsmerkmale“ von Kruppe und Baumann als IAB-Forschungsbericht veröffentlicht.

Die Autor*innen betrachten Auswertungen zur Weiterbildungsbeteiligung bei unterschiedlichen Formen (formal, non-formal und informell) der Weiterbildung. Ein Schwerpunkt der Arbeit bildet die Gruppe der formal gering Qualifizierten. Die ausgewerteten Datensätze enthalten neben Daten zur Weiterbildungsbeteiligung auch Informationen zu Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen. Die Autor*innen kommen zu dem Ergebnis, dass gering Qualifizierte nicht zwangsläufig niedrige Kompetenzwerte aufweisen: „etwa 20 Prozent erreichen sogar hohe und höchste Kompetenzwerte“.

Nicht bedeutsam scheint dagegen zu sein, ob die berufliche Erstausbildung direkt nach der Schule oder erst durch eine spätere erfolgreiche Teilnahme an formaler Weiterbildung stattgefunden hat. Bei beiden Gruppen wurden keine signifikanten Unterschiede „in ihren Persönlichkeitsmerkmalen“ gefunden.

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Soziale Welten der Erwachsenenbildung

(27.12.2018) Der Begriff der Professionalisierung wird heute in der Weiterbildung im doppelten Sinne gebraucht. Die einen reden über Fertigkeiten und Kenntnisse, die Dozent*innen für ihre Arbeit benötigen. Die anderen reden über ein gemeinsames Berufsbild in der Erwachsenenbildung, das bisher nicht existiert. „Fragen Sie eine/n Erwachsenenbildner/in, wie sie/er sich bezeichnet, werden Sie zig verschiedene Berufsbezeichnungen als Antwort bekommen“, so Petra H. Steiner in ihrer Vorstellung ihrer Dissertation zur Professionalisierung in der Erwachsenenbildung.

Nach ihrer Ansicht bilden (in Österreich) einzelne Gruppen eigene „soziale Welten und professionsspezifische Subkulturen einer Profession Erwachsenenbildung“. Es gebe sowohl eine strukturelle wie eine individuelle Professionalisierung. Die Grenzen zwischen beiden Formen seien fließend und müssten gestaltet werden.

„Die These des Buches ist, dass strukturelle Professionalisierung (Professionalisierung, die nachhaltige Strukturen ausbildet, etwa Ausbildungen, Zertifikate, definierte Zugangsmöglichkeiten zu Arbeitsmärkten) v.a. die Nachhaltigkeit professioneller Dienstleistung sichert. Durch strukturelle Elemente einer Profession können hohe Fluktuation, das baldige Ausscheiden hochqualifizierter ErwachsenenbildnerInnen aus dem Tätigkeitsfeld, und ein zu weites Auseinanderklaffen von Bezahlungsverhältnissen (soziale Gerechtigkeit) und besonders schlechte Bezahlungs- und Arbeitsverhältnisse verringert werden.“

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Bessere Bildung - Bessere Chancen

(11.12.2018) In einer Faktenbroschüre stellt die IG Metall ihre zentralen Forderungen an ein neues Berufsbildungsgesetz vor. Die IG Metall fordert „eine solidarische, zukunftsorientierte und qualitativ hochwertige Reform des Berufsbildungsgesetzes“. Sie stellt ihre Reformperspektiven bewusst gegen die Vorstellungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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Kernforderungen des DGB und der Gewerkschaften zur Novellierung des Berufsbildungsgesetzes

(19.11.2018) Die Bundesregierung will das Berufsbildungsgesetz (BBiG) novellieren. Ein neues Gesetz soll bis zum 1. August 2019 beschlossen werden und zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften begrüßen die geplante Weiterentwicklung des für die Berufsbildung maßgeblichen BBiG. Die duale Berufsausbildung schafft hohe Übergangsquoten in den Arbeitsmarkt und mindert Jugendarbeitslosigkeit.

Dabei ist berufliche Bildung nicht in erster Linie Qualifizierung für Technik. Die berufliche Bildung soll vor allem auch der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung dienen. Das Ziel ist, die Auszubildenden und Beschäftigten in die Lage zu versetzen, kompetent, kreativ, selbstbestimmt und solidarisch mit neuen und auch komplexen Herausforderungen umgehen zu können.

