Grundsätzliches zur Weiterbildung

Hier finden Sie Vorträge, Analysen und Hintergrundinformationen, von denen wir der Meinung sind, daß sie über den aktuellen Anlaß hinaus von Bedeutung sind.
Wer sich grundsätzlich mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Weiterbildung auseinandersetzen will oder vertiefende Informationen zu Teilaspekten des Themas wünscht, wird hier fündig.



Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil

(11.06.2018) Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 2016 einen Bericht zur Bildungsbeteiligung in Deutschland in Auftrag gegeben. Dieser Bericht orientiert sich am Adult Education Survey (AES), um eine europaweite Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen. Das DIE hat den Bericht zum „Weiterbildungsverhalten in Deutschland – Ergebnisse des Adult Education Survey 2016“ jetzt im Netz veröffentlicht.

Der Bericht gliedert sich nach den unterschiedlichen Formen der Weiterbildung. In Teil A wird die Beteiligung an non-formaler Weiterbildung dargestellt. Teil B widmet sich weiteren Lern- und Bildungsaktivitäten. Die Bildungsaktivitäten der Erwachsenen werden vertiefend beschrieben (Teil C), und es wird über Barrieren, Transparenz und Beratung von und über Bildung berichtet (Teil D).
Die non-formale Weiterbildung wird nach den Segmenten betrieblichen, individuellen berufsbezogenen und nicht berufsbezogenen Weiterbildung unterschieden. Weitergehende Analysen beschäftigen sich mit der Weiterbildungsbeteiligung in den drei Segmenten, den Kosten und dem Nutzen sowie den Weiterbildungsanbietern.

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Einfache Arbeiten verhindern Teilnahme an beruflicher Weiterbildung

(22.05.2018) Geringqualifizierte Beschäftigte nehmen weiterhin deutlich seltener an beruflicher Weiterbildung teil als höher qualifizierte erwerbstätige. Mit einer neuen Studie wollte das Institut der deutschen Wirtschaft den Gründen für die geringere Weiterbildungsteilnahme genauer ermitteln. Und es wurde fündig.

Demnach besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Art der Tätigkeit und der Beteiligung an Weiterbildung. Einfach gesagt lautet die Formel: Je monotoner die Arbeit, umso geringer die Weiterbildungsaktivitäten. „Geringqualifizierte, die wenig Einfacharbeit ausüben, bilden sich signifikant häufiger weiter als Geringqualifizierte mit einem hohen Mas von Einfacharbeit“, so die Autor*innen der Studie. Einfacharbeit sei geprägt von Routineaufgaben, bei denen „alle Einzelheiten der Aufgabenerfüllung vorgegeben sind“. Solche Tätigkeiten benötigten keine Ausbildung und Fachkenntnisse. Und eben auch keine Weiterbildung, könnte man hinzufügen.

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Qualitätsmanagement in der Weiterbildung wirkt

(11.05.2018) Die Wirkung von Weiterbildungsangeboten ist schwer abzuschätzen. Qualitätsmanagementsysteme (QMS) stammen ursprünglich aus der Industrie stammende und sind als prozessorientierte Verfahren zur Sicherstellung der Produktqualität gedacht. Im Zuge der Debatte über die Qualität in der Weiterbildung zogen ab den 1990-Jahren QMS auch in den Weiterbildungsbereich Einzug ein.

Inzwischen sind QMS inzwischen Voraussetzung bei der Vergabe von Aufträgen, die mit öffentlichen Mitteln bestritten werden. Dass hat zur starken Verbreitung von QMS in der Weiterbildung beigetragen. Der wbmonitor hat 2017 seinen Schwerpunkt der Befragung auf die QMS gesetzt. Nach Meinung von 80 Prozent der befragten Weiterbildungsanbieter hat sich „durch den Einsatz von QMS die Qualität ihrer Organisationsstrukturen und -prozesse sowie die Qualität ihres Angebots verbessert“. Doch gesicherte Erkenntnisse über die Verbesserung der eigentlichen Lehr-/Lernprozesse werden mit den Systemen weiterhin nicht abgebildet.

