Grundsätzliches zur Weiterbildung

Hier finden Sie Vorträge, Analysen und Hintergrundinformationen, von denen wir der Meinung sind, daß sie über den aktuellen Anlaß hinaus von Bedeutung sind.
Wer sich grundsätzlich mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Weiterbildung auseinandersetzen will oder vertiefende Informationen zu Teilaspekten des Themas wünscht, wird hier fündig.



Beschäftigte in der Weiterbildung

(07.04.2017) Seit der ersten Untersuchung über die Beschäftigten in der Weiterbildung sind inzwischen gut 10 Jahre vergangen. Noch heute werden die Daten der WSF-Studie zitiert, obwohl sie längst überholt sind. Mit dem wb-personalmonitor stehen jetzt neue Daten über unterschiedliche Beschäftigtengruppen, deren soziale Lage und jeweils nötige Qualifikationen zur Verfügung. Damit ist diese Erhebung „die bisher umfangreichste“ und „“auch thematisch breiteste Erhebung zum Personal in der Erwachsenen- und Weiterbildung. So der Jahresbericht des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) 2016.

„Der wb-personalmonitor bestätigt das in der WSF-Studie gewonnene Bild, dass es sich bei der Erwachsenen- und Weiterbildung, auch gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen, um den größten Sektor im Bildungsbereich handelt (Schrader, i.D.). Mit 691.000 hier tätigen Personen insgesamt, darunter ca. 530.000 Lehrkräften, ist der Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung etwa so groß wie der gesamte Bereich der allgemeinbildenden Schulen zusammengenommen (664.000 Lehrkräfte) und wesentlich größer als der Bereich der beruflichen Schulen (122.000 Lehrkräfte) (Destatis, 2016). Dabei wird die betriebliche Weiterbildung bisher noch nicht annähernd vollständig erfasst.“

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Nachhilfe: Kinder aus wohlhabenden Familien deutlich überrepräsentiert

(27.03.2017) Mit kommerzieller Nachhilfe werden in Deutschland Milliarden umgesetzt. Statt im Bildungssystem verursachte soziale Ungleichheiten zu verringern, verstärken die außerschulischen Förderstunden sie eher. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Überblicksstudie.

Die Studie konzentriert sich vor allem auf den Bereich der privat bezahlten außerschulischen Nachhilfe. Dabei standen folgende Fragestellungen im Zentrum der Untersuchung:

Welche strukturellen Entwicklungen auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene begünstigen die Expansion des Nachhilfemarktes, und welche Gründe haben Eltern, neben den Angeboten der staatlichen Schulen, zusätzlich private
Nachhilfe für ihre Kinder zu finanzieren?

Wirken die aus der Bildungsforschung bekannten Mechanismen der Reproduktion sozialer Ungleichheit auch im Bereich der kommerziellen Nachhilfe oder kann Nachhilfe bestehende soziale Ungleichheiten möglicherweise kompensieren?

In welchem Verhältnis steht der Sektor der marktförmig organisierten kommerziellen Nachhilfe zum staatlich organisierten Schulsystem?

Wie ist es um die Qualität der privaten Nachhilfe bestellt und welche Mechanismen der Qualitätskontrolle existieren?

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Die Weiterbildung benötigt bessere Beratung, eine solidere Finanzierung und einheitliche Standards

(22.02.2017) Die Weiterbildungspolitik benötigt einen Kurswechsel in der berufsbezogenen Weiterbildung. Weiterbildung muss wieder stärker als öffentliche Aufgabe verstanden werden. Neue Herausforderungen wie die Digitalisierung verändern den Arbeitsmarkt und erzeugen neue Anforderungen an die Weiterbildung. Daher ist eine Neustrukturierung „des Weiterbildungssektors in Richtung eines kohärenten Weiterbildungssystems erforderlich. Bisher ist der Bereich Weiterbildung nicht nur durch eine Vielfalt von Anbietern, Formaten, Programmen, Abschlüssen, sondern vor allem auch durch eine Vielzahl von Zuständigkeiten und den ihnen zugrundeliegenden gesetzlichen Regelungen gekennzeichnet.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Böckler Stiftung.