DGB und Gewerkschaften erwarten von der Bundesregierung, dass sie mit der Novellierung die Qualität der Aus- und Fortbildung spürbar verbessert, indem sie die Attraktivität der beruflichen Bildung im Sinne der Auszubildenden, der dual Studierenden und Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Fortbildungslehrgängen erhöht, Durchlässigkeit und Transparenz herstellt und die sozialpartnerschaftliche Mitbestimmung in der Berufsbildung stärkt. Mit den folgenden Kernpunkten kann die anstehende Novellierung des Berufsbildungsgesetzes für eine moderne und attraktive Berufliche Bildung gelingen.

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Bundestag beschließt Einsetzung einer Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“

(24.07.2018) Ohne Gegenstimmen hat der Deutsche Bundestag am 28. Juni 2018 die Einsetzung einer Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Welt“ beschlossen. Die Grünen enthielten sich der Stimme.

Die Kommission wird aus 19 Mitgliedern des Bundestages und 19 Sachverständigen bestehen. Nach Ansicht der Antragssteller führt der digitale Wandel „zu einem immensen Bedeutungszuwachs“ für das „lebensbegleitende Lernen“. Die Kommission solle daher „die Entwicklungsperspektiven der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der künftigen Arbeitswelt untersuchen und die ökonomischen und sozialen Potentiale einer Modernisierung prüfen.“ Zudem führe die Digitalisierung zu einem „Kulturwandel des Lernens an den Berufs- und Ausbildungsstätten“, die aktiv gestaltet werden müsse.

Die Grünen wollten mehr Öffentlichkeit. In einem Änderungsantrag forderten sie: „Die Sitzungen und Anhörungen oder Fachgespräche der Enquete-Kommission sind regelmäßig öffentlich.“ Zudem wollten sie Beteiligungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit, um deren Anregungen „in geeigneter Weise in die Arbeit der Kommission einfließen“ zu lassen. Dieser Antrag fand keine Mehrheit im Parlament.

Die Kommission „soll dem Deutschen Bundestag vor Ablauf der Legislaturperiode über ihre Arbeitsergebnisse berichten und Handlungsempfehlungen vorlegen. Ihr Bericht wird in angemessener Form einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“

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BIBB-Analyse zu Aufwand und Nutzen beruflicher Weiterbildung

(12.07.2018) Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat in einer neuen Untersuchung den finanziellen Aufwand ermitteln lassen, den die Teilnehmer*innen für Weiterbildung ausgeben. Mit insgesamt 17,8 Milliarden Euro tragen die sie einen erheblichen Teil der Weiterbildungskosten.

Bei den Ausgaben der Unternehmen gibt es deutliche Unterschiede je nach Ermittlungsart. Das Statistische Bundesamt kommt 2016 auf lediglich 11 Milliarden Euro, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt 2017 dagegen auf 33,5 Milliarden Euro. Nach Ansicht der Autoren der Studie kommt die Definition des IW der von ihnen gewählten Weiterbildungsdefinition deutlich näher.

Der Aufwand der öffentlichen Hand (einschl. der Bundesagentur für Arbeit) lässt sich nur schätzen, da nicht zwischen Erst- und Weiterbildung bei der Kostenermittlung unterschieden werde. „Grob geschätzt kann für das Jahr 2015 von bis zu fünf Mrd. Euro ausgegangen werden“, so die Autoren der Studie.

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Wie Bildungsaufstieg gelingt: Wenn der Apfel weit vom Stamm fällt

(11.07.2018) Bildung ist in zweierlei Hinsicht selektiv: Zum einen haben Kinder, deren Eltern einen höheren Bildungsabschluss haben, im Durchschnitt besseren Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen. Zum anderen wird Weiterbildung verstärkt von denen genutzt, die einen höheren Bildungsabschluss haben.