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Qualität beruflicher Weiterbildung

(14.03.2018) „Angesichts einer sich verändernden Arbeitswelt gewinnt berufliche Weiterbildung im Kontext lebenslangen Lernens zunehmend an Bedeutung. Einmal erworbene Kompetenzen reichen nicht mehr aus, um den neuen und immer komplexer werdenden Anforderungen im Beschäftigungssystem begegnen zu können. Berufliche Weiterbildung ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der Beschäftigungsfähigkeit jeder und jedes Einzelnen sowie zur Weiterentwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft.“ Das schreibt Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), im Vorwort der Checkliste: Qualität beruflicher Weiterbildung.

Das BiBB will Interessierten an beruflicher Weiterbildung mit der Broschüre Hilfen an die Hand geben, die die Entscheidung für eine Weiterbildung erleichtern sollen.

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Google läuft traditionellen Weiterbildungsanbietern den Rang ab

(19.02.2018) „Nach der Schule hört das Lernen noch lange nicht auf. Wer sich als Erwachsener beruflich und persönlich weiterbilden möchte, dem bleiben nicht nur klassische Fortbildungen oder Volkshochschulen. Das Internet eröffnet dem lebenslangen Lernen neue Möglichkeiten. Für jeden Zweiten gehört Weiterbildung per Internet schon zum Alltag – vor allem bei denen, die beruflich erfolgreich sind und deren Bildungsstand ohnehin schon höher ist.“ So die Bertelsmann-Stiftung in ihrer neuen Studie „Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter“

In ihrer Studie benennt die Stiftung fünf Trends, die nach ihrer Meinung die Weiterbildung im Bereich der digitalen Bildung prägen:

Lernende: Digitale Weiterbildung geschieht vor allem informell und online zu Hause.
Angebote und Methoden: Google & Co. laufen traditionellen Anbietern den Rang ab.
Teilhabe: Sozial Benachteiligte profitieren bisher nicht von digitaler Weiterbildung.
Lehrende: Dozenten setzen digitale Lernmedien häufig ein, lassen aber noch viel didaktisches Potenzial ungenutzt.
Weiterbildungsmarkt: Private Weiterbildungsanbieter sind öffentlich geförderten Anbietern beim digitalen Lernen oft voraus.

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Bildung in der digitalen Welt

(15.12.2017) Prozesse der Digitalisierung verändern nicht nur den Alltag und das Arbeitsleben. Sie haben auch Auswirkungen auf Lehr- und Lernprozesse. Es geht dabei nicht oder nur nebenbei um die Frage, wie im Prozess der lebensbegleitenden Lernens die richtigen Bildungsangebote gemacht werden. Es geht auch um neue Möglichkeiten und Probleme, die im Rahmen von Lernprozessen auftreten. Die Kultusministerkonferenz spricht hier von Chancen und Herausforderungen.

„Chance, weil sie dazu beitragen kann, formale Bildungsprozesse – das Lehren und Lernen – so zu verändern, dass Talente und Potentiale individuell gefördert werden; Herausforderung, weil sowohl die bisher praktizierten Lehr- und Lernformen sowie die Struktur von Lernumgebungen überdacht und neu gestaltet als auch die Bildungsziele kritisch überprüft und erweitert werden müssen. Herausforderung aber auch, weil dafür infrastrukturelle, rechtliche und personelle Rahmenbedingungen zu schaffen sind.“ Das schreibt die Kultusministerkonferenz in ihrem aktualisierten Papier zur „Bildung in der digitalen Welt“.