Das Weiterbildungssystem der Zukunft muss mehr auf einander abgestimmt sein, eine einheitliche gesetzliche Grundlage besitzen und berufsbezogene Weiterbildungsansprüche für jeden enthalten. Dabei muss der Schwerpunkt auf abschlussbezogene Weiterbildungsangebote gelegt werden. Auch die Weiterbildungsberatung muss verstärkt werden. Die Studie fordert mehr Transparenz der Angebote, eine bessere Beratungsqualität und eine stärkere Zusammenarbeit der Anbieter. „Perspektivisch geht es um eine Erweiterung des rechtlichen und finanziellen Rahmens für Weiterbildung, zu der die Weiterentwicklung der Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung beitragen könnte.“

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Gute Arbeit braucht gute Weiterbildung

(27.01.2017) Die Weiterbildung fristet ein Leben als ungeliebtes Stiefkind. Politik und Wirtschaft überschlagen sich in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 in der Forderung nach mehr Weiterbildung. Doch die Rahmenbedingungen in der Weiterbildung sind und bleiben schlecht.

In der Arbeitsförderung sind die Strukturen und Förderangebote für die Betroffenen nicht leicht zu durchschauen. „Es gibt wenig Transparenz, zu geringe an den Arbeitnehmerinteressen orientierte Beratungsmöglichkeiten und unzureichende Sicherheit, was die rechtlichen Ansprüche gegenüber Arbeitgebern bzw. staatlichen Fördermöglichkeiten für Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen angeht.“

Auch die betriebliche Weiterbildung weist trotz einiger guter Betriebsvereinbarungen und tariflicher Regelungen deutliche Defizite auf. „Weit mehr als die Hälfte der betrieblichen Weiterbildungen sind kürzer als ein Tag. Je kleiner die Betriebe und je prekärer die Beschäftigungssituation in den Branchen und Erwerbsformen, desto geringer ist die Weiterbildungsbeteiligung. Die Weiterbildungsbeteiligung ist nach wie vor abhängig von Einkommen, Bildungsabschluss und Beruf.“

Seit Jahren fordern Gewerkschaften ein Weiterbildungsgesetz auf Bundesebene. Die finanzielle Unterstützung der Lernenden muss deutlich verbessert und abgesichert werden. Im Rahmen der arbeitsmarktgeförderten Weiterbildung bedarf es Regelungen, die die berufliche Verwertbarkeit der Maßnahmen deutlich steigert. Die Beratung muss auch für Erwerbslose unabhängig erfolgen und flächendeckend vorhanden sein. „An die Stelle der segmentierten Weiterbildungslandschaft sollten, wie in anderen erfolgreicheren europäischen Ländern – z.B. in Dänemark und in den Niederlanden – Staat, Unternehmen, Gewerkschaften, Individuen und Bildungseinrichtungen in ein System unterschiedlicher Verantwortlichkeiten eingebunden werden mit mehr Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Planungssicherheit für alle Beteiligten.“

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Für teure Maßnahmen zur beruflichen Neuorientierung fehlt das Geld

(12.01.2017) Der Bedarf an Weiterbildung wird weiterhin zunehmen. Die Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld werden in Zukunft häufiger grundlegende „berufliche Neuorientierungen“ erforderlich machen. Zudem haben 6,5 Mio. Erwerbstätige keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Staatliche Förderinstrumente zur beruflichen Weiterbildung verteilen sich gegenwärtig auf 25 unterschiedliche Programme. Nur wenige Zielgruppen erhalten eine bundeseinheitliche Förderung. Das betrifft Aufstiegsfortbildungen, Maßnahmen mit Kosten bis zu € 1.000 bei Personen mit einem Einkommen von bis zu € 20.000 (€ 40.000 bei Zusammenveranlagten), Beruflich Begabte sowie ältere Beschäftigte mit geringen Qualifikationen oder in kleinen und mittleren Unternehmen sowie Arbeitslose bzw. von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen.

