Allgemeine Informationen

Prekäre Arbeitsverhältnisse sind in der Weiterbildung inzwischen weit verbreitet. Befristete Arbeitsverhältnisse, verstärkter Einsatz von Honorarkräften, sogar Leiharbeit von ausgegliederten Betriebsteilen sind häufig anzutreffen.

Allgemeine Informationen zur Entwicklung von prekären Arbeitsverhältnissen finden Sie in den Böckler-Boxen und beim DGB.



Mindestlohn in der SGB II/III geförderten Weiterbildung in der Sackgasse?

(22.01.2019) Der Mindestlohn für das pädagogische Personal in der SGB II und SGB III geförderten Weiterbildung ist nicht wie geplant zum 1. Januar 2019 für allgemeinverbindlich erklärt worden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat Bedenken dagegen geäußert, dass der DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) als Vergleichsinstrument für Qualifikationen in den Tarifvertrag aufgenommen wurde. Das führt gegenwärtig dazu, dass die Allgemeinverbindlichkeit nicht zustande gekommen ist. Und ohne Allgemeinverbindlichkeit gibt es gegenwärtig auch keinen Mindestlohn.

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Gewerkschaftsmitglieder dürfen auch schon mal mehr bekommen als der Rest

(29.12.2018) Formal gelten Tarifverträge nur für die beteiligten Parteien, also die organisierten Gewerkschaftsmitglieder und die beteiligten Arbeitgeber. Doch in der Realität gelten sie für alle Beschäftigten. Juristen nennen das „negative Koalitionsfreiheit“. Findige Beschäftigte meinen daher, dass sie grundsätzlich einen Anspruch auf alles haben, was Gewerkschaften mit Arbeitgebern vereinbart haben.

Dieser Ansicht hat das Bundesverfassungsgericht nun einen Riegel vorgeschoben. Eine unterschiedliche Behandlung zwischen organisierten und nichtorganisierten Beschäftigten sei sehr wohl möglich und rechtlich zulässig, so das Gericht. Wenn die unterschiedliche Behandlung nur faktischer Anreiz zur Mitgliedschaft darstelle, aber nicht zugleich „Zwang noch Druck entsteht“, Mitglied zu werden, dann seien solche Regelungen rechtlich in Ordnung.

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Aktuelle Entwicklungen und gewerkschaftliche Forderungen

(17.12.2018) Trotz der guten Wirtschaftslage gelingt es nicht, prekäre Beschäftigung stärker zurückzudrängen. Dieser Trend muss jetzt umgedreht werden. In wirtschaftlich guten Zeiten gilt es, gute Arbeit mit existenzsichernden Einkommen und normalen Beschäftigungsverhält-nissen flächendeckend durchzusetzen. Der DGB hat Forderungen aufgestellt, um die verheerenden Folgen prekärer Beschäftigung – wie Erwerbsarmut, Spaltung der Belegschaften oder fehlenden sozialen Schutz – abzumildern.

In einer neuen Ausgabe von arbeitsmarktaktuell hat der DGB die Fakten zur Verbreitung von atypischen Arbeitsverhältnissen neu zusammengestellt. Zugleich werden Forderungen entwickelt, um die weitere Zunahme dieser Arbeitsverhältnisse einzudämmen.

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Befristungen erreichten 2017 einen neuen Höchststand

(11.07.2018) Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge ist von 2016 auf 2017 um knapp 300.000 angestiegen. Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge erhöhte sich von 2,886 auf 3,154 Millionen. Der Anteil der befristeten Arbeitsverhältnisse an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen stieg von 7,8 auf 8,3 Prozent.

Befristete Verträge machen 43,5 Prozent aller Neuverträge aus. Besonders der öffentliche Dienst bedient sich dieser Beschäftigungsform und spart sich damit lästige Kündigungen. „Bei der Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen hat die Befristung beispielsweise im öffentlichen Dienst eine große Bedeutung (26,2 % aller Personalabgänge). Dagegen spielen hier die Arbeitgeberkündigungen mit 3,8 Prozent kaum eine Rolle.“ Diese Zahlen stammen aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

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Digitalisierung bringt große Umwälzungen am Arbeitsmarkt

(10.04.2018) Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) haben in einer neuen Studie die Gesamtwirkung der Digitalisierung auf die Beschäftigung untersucht. Demnach wird das Niveau der Beschäftigung nur wenig von der Entwicklung betroffen sein. Allerdings wird es in zwischen Branchen erhebliche Verschiebungen geben.

„Eine zunehmende Digitalisierung wird jedenfalls mit einer deutlichen Umgestaltung der Arbeitswelt einhergehen, und in diesem Prozess werden Bildung und Weiterbildung der Beschäftigten eine zentrale Rolle übernehmen“, betonen die Forscher. So werden nach der Modellrechnung auf der einen Seite bis 2035 1,5 Millionen bestehende Jobs und damit erlernte Tätigkeiten wegfallen. Dagegen stehen etwa gleichviel neue Jobs. Der Haken an der Sache ist nur der: Die wegfallenden Jobs stammen aus dem verarbeitenden Gewerbe (etwa 130.000), die neuen entstehenden im Bereich „Information und Kommunikation“ (etwa 120.000). Ob ein derartiger Umbruch des Arbeitsmarktes durch Weiterbildung abgefedert werden kann, darf bezweifelt werden.