Im Bereich der Weiterbildung entstehen nach Meinung der Kultusminister besonders viele Chancen, insbesondere auch im Bereich der Bildungsgerechtigkeit. Da die Angebote in Zukunft nicht mehr an Räume und feste Zeiten gebunden wären, hätten auch bildungsferne Gruppen Möglichkeiten, Weiterbildungsangebote zu nutzen. Allerdings bleibt nach der Lektüre des Kapitals zur Weiterbildung völlig unklar, wie gerade diejenigen, die heute kaum Angebote der Weiterbildung nutzen, wenn sie künftig als Fernlernkurs im Internet daherkommen. Wer sich vom Lernen verabschiedet hat, braucht Anlässe und umfangreiche Unterstützung; um wieder an Lernprozessen teilzunehmen. Digital angebotene Medien werden dabei vielleicht nützliche Dienste leisten. Ohne umfangreiche Unterstützung von Lehrenden bleiben sie nutzlos. Leider sagt das Papier der Kultusminister zu diesem Punkt wenig aus.

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Weiterbildung reformieren: Sechs Vorschläge die wirklich helfen

(09.11.2017) Während die duale Berufsausbildung international hohe Anerkennung genießt, zeigen alle nationalen und internationalen Studien immer wieder, dass das Weiterbildungssystem in Deutschland erhebliche Mängel aufweist und im internationalen Vergleich nur eine Position im Mittelfeld einnimmt. Soziale Selektivität, Unterversorgung mit Angeboten, gravierende Qualitätsprobleme und hohe Intransparenz sind an der Tagesordnung.

Um die Weiterbildung in Deutschland voranzubringen, muss die Bundesregierung in einem Bundesgesetz Weiterbildung ein Recht auf Weiterbildung verankern und klare Strukturen schaffen, die für mehr Verbindlichkeit und Planungssicherheit für alle Beteiligten sorgen.

In einem Bundesgesetz müssen die Bausteine Finanzierung (1), Lernzeiten (2), Information und Beratung (3), Qualitätssicherung und Personalentwicklung (4), Abschlüsse und Zertifikate (5) sowie Koordination und Kooperation (6) neu geregelt werden.

Mit Vorschlägen zu diesen sechs Punkte konkretisieren die drei Gewerkschaften ver.di, IG Metall und GEW die Inhalte für das geforderte Bundesgesetz.

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Hilft nur eine Revolution? - Bildung braucht radikale Veränderungen

(17.10.2017) Die Wahlen im September haben gezeigt, dass sich viele Menschen Lösungen ihrer Probleme durch die Wahlversprechungen von Rechtspopulisten versprechen. Das alles verspricht nichts Gutes, weder für die Demokratie, noch die Bildung. Trotzdem: Die Menschen wollen Veränderungen, vor allem eine andere Bildung. Bildung ist für die Menschen ein wichtiges Thema.

Wladimir Iljitsch Lenin wird mit folgendem Satz zitiert: "Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen". Ist es so weit? Die Politiker*innen scheinen vor den Problemen in der Bildung zu kapitulieren. Die Bildungsministerin hat schon erklärt, sie will nicht mehr. Hilft nur noch eine Bildungsrevolution? Dieser Frage gehen die Autoren der Online-Ausgabe von Denk-doch-Mal.de nach.

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Welche bildungspolitischen Positionen vertritt die AFD?

(11.08.2017) Auf ihrem Bundesparteitag im Frühjahr 2016 hat die Alternative für Deutschland (AfD) ein Grundsatzprogramm beschlossen. Bisher blieb aber weitgehend unbeachtet, was die AfD zur Bildungspolitik fordert.

Der Wissenschaftliche Beraterkreis von ver.di und IG Metall hat sich mit den zentralen bildungspolitischen Forderungen der AfD auseinander gesetzt. Die zentralen Forderungen werden im „ARGUMENTE“-Papier herausgearbeitet, bewertet und auf die hinter ihnen liegenden sozialen und gesellschaftlichen Problemlagen analysiert. Welche Themen angesprochen werden und welche nicht.
Es wird gefragt, in welchem Interesse die Forderungen sind, wem sie nutzen und wem nicht. Und es werden die angebotenen Lösungen diskutiert.