Vor allem mangelt es an einer ausreichenden Unterstützung von teuren Maßnahmen, etwa zur beruflichen Neuorientierung oder fachlichen Spezialisierung. "Fasst man die Zahl der durch all diese Regelungen geförderten Personen zusammen, dann entspricht dies nicht einmal drei Prozent der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren," stellt Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS fest.

In einer aktuellen Studie fordert das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie mehr Mittel für qualifizierende Maßnahmen, die die Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig stärken. Die gegenwärtige Förderung sei bis auf wenige Ausnahmen auf 500 Euro begrenzt. Für teure Weiterbildungen gibt es bundesweit neben dem Meister-BAföG nur Steuerfreibeträge für Fortbildungsmaßnahmen. "Diese Lücke bei der Förderung von beruflich qualifizierenden Weiterbildungen muss dringend geschlossen werden," fordert Dohmen.

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Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will die Bildung in Zeiten der Digitalisierung gestalten

(12.10.2016) Die Digitalisierung verändert sowohl die Anforderungen wie auch die Formen der beruflichen aus- und Weiterbildung. Nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Landesregierung würden „digitalen Schlüsselkompetenzen“ „neben Schreiben, Lesen, Rechnen zu einer neuen vierten Kulturtechnik. Dazu zählen insbesondere Medienkompetenz, Anwendungs-Know-how und informatische Grundkenntnisse“.

Das vorgestellte Leitbild umfasst alle Bereiche des Bildungswesens von der Kita bis zur beruflichen Weiterbildung. Es nennt konkrete Maßnahmen und Verabredungen, mit denen der digitale Wandel im Bildungswesen gestaltet werden soll. Die in einem Dialogprozess erarbeiteten Thesen für „das ‚Lernen im Digitalen Wandel‘ in den Bereichen Medienkompetenz für ein selbstbestimmtes Leben, frühkindliche Bildung, Schule, Hochschule sowie Fachkräfte Aus- und Weiterbildung bildeten die Grundlage für das Leitbild.“

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DaZ-Lehrende wollen raus aus der Armutsfalle

(21.07.2016) Appelle gab es schon zur Genüge. Zahlreiche Petitionen und Positionspapiere haben die bundesweit vernetzten Initiativen bereits geschrieben. Der Erfolg ist überschaubar. Zwar hat das Bundesinnenministerium jetzt als Reaktion auf den Fachkräftemangel eine Erhöhung der Honorare für Lehrende in Integrationskursen auf 35 Euro pro Unterrichtseinheit angekündigt – sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Das Problem aber löst das nicht. Selbst bei diesen Sätzen würde eine Lehrkraft ohne soziale Absicherung kaum mehr als 1.500 Euro netto monatlich bekommen.

Wir brauchen eine Tarifinitiative im Bereich der DaZ-Lehrer_innen. Es ist höchste Zeit, auf die eigene Kraft und die gewerkschaftliche Durchsetzungsfähigkeit zu setzen.

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Berufliche Weiterbildung in der Tarifpolitik der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

(13.04.2016) 2007 erschien die erste „Arbeitshilfe zur tarifpolitischen Gestaltung der beruflichen Weiterbildung“. Die Gewerkschaften befanden sich in der tarifpolitischen Defensive. Und die Autor_innen waren sich nicht sicher, ob ver.di tatsächlich dazu bereit war, das Thema betriebliche berufliche Weiterbildung tarifpolitisch zu bewegen. Aber schon die Tatsache, dass die Broschüre mehrfach nachgedruckt wurde und die Erkenntnis, dass sie von unserer ver.di-Website weit mehr als 30.000 mal runtergeladen wurde, zeigte, dass es offensichtlich nicht nur innerhalb der Organisation ein sehr großes Interesse am Thema gab und noch immer gibt.