Trotzdem gelingt es immer wieder Kindern aus Nicht-Akademikerfamilien, auf dem zweiten Bildungsweg erfolgreich ein Studium zu absolvieren. Welche Mechanismen und Rahmenbedingungen dahinterstehen, wenn ein Bildungsaufstieg doch gelingt, dieser Frage widmet sich die aktuelle Ausgabe Nr. 34 des Magazin erwachsenenbildung.at (Meb) in 17 Beiträgen.

Erwachsenenbildung spielt beim Nachholen von Bildungsabschlüssen eine wichtige Rolle. Die Auswertung entsprechender Angebote in Österreich zeigt auf, welche Voraussetzungen Teilnehmer*innen mitbringen müssen. Das Programm verlangt von den Teilnehmenden ausgeprägtes Durchhaltevermögen, gutes Zeitmanagement und ein hohes Maß an Selbstorganisation. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, profitiert von den Bildungsangeboten.

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Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil

(11.06.2018) Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 2016 einen Bericht zur Bildungsbeteiligung in Deutschland in Auftrag gegeben. Dieser Bericht orientiert sich am Adult Education Survey (AES), um eine europaweite Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen. Das DIE hat den Bericht zum „Weiterbildungsverhalten in Deutschland – Ergebnisse des Adult Education Survey 2016“ jetzt im Netz veröffentlicht.

Der Bericht gliedert sich nach den unterschiedlichen Formen der Weiterbildung. In Teil A wird die Beteiligung an non-formaler Weiterbildung dargestellt. Teil B widmet sich weiteren Lern- und Bildungsaktivitäten. Die Bildungsaktivitäten der Erwachsenen werden vertiefend beschrieben (Teil C), und es wird über Barrieren, Transparenz und Beratung von und über Bildung berichtet (Teil D).
Die non-formale Weiterbildung wird nach den Segmenten betrieblichen, individuellen berufsbezogenen und nicht berufsbezogenen Weiterbildung unterschieden. Weitergehende Analysen beschäftigen sich mit der Weiterbildungsbeteiligung in den drei Segmenten, den Kosten und dem Nutzen sowie den Weiterbildungsanbietern.

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Einfache Arbeiten verhindern Teilnahme an beruflicher Weiterbildung

(22.05.2018) Geringqualifizierte Beschäftigte nehmen weiterhin deutlich seltener an beruflicher Weiterbildung teil als höher qualifizierte erwerbstätige. Mit einer neuen Studie wollte das Institut der deutschen Wirtschaft den Gründen für die geringere Weiterbildungsteilnahme genauer ermitteln. Und es wurde fündig.

Demnach besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Art der Tätigkeit und der Beteiligung an Weiterbildung. Einfach gesagt lautet die Formel: Je monotoner die Arbeit, umso geringer die Weiterbildungsaktivitäten. „Geringqualifizierte, die wenig Einfacharbeit ausüben, bilden sich signifikant häufiger weiter als Geringqualifizierte mit einem hohen Mas von Einfacharbeit“, so die Autor*innen der Studie. Einfacharbeit sei geprägt von Routineaufgaben, bei denen „alle Einzelheiten der Aufgabenerfüllung vorgegeben sind“. Solche Tätigkeiten benötigten keine Ausbildung und Fachkenntnisse. Und eben auch keine Weiterbildung, könnte man hinzufügen.

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Qualitätsmanagement in der Weiterbildung wirkt

(11.05.2018) Die Wirkung von Weiterbildungsangeboten ist schwer abzuschätzen. Qualitätsmanagementsysteme (QMS) stammen ursprünglich aus der Industrie stammende und sind als prozessorientierte Verfahren zur Sicherstellung der Produktqualität gedacht. Im Zuge der Debatte über die Qualität in der Weiterbildung zogen ab den 1990-Jahren QMS auch in den Weiterbildungsbereich Einzug ein.