Alles in allem kann man sagen: Die bildungspolitischen Vorstellungen der AfD sind rückwärtsgewandt. Die AfD hat keine Vorstellung davon, welche Möglichkeiten Bildungspolitik zur sozialen Gestaltung der aktuellen, sozialen, politischen und technologischen Herausforderungen hat.
Vorschläge für mehr Bildungsgerechtigkeit fehlen, sie sind im Gegenteil dazu angetan, die Ungleichheit der Bildungschancen weiter zu verschärfen. Die Forderungen würden, wenn sie politisch umgesetzt würden, keinen Beitrag zur Verbesserung der Bildungschancen der Arbeitnehmer/innen und der sozial Schwachen in dieser Gesellschaft leisten.

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Arbeit transformieren

(14.07.2017) 2015 setzte die Hans Böckler Stiftung eine Kommission zur „Zukunft der Arbeit“ ein. 32 Mitglieder aus Aufsichtsräten und Betriebsräten großer Unternehmen, Kreativwirtschaft, Gewerkschaften, Ministerien und unterschiedlichen Forschungsdisziplinen betrachteten gemeinsam die Änderungen in der Arbeitswelt. Am Ende sollten sie Antworten auf zwei zentrale Fragen geben:

Wie wird die Arbeit der Zukunft aussehen? Vor welchen neuen Gestaltungsaufgaben steht die Arbeitspolitik?

Die Stiftung wollte keinen gemeinsamen Abschlussbericht. Zudem gab es keine Zielvorgaben für die Diskussion. Stattdessen wurde ein offener Diskussionsraum geschaffen werden, der es erlaubte, noch weitgehend unbekanntes Terrain für Forschung und Arbeitspolitik möglichst umfassend auszuleuchten. Jetzt hat die Kommission den Abschlussbericht vorglegt.

„Bei aller Unterschiedlichkeit teilten die Kommissionsmitglieder jedoch die Neugier auf die erst in Ansätzen erkennbaren Umbrüche, die der technologische Fortschritt nach sich ziehen wird. Und ebenso einig waren sie sich in dem Wunsch, mit ihren Gedanken und Ideen dazu beizutragen, dass die Arbeitswelt möglichst vielen Menschen eine hohe Lebensqualität und eine sichere Zukunft bietet.
Geprägt war die Arbeit der Kommission durch die gemeinsame Überzeugung, dass eine Gestaltung von Arbeit, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft und zur Stärkung unserer Demokratie leistet.“

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Wer bildet sich in welcher Form weiter?

(04.07.2017) Es klingt doch etwas paradox. Alle halten es für wichtig, sich ständig weiterzubilden. Diese Aussage wurde von 94 Prozent aller Befragten 2003 als richtig bezeichnet. Zugleich nehmen nach den vorliegenden Zahlen nur 41 Prozent der Befragten an Weiterbildung teil. Da stimmt doch was nicht.

Entweder geben die Menschen an, Weiterbildung sei wichtig, weil es ihnen von Politik und Wirtschaft so vorgepredigt wird. Aber in Wirklichkeit spielt sie eher eine untergeordnete Rolle. Oder aber die Frage, was denn nun Weiterbildung sei, wird falsch gestellt. Die Menschen bilden sich zwar weiter, aber die Formen, in denen das geschieht, werden nicht als Teilnahme an Weiterbildung gewertet und abgefragt.

Eine neue Studie hat da besser nachgefragt. Es ist die Erwachsenenbefragung des Nationalen Bildungspanels (Etappe 8 des NEPS). Thomas Kruppe und Merlind Trepesch haben sich die Daten angesehen und für das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ausgewertet. Sie heben insbesondere „die Vorzüge und das Analysepotenzial dieser Datenquelle“ hervor, die in mehreren Befragungswellen das Weiterbildungsverhalten über einen längeren Zeitraum abbildet. „Zu den Auswertungen, die auf Grund fehlender Daten zuvor nicht möglich waren, gehören die Beteiligung an formaler Weiterbildung über den gesamten Lebensverlauf, sowie die Teilnahme an non-formaler und informeller Weiterbildung über mehrere Befragungswellen hinweg“, so die Autor*innen.

