Willkommen beim Netzwerk Weiterbildung

Wir bieten Informationen und Hilfen für alle Beteiligten bei Fragen der beruflichen und politischen Bildung und Weiterbildung.

Unser Ziel ist die Reflektion und Verbesserung der beruflichen Situation der Weiterbildungsbeschäftigten. Die Grundsätze unserer redaktionellen Arbeit finden sie unter Über uns/Aktuelles.

Aktuelle Nachrichten zur Entwicklung in der Weiterbildung finden sie unter Weiterbildung in Deutschland.



Die Weiterbildung benötigt bessere Beratung, eine solidere Finanzierung und einheitliche Standards

(22.02.2017) Die Weiterbildungspolitik benötigt einen Kurswechsel in der berufsbezogenen Weiterbildung. Weiterbildung muss wieder stärker als öffentliche Aufgabe verstanden werden. Neue Herausforderungen wie die Digitalisierung verändern den Arbeitsmarkt und erzeugen neue Anforderungen an die Weiterbildung. Daher ist eine Neustrukturierung „des Weiterbildungssektors in Richtung eines kohärenten Weiterbildungssystems erforderlich. Bisher ist der Bereich Weiterbildung nicht nur durch eine Vielfalt von Anbietern, Formaten, Programmen, Abschlüssen, sondern vor allem auch durch eine Vielzahl von Zuständigkeiten und den ihnen zugrundeliegenden gesetzlichen Regelungen gekennzeichnet.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Böckler Stiftung.

Das Weiterbildungssystem der Zukunft muss mehr auf einander abgestimmt sein, eine einheitliche gesetzliche Grundlage besitzen und berufsbezogene Weiterbildungsansprüche für jeden enthalten. Dabei muss der Schwerpunkt auf abschlussbezogene Weiterbildungsangebote gelegt werden. Auch die Weiterbildungsberatung muss verstärkt werden. Die Studie fordert mehr Transparenz der Angebote, eine bessere Beratungsqualität und eine stärkere Zusammenarbeit der Anbieter. „Perspektivisch geht es um eine Erweiterung des rechtlichen und finanziellen Rahmens für Weiterbildung, zu der die Weiterentwicklung der Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung beitragen könnte.“
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Gute Arbeit braucht gute Weiterbildung

(27.01.2017) Die Weiterbildung fristet ein Leben als ungeliebtes Stiefkind. Politik und Wirtschaft überschlagen sich in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 in der Forderung nach mehr Weiterbildung. Doch die Rahmenbedingungen in der Weiterbildung sind und bleiben schlecht.

In der Arbeitsförderung sind die Strukturen und Förderangebote für die Betroffenen nicht leicht zu durchschauen. „Es gibt wenig Transparenz, zu geringe an den Arbeitnehmerinteressen orientierte Beratungsmöglichkeiten und unzureichende Sicherheit, was die rechtlichen Ansprüche gegenüber Arbeitgebern bzw. staatlichen Fördermöglichkeiten für Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen angeht.“

Auch die betriebliche Weiterbildung weist trotz einiger guter Betriebsvereinbarungen und tariflicher Regelungen deutliche Defizite auf. „Weit mehr als die Hälfte der betrieblichen Weiterbildungen sind kürzer als ein Tag. Je kleiner die Betriebe und je prekärer die Beschäftigungssituation in den Branchen und Erwerbsformen, desto geringer ist die Weiterbildungsbeteiligung. Die Weiterbildungsbeteiligung ist nach wie vor abhängig von Einkommen, Bildungsabschluss und Beruf.“

Seit Jahren fordern Gewerkschaften ein Weiterbildungsgesetz auf Bundesebene. Die finanzielle Unterstützung der Lernenden muss deutlich verbessert und abgesichert werden. Im Rahmen der arbeitsmarktgeförderten Weiterbildung bedarf es Regelungen, die die berufliche Verwertbarkeit der Maßnahmen deutlich steigert. Die Beratung muss auch für Erwerbslose unabhängig erfolgen und flächendeckend vorhanden sein. „An die Stelle der segmentierten Weiterbildungslandschaft sollten, wie in anderen erfolgreicheren europäischen Ländern – z.B. in Dänemark und in den Niederlanden – Staat, Unternehmen, Gewerkschaften, Individuen und Bildungseinrichtungen in ein System unterschiedlicher Verantwortlichkeiten eingebunden werden mit mehr Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Planungssicherheit für alle Beteiligten.“
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Tarifverhandlungen Entgelttarifvertrag wieder aufgenommen

(27.01.2017) Beim Internationalen Bund (IB) wurden nach einer Unterbrechung von vier Monaten die Tarifverhandlungen über einen konzernweiten Tarifvertrag fortgesetzt. Die Arbeitgeber hätten gerne für alle verschiedenen Tätigkeitsbereiche einzelne Tarifverträge, die einzeln kündbar wären. Dem stimmt die Tarifkommission nicht zu. Ihr Vorschlag: Ein einheitlicher Entgelttarifvertrag auf Basis des TVöD (Niveau über 90%) für alle. Dazu könnten einzelne über diese Entlohnung hinausgehende Tarifverträge für einzelne Bereiche verhandelt werden. Jetzt ist der Arbeitgeber am Zug.
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Mehr als Fachlichkeit darf’s schon sein: Leeres Geschwätz oder ökonomische Notwendigkeit?

(24.01.2017) Ein zu enger Begriff von Bildung reicht nicht aus, um in der Arbeitswelt die notwendigen Anforderungen richtig zu beschreiben. Bildung muss darauf abheben, dass Menschen vielfältige Interessen haben, nicht nur die Begeisterung für Fachwissen. Selbst die Wirtschaft ist nicht mehr an einer zu engen fachlichen Qualifizierung interessiert. Vielleicht schafft Arbeiten 4.0 neue Chancen, aber auch Notwendigkeiten, für politische Bildung, Erfahrungslernen und für berufliches Lernen mit schwächeren Jugendlichen. Wichtig ist zu klären, wie der Sozialstaat die Veränderungen meistern kann: Wie viel und welche Bildung können und wollen wir uns erlauben?
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