Inzwischen sind QMS inzwischen Voraussetzung bei der Vergabe von Aufträgen, die mit öffentlichen Mitteln bestritten werden. Dass hat zur starken Verbreitung von QMS in der Weiterbildung beigetragen. Der wbmonitor hat 2017 seinen Schwerpunkt der Befragung auf die QMS gesetzt. Nach Meinung von 80 Prozent der befragten Weiterbildungsanbieter hat sich „durch den Einsatz von QMS die Qualität ihrer Organisationsstrukturen und -prozesse sowie die Qualität ihres Angebots verbessert“. Doch gesicherte Erkenntnisse über die Verbesserung der eigentlichen Lehr-/Lernprozesse werden mit den Systemen weiterhin nicht abgebildet.

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Qualität beruflicher Weiterbildung

(14.03.2018) „Angesichts einer sich verändernden Arbeitswelt gewinnt berufliche Weiterbildung im Kontext lebenslangen Lernens zunehmend an Bedeutung. Einmal erworbene Kompetenzen reichen nicht mehr aus, um den neuen und immer komplexer werdenden Anforderungen im Beschäftigungssystem begegnen zu können. Berufliche Weiterbildung ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der Beschäftigungsfähigkeit jeder und jedes Einzelnen sowie zur Weiterentwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft.“ Das schreibt Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), im Vorwort der Checkliste: Qualität beruflicher Weiterbildung.

Das BiBB will Interessierten an beruflicher Weiterbildung mit der Broschüre Hilfen an die Hand geben, die die Entscheidung für eine Weiterbildung erleichtern sollen.

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Google läuft traditionellen Weiterbildungsanbietern den Rang ab

(19.02.2018) „Nach der Schule hört das Lernen noch lange nicht auf. Wer sich als Erwachsener beruflich und persönlich weiterbilden möchte, dem bleiben nicht nur klassische Fortbildungen oder Volkshochschulen. Das Internet eröffnet dem lebenslangen Lernen neue Möglichkeiten. Für jeden Zweiten gehört Weiterbildung per Internet schon zum Alltag – vor allem bei denen, die beruflich erfolgreich sind und deren Bildungsstand ohnehin schon höher ist.“ So die Bertelsmann-Stiftung in ihrer neuen Studie „Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter“

In ihrer Studie benennt die Stiftung fünf Trends, die nach ihrer Meinung die Weiterbildung im Bereich der digitalen Bildung prägen:

Lernende: Digitale Weiterbildung geschieht vor allem informell und online zu Hause.
Angebote und Methoden: Google & Co. laufen traditionellen Anbietern den Rang ab.
Teilhabe: Sozial Benachteiligte profitieren bisher nicht von digitaler Weiterbildung.
Lehrende: Dozenten setzen digitale Lernmedien häufig ein, lassen aber noch viel didaktisches Potenzial ungenutzt.
Weiterbildungsmarkt: Private Weiterbildungsanbieter sind öffentlich geförderten Anbietern beim digitalen Lernen oft voraus.

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Bildung in der digitalen Welt

(15.12.2017) Prozesse der Digitalisierung verändern nicht nur den Alltag und das Arbeitsleben. Sie haben auch Auswirkungen auf Lehr- und Lernprozesse. Es geht dabei nicht oder nur nebenbei um die Frage, wie im Prozess der lebensbegleitenden Lernens die richtigen Bildungsangebote gemacht werden. Es geht auch um neue Möglichkeiten und Probleme, die im Rahmen von Lernprozessen auftreten. Die Kultusministerkonferenz spricht hier von Chancen und Herausforderungen.

„Chance, weil sie dazu beitragen kann, formale Bildungsprozesse – das Lehren und Lernen – so zu verändern, dass Talente und Potentiale individuell gefördert werden; Herausforderung, weil sowohl die bisher praktizierten Lehr- und Lernformen sowie die Struktur von Lernumgebungen überdacht und neu gestaltet als auch die Bildungsziele kritisch überprüft und erweitert werden müssen. Herausforderung aber auch, weil dafür infrastrukturelle, rechtliche und personelle Rahmenbedingungen zu schaffen sind.“ Das schreibt die Kultusministerkonferenz in ihrem aktualisierten Papier zur „Bildung in der digitalen Welt“.