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Der Deutsche Volkshochschulverband fordert gemeinsame strategische Planung und operative Umsetzung in der Weiterbildung

(17.06.2017) Der Deutsche Volkshochschulverband (DVV) fordert von der nächsten Bundesregierung eine „kräftige Weiterbildungsoffensive“. Die beträchtlichen „Potentiale der Erwachsenenbildung“ sollten genutzt werden, „für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und für die persönliche Entfaltung jedes Einzelnen.“ So der DVV in seinen Wahlprüfsteinen.

In der Weiterbildungspolitik fordert der DVV eine „gemeinsame strategische Planung und operative Umsetzung“ der Bildungsaufgaben durch Bund, Länder und Gemeinden. Die Förderung der Weiterbildung müsse „über den Arbeitsmarkt hinaus reichen“ und „den Erwerb von Kompetenzen für eine souveräne Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben fördern“.

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Beschäftigte in der Weiterbildung

(07.04.2017) Seit der ersten Untersuchung über die Beschäftigten in der Weiterbildung sind inzwischen gut 10 Jahre vergangen. Noch heute werden die Daten der WSF-Studie zitiert, obwohl sie längst überholt sind. Mit dem wb-personalmonitor stehen jetzt neue Daten über unterschiedliche Beschäftigtengruppen, deren soziale Lage und jeweils nötige Qualifikationen zur Verfügung. Damit ist diese Erhebung „die bisher umfangreichste“ und „“auch thematisch breiteste Erhebung zum Personal in der Erwachsenen- und Weiterbildung. So der Jahresbericht des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) 2016.

„Der wb-personalmonitor bestätigt das in der WSF-Studie gewonnene Bild, dass es sich bei der Erwachsenen- und Weiterbildung, auch gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen, um den größten Sektor im Bildungsbereich handelt (Schrader, i.D.). Mit 691.000 hier tätigen Personen insgesamt, darunter ca. 530.000 Lehrkräften, ist der Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung etwa so groß wie der gesamte Bereich der allgemeinbildenden Schulen zusammengenommen (664.000 Lehrkräfte) und wesentlich größer als der Bereich der beruflichen Schulen (122.000 Lehrkräfte) (Destatis, 2016). Dabei wird die betriebliche Weiterbildung bisher noch nicht annähernd vollständig erfasst.“

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Nachhilfe: Kinder aus wohlhabenden Familien deutlich überrepräsentiert

(27.03.2017) Mit kommerzieller Nachhilfe werden in Deutschland Milliarden umgesetzt. Statt im Bildungssystem verursachte soziale Ungleichheiten zu verringern, verstärken die außerschulischen Förderstunden sie eher. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Überblicksstudie.

Die Studie konzentriert sich vor allem auf den Bereich der privat bezahlten außerschulischen Nachhilfe. Dabei standen folgende Fragestellungen im Zentrum der Untersuchung:

Welche strukturellen Entwicklungen auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene begünstigen die Expansion des Nachhilfemarktes, und welche Gründe haben Eltern, neben den Angeboten der staatlichen Schulen, zusätzlich private
Nachhilfe für ihre Kinder zu finanzieren?

Wirken die aus der Bildungsforschung bekannten Mechanismen der Reproduktion sozialer Ungleichheit auch im Bereich der kommerziellen Nachhilfe oder kann Nachhilfe bestehende soziale Ungleichheiten möglicherweise kompensieren?

In welchem Verhältnis steht der Sektor der marktförmig organisierten kommerziellen Nachhilfe zum staatlich organisierten Schulsystem?

Wie ist es um die Qualität der privaten Nachhilfe bestellt und welche Mechanismen der Qualitätskontrolle existieren?