Bei der Vorbereitung der jetzt vorliegenden Nachfolgebroschüre zeigte sich schnell, dass inzwischen in Sachen beruflicher Weiterbildung eine Menge in Bewegung gekommen ist. Gleichzeitig wurde klar, dass es noch viele Defizite gibt. Die Autor_innen haben die Tarifdatenbanken von ver.di nach tarifvertraglichen Regelungen zur Weiterbildung ausgewertet. Heute haben fast die Hälfte unserer Mitglieder in ihrem jeweiligen Tarifvertrag substanzielle Regelungen und Ansprüche für ihre berufliche Weiterbildung. Das sagt allerdings noch nichts über die jeweilige betriebliche Umsetzung aus. Die Autor_innen haben sich deshalb vorgenommen, alle Fachbereiche zu unterstützen, die eine tarifpolitische Regelung von Weiterbildungsfragen anstreben und eine betriebliche Weiterbildungskultur umsetzen wollen.

Ein erster Schritt dazu ist die vorliegende Broschüre. Sie enthält als wichtige Gestaltungsgrundlage die „Zielperspektiven zur beruflichen Weiterbildung“, die der Bundestarifausschuss von ver.di 2005 verabschiedet hat. Diese Leitlinien und die weiteren Beiträge bzw. Erfahrungsberichte bieten eine gute Voraussetzung für den Einstieg in die tarifpolitische Gestaltung der beruflichen Weiterbildung. Hier liegen für uns tarifpolitische Chancen, die wir weiter zügig und offensiv nutzen müssen.

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Öffentliche Finanzierung der Weiterbildung sinkt zu Lasten Geringqualifizierter

(17.12.2015) Politik und Wirtschaft fordern eine stärkere Weiterbildungsbeteiligung. Bei der öffentlichen Förderung hingegen wird die Weiterbildung sträflich vernachlässigt. Während alle anderen Bildungsbereiche mehr Geld bekommen, wird die Förderung der Weiterbildung zusammengestrichen. So sind die öffentlichen Ausgaben für die Weiterbildung zwischen 1995 und 2012 um 41 Prozent gesunken, von 10,4 Milliarden auf 6,1 Milliarden. Das zeigt eine neue Studie, die von Dr. Marcel Walter und Prof. Dr. Dieter Münk von der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt wurde.

Die Finanzierung der Weiterbildung wird mehr und mehr auf Privatpersonen verlagert. Das hat gravierende Folgen. Die abnehmende öffentliche Förderung geht vor allem zu Lasten von Geringqualifizierten. Der Rückgang in der Weiterbildung ist vor allem auf die sinkende Anzahl von Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose zurückzuführen. "Zwischen dem öffentlichen Anspruch an lebenslanges Lernen und den staatlichen Weiterbildungsausgaben klafft eine deutliche Schere. Angesichts einer flexiblen Arbeitswelt und Berufsbildern im Wandel müssen wir sicherstellen, dass alle Arbeitnehmer ihre Kompetenzen weiterentwickeln können", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

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Für solidarische Bildung in der globalen Migrationsgesellschaft

(18.11.2015) Welche Aufgaben hat Bildung im Zusammenhang mit Flucht, Vertreibung und Migration zu übernehmen? Welche bildungspolitischen Aufgaben müssen im Zusammenhang mit der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt gelöst werden? Welche Funktion hat die politische Bildung angesichts zunehmend rassistischer Einstellungen in der Gesellschaft?

Der Aufruf für eine solidarische Bildung einer Reihe von Einzelpersonen und Institutionen befasst sich mit diesen Fragen. Die größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg stellt gerade an die Bildung und ihre Akteure neue Herausforderung. Die Flüchtlingspolitik der EU, die darauf ausgerichtet war, durch eine Stärkung der europäischen Grenzen die Einreise nach Europa zu verhindern, ist augenscheinlich gescheitert. Noch so viele Grenzzäune werden die Flüchtlinge nicht aufhalten.

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DGB fordert Reformkommission für umfassende Bildungsstrategie

(21.10.2015) Vor sieben Jahren – am 22. Oktober 2008 – haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder die Bildungsrepublik Deutschland ausgerufen. Zentrales Versprechen damals: jeder Mensch soll integriert werden. Eine gute Bildung sei hierfür Grundvoraussetzung, sagte Angela Merkel.