Im Bereich der Weiterbildung entstehen nach Meinung der Kultusminister besonders viele Chancen, insbesondere auch im Bereich der Bildungsgerechtigkeit. Da die Angebote in Zukunft nicht mehr an Räume und feste Zeiten gebunden wären, hätten auch bildungsferne Gruppen Möglichkeiten, Weiterbildungsangebote zu nutzen. Allerdings bleibt nach der Lektüre des Kapitals zur Weiterbildung völlig unklar, wie gerade diejenigen, die heute kaum Angebote der Weiterbildung nutzen, wenn sie künftig als Fernlernkurs im Internet daherkommen. Wer sich vom Lernen verabschiedet hat, braucht Anlässe und umfangreiche Unterstützung; um wieder an Lernprozessen teilzunehmen. Digital angebotene Medien werden dabei vielleicht nützliche Dienste leisten. Ohne umfangreiche Unterstützung von Lehrenden bleiben sie nutzlos. Leider sagt das Papier der Kultusminister zu diesem Punkt wenig aus.

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Weiterbildung reformieren: Sechs Vorschläge die wirklich helfen

(09.11.2017) Während die duale Berufsausbildung international hohe Anerkennung genießt, zeigen alle nationalen und internationalen Studien immer wieder, dass das Weiterbildungssystem in Deutschland erhebliche Mängel aufweist und im internationalen Vergleich nur eine Position im Mittelfeld einnimmt. Soziale Selektivität, Unterversorgung mit Angeboten, gravierende Qualitätsprobleme und hohe Intransparenz sind an der Tagesordnung.

Um die Weiterbildung in Deutschland voranzubringen, muss die Bundesregierung in einem Bundesgesetz Weiterbildung ein Recht auf Weiterbildung verankern und klare Strukturen schaffen, die für mehr Verbindlichkeit und Planungssicherheit für alle Beteiligten sorgen.

In einem Bundesgesetz müssen die Bausteine Finanzierung (1), Lernzeiten (2), Information und Beratung (3), Qualitätssicherung und Personalentwicklung (4), Abschlüsse und Zertifikate (5) sowie Koordination und Kooperation (6) neu geregelt werden.

Mit Vorschlägen zu diesen sechs Punkte konkretisieren die drei Gewerkschaften ver.di, IG Metall und GEW die Inhalte für das geforderte Bundesgesetz.

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Hilft nur eine Revolution? - Bildung braucht radikale Veränderungen

(17.10.2017) Die Wahlen im September haben gezeigt, dass sich viele Menschen Lösungen ihrer Probleme durch die Wahlversprechungen von Rechtspopulisten versprechen. Das alles verspricht nichts Gutes, weder für die Demokratie, noch die Bildung. Trotzdem: Die Menschen wollen Veränderungen, vor allem eine andere Bildung. Bildung ist für die Menschen ein wichtiges Thema.

Wladimir Iljitsch Lenin wird mit folgendem Satz zitiert: "Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen". Ist es so weit? Die Politiker*innen scheinen vor den Problemen in der Bildung zu kapitulieren. Die Bildungsministerin hat schon erklärt, sie will nicht mehr. Hilft nur noch eine Bildungsrevolution? Dieser Frage gehen die Autoren der Online-Ausgabe von Denk-doch-Mal.de nach.

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Welche bildungspolitischen Positionen vertritt die AFD?

(11.08.2017) Auf ihrem Bundesparteitag im Frühjahr 2016 hat die Alternative für Deutschland (AfD) ein Grundsatzprogramm beschlossen. Bisher blieb aber weitgehend unbeachtet, was die AfD zur Bildungspolitik fordert.

Der Wissenschaftliche Beraterkreis von ver.di und IG Metall hat sich mit den zentralen bildungspolitischen Forderungen der AfD auseinander gesetzt. Die zentralen Forderungen werden im „ARGUMENTE“-Papier herausgearbeitet, bewertet und auf die hinter ihnen liegenden sozialen und gesellschaftlichen Problemlagen analysiert. Welche Themen angesprochen werden und welche nicht.
Es wird gefragt, in welchem Interesse die Forderungen sind, wem sie nutzen und wem nicht. Und es werden die angebotenen Lösungen diskutiert.