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Die Weiterbildung benötigt bessere Beratung, eine solidere Finanzierung und einheitliche Standards

(22.02.2017) Die Weiterbildungspolitik benötigt einen Kurswechsel in der berufsbezogenen Weiterbildung. Weiterbildung muss wieder stärker als öffentliche Aufgabe verstanden werden. Neue Herausforderungen wie die Digitalisierung verändern den Arbeitsmarkt und erzeugen neue Anforderungen an die Weiterbildung. Daher ist eine Neustrukturierung „des Weiterbildungssektors in Richtung eines kohärenten Weiterbildungssystems erforderlich. Bisher ist der Bereich Weiterbildung nicht nur durch eine Vielfalt von Anbietern, Formaten, Programmen, Abschlüssen, sondern vor allem auch durch eine Vielzahl von Zuständigkeiten und den ihnen zugrundeliegenden gesetzlichen Regelungen gekennzeichnet.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Böckler Stiftung.

Das Weiterbildungssystem der Zukunft muss mehr auf einander abgestimmt sein, eine einheitliche gesetzliche Grundlage besitzen und berufsbezogene Weiterbildungsansprüche für jeden enthalten. Dabei muss der Schwerpunkt auf abschlussbezogene Weiterbildungsangebote gelegt werden. Auch die Weiterbildungsberatung muss verstärkt werden. Die Studie fordert mehr Transparenz der Angebote, eine bessere Beratungsqualität und eine stärkere Zusammenarbeit der Anbieter. „Perspektivisch geht es um eine Erweiterung des rechtlichen und finanziellen Rahmens für Weiterbildung, zu der die Weiterentwicklung der Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung beitragen könnte.“

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Gute Arbeit braucht gute Weiterbildung

(27.01.2017) Die Weiterbildung fristet ein Leben als ungeliebtes Stiefkind. Politik und Wirtschaft überschlagen sich in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 in der Forderung nach mehr Weiterbildung. Doch die Rahmenbedingungen in der Weiterbildung sind und bleiben schlecht.

In der Arbeitsförderung sind die Strukturen und Förderangebote für die Betroffenen nicht leicht zu durchschauen. „Es gibt wenig Transparenz, zu geringe an den Arbeitnehmerinteressen orientierte Beratungsmöglichkeiten und unzureichende Sicherheit, was die rechtlichen Ansprüche gegenüber Arbeitgebern bzw. staatlichen Fördermöglichkeiten für Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen angeht.“

Auch die betriebliche Weiterbildung weist trotz einiger guter Betriebsvereinbarungen und tariflicher Regelungen deutliche Defizite auf. „Weit mehr als die Hälfte der betrieblichen Weiterbildungen sind kürzer als ein Tag. Je kleiner die Betriebe und je prekärer die Beschäftigungssituation in den Branchen und Erwerbsformen, desto geringer ist die Weiterbildungsbeteiligung. Die Weiterbildungsbeteiligung ist nach wie vor abhängig von Einkommen, Bildungsabschluss und Beruf.“

Seit Jahren fordern Gewerkschaften ein Weiterbildungsgesetz auf Bundesebene. Die finanzielle Unterstützung der Lernenden muss deutlich verbessert und abgesichert werden. Im Rahmen der arbeitsmarktgeförderten Weiterbildung bedarf es Regelungen, die die berufliche Verwertbarkeit der Maßnahmen deutlich steigert. Die Beratung muss auch für Erwerbslose unabhängig erfolgen und flächendeckend vorhanden sein. „An die Stelle der segmentierten Weiterbildungslandschaft sollten, wie in anderen erfolgreicheren europäischen Ländern – z.B. in Dänemark und in den Niederlanden – Staat, Unternehmen, Gewerkschaften, Individuen und Bildungseinrichtungen in ein System unterschiedlicher Verantwortlichkeiten eingebunden werden mit mehr Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Planungssicherheit für alle Beteiligten.“

