Allgemeine Informationen

Prekäre Arbeitsverhältnisse sind in der Weiterbildung inzwischen weit verbreitet. Befristete Arbeitsverhältnisse, verstärkter Einsatz von Honorarkräften, sogar Leiharbeit von ausgegliederten Betriebsteilen sind häufig anzutreffen.

Allgemeine Informationen zur Entwicklung von prekären Arbeitsverhältnissen finden Sie in den Böckler-Boxen und beim DGB.



Befristungen erreichten 2017 einen neuen Höchststand

(11.07.2018) Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge ist von 2016 auf 2017 um knapp 300.000 angestiegen. Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge erhöhte sich von 2,886 auf 3,154 Millionen. Der Anteil der befristeten Arbeitsverhältnisse an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen stieg von 7,8 auf 8,3 Prozent.

Befristete Verträge machen 43,5 Prozent aller Neuverträge aus. Besonders der öffentliche Dienst bedient sich dieser Beschäftigungsform und spart sich damit lästige Kündigungen. „Bei der Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen hat die Befristung beispielsweise im öffentlichen Dienst eine große Bedeutung (26,2 % aller Personalabgänge). Dagegen spielen hier die Arbeitgeberkündigungen mit 3,8 Prozent kaum eine Rolle.“ Diese Zahlen stammen aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

mehr...

Digitalisierung bringt große Umwälzungen am Arbeitsmarkt

(10.04.2018) Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) haben in einer neuen Studie die Gesamtwirkung der Digitalisierung auf die Beschäftigung untersucht. Demnach wird das Niveau der Beschäftigung nur wenig von der Entwicklung betroffen sein. Allerdings wird es in zwischen Branchen erhebliche Verschiebungen geben.

„Eine zunehmende Digitalisierung wird jedenfalls mit einer deutlichen Umgestaltung der Arbeitswelt einhergehen, und in diesem Prozess werden Bildung und Weiterbildung der Beschäftigten eine zentrale Rolle übernehmen“, betonen die Forscher. So werden nach der Modellrechnung auf der einen Seite bis 2035 1,5 Millionen bestehende Jobs und damit erlernte Tätigkeiten wegfallen. Dagegen stehen etwa gleichviel neue Jobs. Der Haken an der Sache ist nur der: Die wegfallenden Jobs stammen aus dem verarbeitenden Gewerbe (etwa 130.000), die neuen entstehenden im Bereich „Information und Kommunikation“ (etwa 120.000). Ob ein derartiger Umbruch des Arbeitsmarktes durch Weiterbildung abgefedert werden kann, darf bezweifelt werden.

mehr...

Befristete Beschäftigung – Arbeiten ohne Bestand

(29.11.2017) Wir haben in Deutschland ein Befristungsproblem. Zwischen 1993 und 2015 hat sich die Zahl der befristet Beschäftigten verdreifacht, von knapp 900.000 auf inzwischen knapp 3,2 Millionen. Fast jeder zehnte Beschäftigte arbeitet befristet. Auch wenn in den letzten Jahren die Zahl der Befristungen leicht zurückgegangen ist: Drastisch gestiegen ist der Anteil derjenigen, die ohne Sachgrund befristet sind – auf inzwischen 48 Prozent aller befristet Beschäftigten. Darauf macht die jetzt in zweiter Auflage erschiene Broschüre des DGB zu befristeten Beschäftigungsverhältnissen aufmerksam.

Sachgrundlose Befristungen bei Neueinstellungen mutieren zur verlängerten Probezeit, deren Ende oft nicht absehbar ist. Der öffentliche Dienst geht hier leider mit schlechtem Beispiel voran: Hier erfolgen Neueinstellungen fast zur Hälfte über befristete Arbeitsverträge. In der Privatwirtschaft ist es immerhin über ein Drittel. Für beide Bereiche gilt: Die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihre Möglichkeiten zur Lebensplanung und ihre Rechte bleiben dabei auf der Strecke. Denn wer befristet beschäftigt ist, landet im Konfliktfall auf der Straße, hat auch während des Arbeitsverhältnisses kaum Chancen, sich zu wehren, ohne dass die Verlängerung des Vertrages gefährdet wird.

Mit der vorliegenden Broschüre präsentiert der DGB Fakten über die befristete Beschäftigung. Betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in befristeten Beschäftigungsverhältnissen stecken, kommen zu Wort. Und berichten von allen daraus resultierenden Problemen und Sorgen.

mehr...

Im Dienst der Beschäftigten

(04.10.2017) Mit Hartnäckigkeit und Geduld zum Erfolg: Wie der Konzernbetriebsrat des gemeinnützigen Trägervereins des Internationalen Bunds (IB) erfolgreich die Eindämmung von Befristungen erstritt.

mehr...

Einigung in Entgeltverhandlungen bei der Deutschen Angestellten Akademie

(22.06.2017) Nach zunächst schwierigen Verhandlungen über Entgelt einigten sich die Verhandlungspartner Deutsche Angestellten Akademie (DAA) und ver.di am 15. Juni 2017 überraschend schnell auf ein Ergebnis. Damit konnte ein Streik bei der DAA abgewendet werden. Danke an alle, die mit dazu beigetragen haben! Dabeisein zahlt sich aus.

mehr...

Prekäre Beschäftigung – Herausforderung für die Gewerkschaften

(22.06.2017) In Deutschland sind so wenig Menschen arbeitslos wie seit 26 Jahren nicht mehr, die Zahl der Entlassungen geht zurück. Doch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stecken im Niedriglohnsektor fest, in Minijobs, Leiharbeit, Befristungen oder ungewollter Teilzeit. Für rund jeden dritten Beschäftigten sind solche atypischen oder prekären Arbeitsformen immer noch der Normalfall.