Alles in allem kann man sagen: Die bildungspolitischen Vorstellungen der AfD sind rückwärtsgewandt. Die AfD hat keine Vorstellung davon, welche Möglichkeiten Bildungspolitik zur sozialen Gestaltung der aktuellen, sozialen, politischen und technologischen Herausforderungen hat.
Vorschläge für mehr Bildungsgerechtigkeit fehlen, sie sind im Gegenteil dazu angetan, die Ungleichheit der Bildungschancen weiter zu verschärfen. Die Forderungen würden, wenn sie politisch umgesetzt würden, keinen Beitrag zur Verbesserung der Bildungschancen der Arbeitnehmer/innen und der sozial Schwachen in dieser Gesellschaft leisten.

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Arbeit transformieren

(14.07.2017) 2015 setzte die Hans Böckler Stiftung eine Kommission zur „Zukunft der Arbeit“ ein. 32 Mitglieder aus Aufsichtsräten und Betriebsräten großer Unternehmen, Kreativwirtschaft, Gewerkschaften, Ministerien und unterschiedlichen Forschungsdisziplinen betrachteten gemeinsam die Änderungen in der Arbeitswelt. Am Ende sollten sie Antworten auf zwei zentrale Fragen geben:

Wie wird die Arbeit der Zukunft aussehen? Vor welchen neuen Gestaltungsaufgaben steht die Arbeitspolitik?

Die Stiftung wollte keinen gemeinsamen Abschlussbericht. Zudem gab es keine Zielvorgaben für die Diskussion. Stattdessen wurde ein offener Diskussionsraum geschaffen werden, der es erlaubte, noch weitgehend unbekanntes Terrain für Forschung und Arbeitspolitik möglichst umfassend auszuleuchten. Jetzt hat die Kommission den Abschlussbericht vorglegt.

„Bei aller Unterschiedlichkeit teilten die Kommissionsmitglieder jedoch die Neugier auf die erst in Ansätzen erkennbaren Umbrüche, die der technologische Fortschritt nach sich ziehen wird. Und ebenso einig waren sie sich in dem Wunsch, mit ihren Gedanken und Ideen dazu beizutragen, dass die Arbeitswelt möglichst vielen Menschen eine hohe Lebensqualität und eine sichere Zukunft bietet.
Geprägt war die Arbeit der Kommission durch die gemeinsame Überzeugung, dass eine Gestaltung von Arbeit, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft und zur Stärkung unserer Demokratie leistet.“

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Wer bildet sich in welcher Form weiter?

(04.07.2017) Es klingt doch etwas paradox. Alle halten es für wichtig, sich ständig weiterzubilden. Diese Aussage wurde von 94 Prozent aller Befragten 2003 als richtig bezeichnet. Zugleich nehmen nach den vorliegenden Zahlen nur 41 Prozent der Befragten an Weiterbildung teil. Da stimmt doch was nicht.

Entweder geben die Menschen an, Weiterbildung sei wichtig, weil es ihnen von Politik und Wirtschaft so vorgepredigt wird. Aber in Wirklichkeit spielt sie eher eine untergeordnete Rolle. Oder aber die Frage, was denn nun Weiterbildung sei, wird falsch gestellt. Die Menschen bilden sich zwar weiter, aber die Formen, in denen das geschieht, werden nicht als Teilnahme an Weiterbildung gewertet und abgefragt.

Eine neue Studie hat da besser nachgefragt. Es ist die Erwachsenenbefragung des Nationalen Bildungspanels (Etappe 8 des NEPS). Thomas Kruppe und Merlind Trepesch haben sich die Daten angesehen und für das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ausgewertet. Sie heben insbesondere „die Vorzüge und das Analysepotenzial dieser Datenquelle“ hervor, die in mehreren Befragungswellen das Weiterbildungsverhalten über einen längeren Zeitraum abbildet. „Zu den Auswertungen, die auf Grund fehlender Daten zuvor nicht möglich waren, gehören die Beteiligung an formaler Weiterbildung über den gesamten Lebensverlauf, sowie die Teilnahme an non-formaler und informeller Weiterbildung über mehrere Befragungswellen hinweg“, so die Autor*innen.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 19.06.2019