Bund und Länder haben damals ehrgeizige Ziele beschlossen, die 2015 erreicht sein sollten. Wenn dem so wäre, dann wäre Deutschland heute Bildungsrepublik. Die Investitionen in Bildung und Forschung sollten auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen sein. Die Quote der jungen Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss wäre halbiert worden. Mehr junge Menschen sollten ein Studium aufnehmen, die frühkindliche Bildung stark ausgebaut und die Beteiligung an Weiterbildung auf europäisches Niveau angehoben werden.

Aber wenn wir heute Bilanz ziehen, dann fällt sie gemischt aus. Zwar gibt es mehr Krippenplätze, und mehr Menschen beginnen ein Studium oder bilden sich weiter. Doch ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt: Die soziale Schieflage bleibt die Achillesferse unseres Bildungssystems. Bedrückend hoch ist die Zahl der jungen Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss. Auch bei der Weiterbildung und im Studium öffnet sich die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern. Die vermeintliche „Bildungsrepublik Deutschland“ bleibt ein sozial gespaltenes Land.

Elke Hannack: Vorstellung des DGB-Positionspapier: Gute Bildung für gute Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe - DGB-Empfehlungen für eine gesellschaftliche Bildungsstrategie)

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Weiterbildungschancen in Deutschland sind regional ungleich verteilt

(04.10.2015) Die allgemeinen Zahlen zur Weiterbildungsbeteiligung sind allgemein bekannt. Doch wie sieht die Situation aus, wenn die Daten für kleinräumige Regionen auf der Basis von der Agentur für Arbeit untersucht werden? Diese Frage stellte sich die Bertelsmann-Stiftung und erhob in einer bundesweiten Studie erstmals die regionalen Teilnahmequoten.

Dabei stellte sich heraus, dass die Weiterbildungsquoten regional sehr unterschiedlich sind. So bilden sich im Emsland nur 6 Prozent der Bevölkerung weiter. In der Region Würzburg sind es mit 19 Prozent dreimal so viele. Die Weiterbildungsquoten von Geringqualifizierten sind deutlich niedriger. Auch hier bestehen deutliche regionale Unterschiede.

"Die Weiterbildungschancen sind in Deutschland ungleich verteilt. Gerade die Geringqualifizierten, die am meisten profitieren könnten, haben zu geringe Weiterbildungschancen. Die großen regionalen Unterschiede zeigen: Städte und Kreise müssen die Potenziale von Geringqualifizierten erkennen und besser nutzen", sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung.

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Der Hunger nach Aufstieg – Chancengleichheit ohne Standesdünkel

(08.06.2015) Die Debatte um den Stellenwert beruflicher und akademischer Bildung ist längst entbrannt. Wie hat sich das Bildungssystem in den letzten Jahren entwickelt? Welche Anreize setzt der Arbeitsmarkt? Gibt es Potenziale für mehr Chancengleichheit und Durchlässigkeit? Welche Anforderungen bestehen an das Bildungssystem der Zukunft?

Wissen ist ökonomisch relevant, es ist notwendig den technologischen Herausforderungen entsprechende Qualifikationen gegenüber zu stellen. Der Blickwinkel, aus dem wir als Gewerkschafter/innen über Bildungswege und Bildungschancen diskutieren, ist jedoch ein anderer: Das Recht auf umfassende Bildung und Ausbildung als Menschenrecht ist, unabhängig von der Herkunft, Leitmarke gewerkschaftlicher Bildungspolitik. Hier darf es in der Betrachtung auch keinen Unterschied zwischen der hochschulischen und beruflichen Bildung geben. Entscheidend aus Sicht der Gewerkschaften ist und bleibt, dass jeder junge Mensch die gleichen Chancen auf dem Weg durch das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt hat. Diesen gilt es zu gestalten, das Ziel einer Chancengleichheit fest vor Augen.

Mit ihren elf Thesen zum Verhältnis der dualen Ausbildung auf der einen und der (angeblichen) Akademisierung der Bildung auf der anderen Seite leisten Antonia Kühn und Norbert Wichmann vom DGB Nordrhein-Westfalen einen gemeinsamen Beitrag zur Versachlichung der Debatte.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 26.05.2017