In einer Broschüre zieht der DGB Bilanz über die Arbeit der letzten Jahre. Es hat Fortschritte gegeben, die prekäre Beschäftigung steigt nicht mehr oder nur noch langsam. Sie geht aber auch nicht zurück, es bleibt auch noch viel zu tun.

In dieser Broschüre nehmen wir diese Beschäftigungsformen genauer unter die Lupe. In den einzelnen Kapiteln wird zunächst anhand von Daten und Fakten die aktuelle Situation dargestellt. Im Anschluss daran werden konkrete Lösungswege aufgezeigt. Diese beziehen sich nicht nur auf Forderungen an die Politik, sondern auch auf das gewerkschaftliche Handeln: Wie lassen sich im Rahmen von Tarif- oder Betriebspolitik Verbesserungen erreichen, welche Strategien können Betriebsräte im Umgang mit prekärer Beschäftigung entwickeln?

mehr...

Qualifikation der Weiterbildner-Innen

(17.06.2017) Fachtagung für Betriebsräte, Mitarbeitervertretungen und SBV in der Weiterbildung und der beruflichen Rehabilitation

mehr...

Beschäftigungsverhältnisse an Volkshochschule Bremen und Musikschule Bremen verbessern

(10.06.2017) Mit einem Antrag an die Bürgerschaft will die Fraktion Die Linke die Entlohnungsbedingungen von Honorarkräften an der Volkshochschule und der Musikschule in Bremen verbessern. Dazu wären natürlich erhöhte Haushaltsmittel für die Einrichtungen notwendig.

Die Forderung nach besseren Honoraren ist löblich. Warum es allerdings die jetzt gezahlten 35 Euro aus den BAMF-Kursen für alle Kurse an der VHS geben soll, wird nicht erklärt. Der hübsche Slogan „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ reicht da nicht aus. Da machen es sich die Antragsteller zu einfach.

Auch die Forderung nach einer Sozialkasse für Beschäftigte in der Weiterbildung zielt letztlich in die falsche Richtung. Statt das Sozialversicherungswesen weiter aufzusplittern und Sonderregeln für einzelne Beschäftigtengruppen herauszuholen, sollte die Forderung doch eher in die Richtung einer Erwerbstätigenversicherung für Alle gehen.

Warum die Antragsteller*innen bei ihren Forderungen den Weg von Tarifverträgen für arbeitnehmerähnliche Personen völlig „vergessen“, ist hingegen nicht zu entschuldigen. Schließlich schützen Tarifverträge, auch vor plötzlichen Entscheidungen neu gewählter Bürgerschaften.

mehr...

Berufseinsteiger und Geringqualifizierte haben höheres Risiko der Scheinselbständigkeit

(11.01.2017) Das Thema Scheinselbstständigkeit stößt weiterhin auf reges Interesse, auch in der Weiterbildung. Aber wann liegt Scheinselbständigkeit vor, wie verbreitet ist das Phänomen in Deutschland und wer ist davon betroffen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Nach einem Modell, das auf der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts basiert, sind gegenwärtig ca. 235.000 Erwerbstätige potentiell scheinselbstständig beschäftigt. Das sind 0,7 Prozent der gegenwärtig etwa 3,8 Millionen Solo-Selbstständigen. Nach einem alternativen Modell der Autoren sind es 1,3 Prozent oder 436.000.

„Erwerbstätige unter 25 Jahren bzw. Erwerbseinsteiger sind häufiger in einem scheinselbständigen Vertragsverhältnis aktiv als ältere Erwerbstätige bzw. solche mit längerer Erwerbserfahrung. Ferner zeigt sich, dass bei Personen, die zuvor arbeitslos waren, mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit die Wahrscheinlichkeit einer scheinselbständigen Beschäftigung um etwa 1 Prozent je Jahr der Erwerbslosigkeit steigt.

mehr...

Prekäre Jobs eindämmen

(22.12.2016) „Das deutsche ‚Beschäftigungswunder‘ basiert zum erheblichen Teil auf einer Zunahme der atypischen Beschäftigung: Bei mehr als 1,3 Millionen (rund 36 %) Arbeitsplätzen, die seit dem konjunkturellen Tiefpunkt im Jahr 2004 zusätzlich geschaffenen wurden, handelt es sich entweder um befristete Verträge, Leiharbeit, Minijobs oder reguläre Teilzeitbeschäftigung mit maximal 20 Wochenarbeitsstunden.“

Diese Beschäftigungsformen führen zu Lücken im Bereich der sozialen Absicherung und bei der Durchsetzung gesetzlich und tariflich abgesicherter Rechte der Beschäftigten. So führen niedrige Einkommen und beschäftigungslose Zeiten selbst bei 45 Versicherungsjahren in der Rentenversicherung zu nicht ausreichenden Rentenansprüchen, um im Alter der Sozialhilfe zu entrinnen.

Die Verbreitung atypischer Beschäftigungsverhältnisse führt auch nicht zu einer Reduzierung von Gesetzesverstößen durch die Arbeitgeber. Die legalen Möglichkeiten scheinen bei ihrer Jagd nach Möglichkeiten zur Senkung der Lohnkosten nicht zu reichen. Fehlende betriebliche Interessenvertretungen und die Reduzierung des Einflussbereichs der Gewerkschaften erleichtert die Ignorierung der Rechte der Beschäftigten.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Sie präsentiert Befunde einer international vergleichenden Untersuchung zum Thema „Reduzierung Prekärer Arbeit durch Sozialen Dialog“.

mehr...

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 20.10.2018