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Befristete Beschäftigung – Arbeiten ohne Bestand

(29.11.2017) Wir haben in Deutschland ein Befristungsproblem. Zwischen 1993 und 2015 hat sich die Zahl der befristet Beschäftigten verdreifacht, von knapp 900.000 auf inzwischen knapp 3,2 Millionen. Fast jeder zehnte Beschäftigte arbeitet befristet. Auch wenn in den letzten Jahren die Zahl der Befristungen leicht zurückgegangen ist: Drastisch gestiegen ist der Anteil derjenigen, die ohne Sachgrund befristet sind – auf inzwischen 48 Prozent aller befristet Beschäftigten. Darauf macht die jetzt in zweiter Auflage erschiene Broschüre des DGB zu befristeten Beschäftigungsverhältnissen aufmerksam.

Sachgrundlose Befristungen bei Neueinstellungen mutieren zur verlängerten Probezeit, deren Ende oft nicht absehbar ist. Der öffentliche Dienst geht hier leider mit schlechtem Beispiel voran: Hier erfolgen Neueinstellungen fast zur Hälfte über befristete Arbeitsverträge. In der Privatwirtschaft ist es immerhin über ein Drittel. Für beide Bereiche gilt: Die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihre Möglichkeiten zur Lebensplanung und ihre Rechte bleiben dabei auf der Strecke. Denn wer befristet beschäftigt ist, landet im Konfliktfall auf der Straße, hat auch während des Arbeitsverhältnisses kaum Chancen, sich zu wehren, ohne dass die Verlängerung des Vertrages gefährdet wird.

Mit der vorliegenden Broschüre präsentiert der DGB Fakten über die befristete Beschäftigung. Betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in befristeten Beschäftigungsverhältnissen stecken, kommen zu Wort. Und berichten von allen daraus resultierenden Problemen und Sorgen.

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Im Dienst der Beschäftigten

(04.10.2017) Mit Hartnäckigkeit und Geduld zum Erfolg: Wie der Konzernbetriebsrat des gemeinnützigen Trägervereins des Internationalen Bunds (IB) erfolgreich die Eindämmung von Befristungen erstritt.

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Einigung in Entgeltverhandlungen bei der Deutschen Angestellten Akademie

(22.06.2017) Nach zunächst schwierigen Verhandlungen über Entgelt einigten sich die Verhandlungspartner Deutsche Angestellten Akademie (DAA) und ver.di am 15. Juni 2017 überraschend schnell auf ein Ergebnis. Damit konnte ein Streik bei der DAA abgewendet werden. Danke an alle, die mit dazu beigetragen haben! Dabeisein zahlt sich aus.

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Prekäre Beschäftigung – Herausforderung für die Gewerkschaften

(22.06.2017) In Deutschland sind so wenig Menschen arbeitslos wie seit 26 Jahren nicht mehr, die Zahl der Entlassungen geht zurück. Doch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stecken im Niedriglohnsektor fest, in Minijobs, Leiharbeit, Befristungen oder ungewollter Teilzeit. Für rund jeden dritten Beschäftigten sind solche atypischen oder prekären Arbeitsformen immer noch der Normalfall.

In einer Broschüre zieht der DGB Bilanz über die Arbeit der letzten Jahre. Es hat Fortschritte gegeben, die prekäre Beschäftigung steigt nicht mehr oder nur noch langsam. Sie geht aber auch nicht zurück, es bleibt auch noch viel zu tun.

In dieser Broschüre nehmen wir diese Beschäftigungsformen genauer unter die Lupe. In den einzelnen Kapiteln wird zunächst anhand von Daten und Fakten die aktuelle Situation dargestellt. Im Anschluss daran werden konkrete Lösungswege aufgezeigt. Diese beziehen sich nicht nur auf Forderungen an die Politik, sondern auch auf das gewerkschaftliche Handeln: Wie lassen sich im Rahmen von Tarif- oder Betriebspolitik Verbesserungen erreichen, welche Strategien können Betriebsräte im Umgang mit prekärer Beschäftigung entwickeln?

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Qualifikation der Weiterbildner-Innen

(17.06.2017) Fachtagung für Betriebsräte, Mitarbeitervertretungen und SBV in der Weiterbildung und der beruflichen Rehabilitation

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Beschäftigungsverhältnisse an Volkshochschule Bremen und Musikschule Bremen verbessern

(10.06.2017) Mit einem Antrag an die Bürgerschaft will die Fraktion Die Linke die Entlohnungsbedingungen von Honorarkräften an der Volkshochschule und der Musikschule in Bremen verbessern. Dazu wären natürlich erhöhte Haushaltsmittel für die Einrichtungen notwendig.

Die Forderung nach besseren Honoraren ist löblich. Warum es allerdings die jetzt gezahlten 35 Euro aus den BAMF-Kursen für alle Kurse an der VHS geben soll, wird nicht erklärt. Der hübsche Slogan „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ reicht da nicht aus. Da machen es sich die Antragsteller zu einfach.

Auch die Forderung nach einer Sozialkasse für Beschäftigte in der Weiterbildung zielt letztlich in die falsche Richtung. Statt das Sozialversicherungswesen weiter aufzusplittern und Sonderregeln für einzelne Beschäftigtengruppen herauszuholen, sollte die Forderung doch eher in die Richtung einer Erwerbstätigenversicherung für Alle gehen.

Warum die Antragsteller*innen bei ihren Forderungen den Weg von Tarifverträgen für arbeitnehmerähnliche Personen völlig „vergessen“, ist hingegen nicht zu entschuldigen. Schließlich schützen Tarifverträge, auch vor plötzlichen Entscheidungen neu gewählter Bürgerschaften.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 26.04.2019