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Für teure Maßnahmen zur beruflichen Neuorientierung fehlt das Geld

(12.01.2017) Der Bedarf an Weiterbildung wird weiterhin zunehmen. Die Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld werden in Zukunft häufiger grundlegende „berufliche Neuorientierungen“ erforderlich machen. Zudem haben 6,5 Mio. Erwerbstätige keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Staatliche Förderinstrumente zur beruflichen Weiterbildung verteilen sich gegenwärtig auf 25 unterschiedliche Programme. Nur wenige Zielgruppen erhalten eine bundeseinheitliche Förderung. Das betrifft Aufstiegsfortbildungen, Maßnahmen mit Kosten bis zu € 1.000 bei Personen mit einem Einkommen von bis zu € 20.000 (€ 40.000 bei Zusammenveranlagten), Beruflich Begabte sowie ältere Beschäftigte mit geringen Qualifikationen oder in kleinen und mittleren Unternehmen sowie Arbeitslose bzw. von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen.

Vor allem mangelt es an einer ausreichenden Unterstützung von teuren Maßnahmen, etwa zur beruflichen Neuorientierung oder fachlichen Spezialisierung. "Fasst man die Zahl der durch all diese Regelungen geförderten Personen zusammen, dann entspricht dies nicht einmal drei Prozent der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren," stellt Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS fest.

In einer aktuellen Studie fordert das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie mehr Mittel für qualifizierende Maßnahmen, die die Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig stärken. Die gegenwärtige Förderung sei bis auf wenige Ausnahmen auf 500 Euro begrenzt. Für teure Weiterbildungen gibt es bundesweit neben dem Meister-BAföG nur Steuerfreibeträge für Fortbildungsmaßnahmen. "Diese Lücke bei der Förderung von beruflich qualifizierenden Weiterbildungen muss dringend geschlossen werden," fordert Dohmen.

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Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will die Bildung in Zeiten der Digitalisierung gestalten

(12.10.2016) Die Digitalisierung verändert sowohl die Anforderungen wie auch die Formen der beruflichen aus- und Weiterbildung. Nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Landesregierung würden „digitalen Schlüsselkompetenzen“ „neben Schreiben, Lesen, Rechnen zu einer neuen vierten Kulturtechnik. Dazu zählen insbesondere Medienkompetenz, Anwendungs-Know-how und informatische Grundkenntnisse“.

Das vorgestellte Leitbild umfasst alle Bereiche des Bildungswesens von der Kita bis zur beruflichen Weiterbildung. Es nennt konkrete Maßnahmen und Verabredungen, mit denen der digitale Wandel im Bildungswesen gestaltet werden soll. Die in einem Dialogprozess erarbeiteten Thesen für „das ‚Lernen im Digitalen Wandel‘ in den Bereichen Medienkompetenz für ein selbstbestimmtes Leben, frühkindliche Bildung, Schule, Hochschule sowie Fachkräfte Aus- und Weiterbildung bildeten die Grundlage für das Leitbild.“

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DaZ-Lehrende wollen raus aus der Armutsfalle

(21.07.2016) Appelle gab es schon zur Genüge. Zahlreiche Petitionen und Positionspapiere haben die bundesweit vernetzten Initiativen bereits geschrieben. Der Erfolg ist überschaubar. Zwar hat das Bundesinnenministerium jetzt als Reaktion auf den Fachkräftemangel eine Erhöhung der Honorare für Lehrende in Integrationskursen auf 35 Euro pro Unterrichtseinheit angekündigt – sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Das Problem aber löst das nicht. Selbst bei diesen Sätzen würde eine Lehrkraft ohne soziale Absicherung kaum mehr als 1.500 Euro netto monatlich bekommen.

Wir brauchen eine Tarifinitiative im Bereich der DaZ-Lehrer_innen. Es ist höchste Zeit, auf die eigene Kraft und die gewerkschaftliche Durchsetzungsfähigkeit zu setzen.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 25.06.2018